Wenn Corona es zulässt, erlebt Waldshut-Tiengen dieses Jahr noch einige kulturelle Höhepunkte, vor allem unter freiem Himmel. Da Corona draußen mehr zulässt als in geschlossenen Räumen, hat das Kulturamt Waldshut-Tiengen seine Planungen angepasst. „Wir sehen in Freiluft-Angeboten die größte Chance für einige schöne, auch neue kulturelle Erlebnisse im Sommer“, so Kulturamtsleiterin Kerstin Simon. Seit Beginn der Pandemie sind unzählige Kulturveranstaltungen ausgefallen, größtenteils wurden sie verschoben, viele davon schon mehrfach.

Kulturamtsleiterin Kerstin Simon setzt auf Veranstaltungen im Freien.
Kulturamtsleiterin Kerstin Simon setzt auf Veranstaltungen im Freien. | Bild: Rosemarie Tillessen

Rund 16 Veranstaltungen mussten allein zwischen März 2020 und Mai 2020 abgesagt werden. Auch aktuell sind keine Kulturveranstaltungen möglich, dies ohne konkrete Perspektiven für die Zukunft. Auch spätere, im Veranstaltungskalender der Stadt Waldshut-Tiengen genannte Kulturtermine, stehen auf wackligen Füßen. Weiteres Verschieben von Veranstaltungen kommt nach Aussage der Kulturamtsleiterin aber mittlerweile an die Grenze.

Zuversicht durchs Impfen

Dennoch blickt das Team des städtischen Kulturamts nach vorn. „Es ist unser Job, guten Mutes zu bleiben und für die Künstler und das Publikum, das nach Kultur hungert, weiter zu planen und zu organisieren, um parat zu stehen und jederzeit loslegen zu können“, sagt Kerstin Simon. Nach ihrer Aussage wird „alles“ für ein Mehr an Sicherheit und Möglichkeiten bei Veranstaltungen im Auge behalten, dazu gehören zum Beispiel die Kontaktnachverfolgungsapp „Luca“ und Schnellteststrategien. Die größte Hoffnung macht dem Kulturamt das fortschreitende Impfen.

Insgesamt drei Freiluft-Formate hat das städtische Kulturamt diesen Sommer geplant. Zum einen ein Konzert mit der Black Forest Percussion Group am 12. Juni in der Stadtgärtnerei am Rheinufer – und dort nicht wie ursprünglich geplant, in einem Gewächshaus sondern ganz im Freien. Bei Regen soll das Konzert in die Grieshaber-Halle verlegt werden.

Im November 2020 ist „Tiengen liest“ ausgefallen. Das Vorlese-Event soll am 18. Juni als Sommeredition an ausgesuchten Tiengener Vorleseorten im Freien nachgeholt werden. Höhepunkt der geplanten Open-Air-Veranstaltungen ist ein zehntägiges Kulturfestival vom 9. bis zum 18. Juli im Tiengener Langensteinstadion. Konzerte, Poetry Slam, Liveshows, Kinderkultur, Literatur und eine Sport-Übertragung stehen auf dem Programm.

Die Vorleseveranstaltung „Tiengen liest“ soll dieses Jahr im Juni unter freiem Himmel an ausgesuchten Tiengener Orten stattfinden.
Die Vorleseveranstaltung „Tiengen liest“ soll dieses Jahr im Juni unter freiem Himmel an ausgesuchten Tiengener Orten stattfinden. | Bild: Ursula Freudig

Bei den Konzerten handelt es sich größtenteils um verschobene Termine im Rahmen des World-Town-Festivals. Unter die Rubrik Literatur fällt das Nachholen der Feier anlässlich der Verleihung des Alemannischen Literaturpreises an den Schweizer Autor Christoph Keller 2020. Am 11. Juli ist im Stadion Public Viewing vorgesehen: Das Endspiel der Europameisterschaft soll übertragen werden. Die Zuschauerbühne im Langensteinstadion ist überdacht und die Bühne wetterfest.

Dass wenigstens diese drei Freiluft-Veranstaltungen wie geplant stattfinden können, ist jetzt die große Hoffnung des städtischen Kulturamtes. „Ich habe leider keine Glaskugel um Vorauszuschauen, uns bleibt nur Hoffen und Beten“, so Kulturamtsleitern Kerstin Simon. Dies auch mit Blick auf Kulturangebote im kommenden Herbst.