Wer die exotischen Gefieder der Papageien, Kakadus oder Sittiche liebt und einen oder ein Pärchen im Käfig in der Wohnung hält, ist um Tiergeschichten nie verlegen. Und je mehr Vögel es sind, umso kurioser werden die Erzählungen. Wie jene, die im Herbst vor 25 Jahren der Rentner Helmut Steck aus Horheim beisteuerte.

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Der damals 65-jährige Tierfreund züchtete schon seit Langem Sittiche und war als Fachmann Mitglied der Tiengener Vogelfreunde. Und Steck hatte nicht nur einen Vogel, sondern an die 40 Stück davon, darunter sieben Sitticharten. Von denen wiederum zwei das besondere Interesse auf sich zogen. Da war einmal der gelbe Nymphensittich „Jakob“, fünf Jahre alt, vollkommen zahm und der, falls dazu in Stimmung, den „River-Kwai-Marsch“ pfiff. Und natürlich konnte er sich auch mit seinem Namen vorstellen. Sein einziger Spleen war, sich nur bei Männern auf den Finger zu setzen, während er bei Frauen gleich zubiss.

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Der Star von Helmut Steck aber war der grüne Halsbandsittich „Koko“. Lange nicht so zahm wie sein Käfigkollege „Jakob“, hatte ihn sein Freiheitsdrang zum Ausreißer gemacht. Wegen einer Unachtsamkeit des Züchters war „Koko“ eines Tages aus dem Käfig in die Freiheit entwischt. Erst nach drei Tagen kehrte er damals wieder heim, nachdem sein Besitzer ihn schon abgeschrieben hatte. Seither entließ Steck den Sittich fast täglich schon morgens an die frische Luft von Horheim. Abends kehrte „Koko“ hungrig zurück, vom Futter im Vogelschlag angelockt. Hin und wieder rebellierte „Koko“ und hatte keine Lust auf seinen Käfig. Dann musste der Vogelfreund ihn zum Schutz vor der Katze wenigstens auf einen Baum scheuchen.

Tausende wild lebende Sittiche in Deutschland

Zu diesen Vogelgeschichten des vor einigen Jahren verstorbenen Züchters Helmut Steck aus dem Wutöschinger Ortsteil Horheim passt, dass es Tausende wilder Halsbandsittiche gibt, die als giftgrüne Nachfahren entflohener Käfigtiere das Leben in Freiheit genießen. In Städten entlang der Rheinebene hilft das vergleichsweise milde Klima den in Parks, Friedhöfen und Gärten lebenden Höhlenbrütern die Kälte im Winter zu überstehen.

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