Konkret hob der Gemeinderat den für diesen Bereich geltenden Bebauungsplan „Bündtenfeld II“ aus dem Jahr 1973 teilweise auf und ersetzte ihn durch den Bebauungsplan „Bündtenfeld II Einzelhandel“. Dies macht die Neuansiedlung eines Drogeriemarkts auf der Fläche am Wehrer Stadtrand unmöglich.

Das Vorgehen begründete die Verwaltung einerseits mit „erheblichen Zweifeln an der Rechtswirksamkeit dieses Bebauungsplans“, andererseits entspräche die überbaubare Fläche nicht mehr den heutigen städtebaulichen Anforderungen an den Planbereich, wie Bauamtsleiter Thomas Götz dem Gemeinderat darstellte. Kurz: „Gemäß aktueller Untersuchungen liegen die Märkte am falschen Ort“, so Götz. Dennoch werde ihr Bestand ausdrücklich nicht in Frage gestellt, sondern es geht nur darum, eine Neuansiedlung zu verhindern.

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Denn zwischenzeitlich habe sich auch die Zielrichtung der Stadt verändert, liege doch der Fokus der Stadtplanung und des Stadtmarketings auf dem Ortszentrum, genauer auf dem Brennet-Areal, das gestärkt werden soll, so Bürgermeister Thater. Und bekanntlich solle im dort geplanten Einkaufszentrum neben Schmidts Markt und Lidl auch ein Drogeriemarkt angesiedelt werden.

Würde nun jedoch im Bereich Aldi/Rewe ein Drogeriemarkt gebaut, wäre ein weiterer Markt im Zentrum nicht mehr möglich. Dass der Vorstoß zur Änderung des Bebauungsplans von Institutionen wie der IHK ausdrücklich gelobt wurde, bestätige die Verwaltung in ihrer Ansicht, dass man sich mit diesem Vorgehen auf dem richtigen Weg befinde. Ebenso habe sich der Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich Aldi und Rewe befinden, während des Verfahrens nicht negativ geäußert, so Thater.

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Das Ansinnen der Verwaltung wurde vom Großteil des Gremiums kritiklos mitgetragen. Helmut Steinebrunner (CDU) räumte offen einen Gesinnungswandel ein, „weil es jetzt darauf ankommt, das Brennet-Areal vorwärts zu bringen.“ Auch Mathias Scheer (FW) zeigte sich überzeugt: „Wir haben in der Innenstadt die beste Lösung in greifbarer Nähe.“

Diese Zuversicht, was die baldige Realisierung des Brennet-Areals anbelangt, teilte auch Bürgermeister Thater im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind optimistisch, dass in Kürze etwas Sichtbares geschehen wird“, betonte er. Die noch laufenden Verhandlungen befänden sich auf einem guten Weg.

Einzig Paul Erhart monierte, dass angesichts des Fokus‘ der Verwaltung in Richtung Stadtzentrum nicht absehbar sei, was mit den jetzigen Standorten von Schmidts Markt und Lidl geschehen solle, wenn die Märkte erst einmal aufs Brennet-Areal gezogen seien.

Thater entgegnete, das es im Bereich Schmidts Markt durchaus schon Vorplanungen für ein Wohnbauprojekt gebe. Beim Lidl-Areal sei hingegen durchaus im Sinne des Bestandsschutzes weiterhin eine Einzelhandel-Nutzung möglich, jedoch bedürfe die weitere Entwicklung der Zustimmung des Gemeinderats.

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