Der Öffentlichkeitsbeauftragte Karl-Wilhelm Frommeyer, der Kirchengemeinderatsvorsitzende Lutz Jacobi und der Projektverantwortliche Werner Eckert konnten daher verkünden, dass die Arbeiten demnächst für das Kuh-Projekt beginnen werden. Eine erste Tranche in Höhe von 32.000 Euro wurde mittlerweile – nach Überwindung etlicher Hürden der indischen Bürokratie – überwiesen und steht dem Projektpartner Manoj Macwan von der Community Development Society (CDS) zu Verfügung.

Manoj Macwan auf dem überschwemmten Gelände. Foto: privat
Manoj Macwan auf dem überschwemmten Gelände. Foto: privat | Bild: privat

Seit einem Vierteljahrhundert arbeitet er mit der Familie Eckert aus Öflingen und der Kirchengemeinde zusammen. „Entscheidend für die Entwicklungshilfe ist, dass man einen vertrauenswürdigen Partner vor Ort hat“, so Karl-Wilhelm Frommeyer. Mit dem Geld wird die CDS Land pachten sowie die Ställe und Nebengebäude errichten.

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Weil die Regenfälle in diesem Jahr spät, dann aber sehr heftig einsetzten, steht das Land unter Wasser, aber sobald das Gelände trocken ist, werden die Arbeiten beginnen. Das Ziel ist, zunächst 20 Kühe anzuschaffen. Es handelt sich um Holsteiner Kühe, die als (wenn man so will) „ausländische Kühe“ einen geringeren Status haben als die heiligen Kühe in Indien. Die „Holsteiner“ dürfen zwar nicht geschlachtet, aber für die Milchwirtschaft gemolken werden.

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Die weiblichen Kälber möchte man behalten, bis die Zahl von ungefähr 30 Kühen erreicht sein wird. Die Nettoinvestition beträgt rund 100.000 Euro, und ab dem dritten Jahr rechne man mit einer Rendite von 15 Prozent, erklärt Karl-Wilhelm Frommeyer. Mit dem ab 2023 zu erwartenden Reinerlös von jährlich 15.000 Euro kann die CDS ungefähr die Hälfte ihrer Kosten für ihre Bildungs- und Sozialarbeit decken. Außerdem werden sechs feste Arbeitsplätze für Menschen aus der Kaste der „Unberührbaren“ (Dalits) geschaffen. „Wir leisten damit Hilfe zur Selbsthilfe, so dass die CDS unabhängiger von Spenden wird“, so die Verantwortlichen.

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Doch im Moment werden Spenden dringend benötigt. Schließlich fehlen noch 30.000 Euro zur Finanzierung des Gesamtprojektes, außerdem fallen die laufenden Kosten sofort an und können bis Mitte nächsten Jahres noch nicht durch Milchverkäufe gedeckt werden.

Vorbild für den zu bauenden Kuhstall.
Vorbild für den zu bauenden Kuhstall. | Bild: privat

Zudem leiden gerade die Dalits unter der Corona-Krise, weil es für sie von staatlicher Seite aus kaum Unterstützung gibt. Die Kinder erhalten daher in den Bildungseinrichtungen der CDS nicht nur das übliche Mittagessen, sondern bekommen zusätzliche Nahrungsmittel, die sie ihren Eltern mitbringen können. Gerade in der jetzigen Situation sei die CDS dringend auf Spenden angewiesen, erklären die Verantwortlichen und hoffen, dass sich die Bürger weiterhin großzügig zeigen werden, zumal im Moment auch die Verkäufe, mit denen die Familie Eckert einen großen Teil des Spendenbedarfs erwirtschaftet, nicht stattfinden können.