So außergewöhnlich wie beliebt ist der Lothar-Späth-Förderpreis, der am Samstag Abend von der Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter in der Stadthalle übergeben wurde. Freunde und Familien der Künstler, Kunstliebhaber und Förderer des Kunstpreises sowie Vertreter von Stadt und lokaler Wirtschaft hatten sich in der Stadthalle versammelt, um die Leistung der 17 Künstler mit geistiger Behinderung im festlichen Rahmen zu würdigen.

<strong>Anerkennend:</strong> Die beiden Ehrenbürgerinnen Hanna Gräb (links) und Anne Sophie Mutter würdigten die große Anerkennung, welche der Kunstpreis mittlerweile erhält.
Anerkennend: Die beiden Ehrenbürgerinnen Hanna Gräb (links) und Anne Sophie Mutter würdigten die große Anerkennung, welche der Kunstpreis mittlerweile erhält.

„Kunst steht dafür, sich für Fremdes zu öffnen, Neues zu entdecken“, so Anne-Sophie Mutter. In ihrer Laudatio würdigte sie den Schaffensprozess, sprach von der Freude und auch der Angst vorm Scheitern. Und auch in diesem Jahr habe sie Platz für das ein oder andere neue Kunstwerk in ihrer Sammlung geschaffen. Denn der vom 2016 verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Kunstpreis Lothar Späth gestiftete ist eine Besonderheit in der deutsche Kunstszene: Die Jurorinnen und Künstlerinnen Lilot Hegi, Elena Romanzin und Kitty Schaertlin bewerteten die 220 Einsendungen aus 50 Einrichtungen ausschließlich nach streng künstlerischen Kriterien. Lilot Hegi würdigte dabei besonders die Vielfältigkeit der ausdrucksstarken Werke: Von zarten Aquarellen bis hin zu kräftiger Buntstiftzeichnung, von Druck und Linolschnitt bis hin zu mit der bloßen Hand gemalten Bilder zeigten die Künstler auch in diesem Jahr wieder eine beeindruckende Bandbreite ihres Könnens. Der erste Preis ging an Peter Pankow (Thikwa Berlin), der bereits zum vierten Mal in Wehr ausgezeichnet wurde. Sein großformatiges, mehrteiliges Werk erinnerte in seiner Farbenfreude an die berühmten Werke von Jackson Pollock.

Der zweite Preis ging an eine ebenfalls gut bekannte Künstlerin: Efklia Grigoriadou (Zieglersche Nord) überzeugte mit ihrem in Mischtechnik angefertigtem Bild „Öffnung“ in gewohnt ungewöhnlich schmalen Format. Der dritte Preis schließlich ging an Marcel Muss (Atelier hpca) für seinen großformatigen Linoldruck „Orientalische Pflanzen“. Anerkennungspreise erhielten Franziska Biegert, Joachim Brumme, Franz J. Dazot, Karl Gindele, William Glaser, Manuela Methner, Jürgen Neidhardt, Pantelis Paltoglou, Sina Rößler und Josef Scheb. Der Preis des Zonta-Clubs Südschwarzwald ging an Rita Lausberg (Eingliederungshilfe Gangelt), der Diakoniepreis des Hauses der Diakonie in Öflingen an Helmut Hermann. Die Bedeutung des Preises für die Integration behinderter Menschen könne man nicht hoch genug schätzen, betonte Bürgermeister Michael Thater genauso wie der Vorsitzende der Hanna-und Paul-Gräb-Stiftung Ulrich Delhey. Gerade in der heutigen Zeit sei der gesellschaftliche Zusammenhalt wichtiger den je und stehe in bester Tradition mit dem Wirken des Stiftungsgründer Lothar Späth, so Thater.

<strong>Ausgewählt:</strong> Die langjährige Kuratorin Lilot Hegi (links) übergibt ihr Amt an ihre Kollegin Elena Romanzin, welche bereits seit einigen Jahren fester Teil der Jury ist.
Ausgewählt: Die langjährige Kuratorin Lilot Hegi (links) übergibt ihr Amt an ihre Kollegin Elena Romanzin, welche bereits seit einigen Jahren fester Teil der Jury ist.

Musikalisch untermalt wurde der Abend in diesem Jahr vom Orchester „Himmelblau“ des Hauses der Diakonie sowie Bastian Berlinghof (Horn) und Maximilian Rüttnauer (Trompete) von der Jugendmusikschule Wehr. Anne-Sophie Mutter wird bereits im Dezember wieder in Wehr erwartet: Die Stargeigerin gibt ein Benefizkonzert zugunsten des Öflinger Hauses der Diakonie. Restkarten hierfür sind noch über Ulrich Delhey per E-Mail (ulrich.delhey@rota.de) erhältlich.

Weitere Informationen im Internet:
http://www.lothar-spaeth-foerderpreis.de
http://www.graeb-stiftung.de

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