„Es geht uns gut und wir können mit der Situation leben. Aber auf Dauer ist das keine Lösung.“ Mit diesem Satz fasst Rainer Mattheus, Vorsitzender der Karate Schule Tiengen-Lauchringen, die aktuelle Situation für sich und seine Sportler zusammen. Wegen der Corona-Pandemie sind die Trainingsmöglichkeiten von Sportarten mit Körperkontakt stark eingeschränkt.

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Von geschlossenen Umkleidekabinen in den Sporthallen über die Dokumentation der anwesenden Sportler bis hin zur Reinigung und Desinfektion der eingesetzten Hilfsmittel wie Bodenmatten haben Sportvereine in diesem Jahr einen großen Mehraufwand. Alle Maßnahmen sind durch die Verordnung des Kultus- und des Sozialministeriums in Baden-Württemberg vorgegeben. „Trotzdem sind wir froh, dass überhaupt Training stattfinden kann,“ so Mattheus. „Im Sommer konnten wir bei gutem Wetter mit reichlich Abstand draußen trainieren.“

Gerhard Grether, Chef-Trainer und Vorsitzender des Boxring Klettgau, stimmt dem zu: „Wenn wir gar nicht trainieren würden, wäre die Kondition und das bereits Gelernte schnell verschwunden.“

Trainer Gerhard Grether vom Boxring Klettgau.
Trainer Gerhard Grether vom Boxring Klettgau. | Bild: Salzmann, Günter

Durch den geltenden Mindestabstand von eineinhalb Metern trainieren die Boxer vor allem Bewegungen und Ausdauer. Der Kampf im Ring ist wegen des dort vorhandenen Körperkontakts nicht erlaubt.

Unterschiede bei den Vorschriften

Die Sportler des Tanzsportclub Blau-Weiß in Waldshut-Tiengen hingegen dürfen nach eigenen Angaben schon seit Juni wieder paarweise trainieren. Allerdings gelte: Der Tanzpartner muss immer derselbe sein. Zudem seien maximal sechs Paare mit den dazugehörigen Übungsleitern pro Trainingseinheit zulässig. „Die Tanzpaare müssen bereits in Sportkleidung zum Training kommen, da die Umkleiden geschlossen sind“, erklärt Klaus Brehm, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Blau-Weiß.

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Dass die Sportler bereits umgezogen ins Training kommen, möchte auch Gerhard Grether im Boxring Klettgau einführen. Bisher durften sich immer nur vier Personen gleichzeitig in der Kabine umziehen. „Das dauert zu lange bei einer Trainingsgruppe von 20 Boxern“, findet der Chef-Trainer. Durch die limitiert zulässige Personenanzahl muss er seine Schüler in Gruppen aufteilen. Welche Maßnahmen die Sportvereine im Einzelnen beachten müssen, regelt das vom Verein vorgelegte und von der Gemeinde abgenommene Hygienekonzept.

Beim Handballclub Lauchringen darf der Trainingsbetrieb seit einigen Wochen wieder fast normal stattfinden, berichtet Alex Isele, sportlicher Leiter und Hygienebeauftragter des Handballclubs Lauchringen, im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings mit der Einschränkung, dass maximal 20 Personen pro Raum im Training anwesend sein dürfen. Einig sind sich die Vertreter der von uns befragten Vereine darin, dass der Mund-Nasen-Schutz und das regelmäßige Lüften in diesem Jahr zur Pflicht gehören.

Auch wenn die aktuelle Situation für Sportvereine schwierig ist, zeigt sich doch, dass sich der Mehraufwand lohnt: „Nach dem Lockdown hatten wir einen wahnsinnigen Mitgliederzugang“, so der Vorsitzende der Karate Schule Tiengen-Lauchringen, Rainer Mattheus. Dem stimmt auch Alex Isele vom Handballclub Lauchringen zu: „Die Leute trauen sich wieder, ein Probetraining anzufragen.“ Die Menschen seien mehr als sonst auf der Suche nach einem sportlichen Ausgleich.

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