Zum Auftakt seiner Sommertour „Urlaub am Hochrhein“ machte Peter Schallmayer Halt in Waldshut. Dort begab sich der SPD-Bewerber um die Landtagskandidatur gemeinsam mit weiteren Interessierten auf einen Spaziergang durch die Altstadt.

Blick auf Lebens- und Leidensgeschichten

Auf sechs Stationen erzählte Stadtführerin Karin Lindemann vom Leben und Leiden ehemaliger Bewohner, etwa der jüdischen Geschwister Jenny und Klara Aufrichtig, der alleinerziehenden Mutter Josepha Hollinger, dem taubstummen Pflegekind Elise Rain, um am Ende den Sozialdemokraten Willy Brandt zu zitieren: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ – Mit seiner Sommertour will Schallmayer darauf aufmerksam machen, dass auch der Wahlkreis 59 Waldshut-Rheinfelden am Hochrhein immer eine Reise wert ist, informiert er in einer Pressemitteilung.

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In Waldshut war Lindemann zunächst auf die Bauernaufstände im Hotzenwald zu sprechen gekommen, die sogenannten Salpetererunruhen, deren Rädelsführer 1755 erst im Oberen Turm inhaftiert und dann mit ihren Familien nach Ungarn deportiert wurden. Am Haus zum Adler lenkte Lindemann die Aufmerksamkeit auf die beiden Stolpersteine von Jenny und Klara Aufrichtig, zweier Schwestern, die in Waldshut ein Schuhgeschäft betrieben und von den Nationalsozialisten nach Gurs und Ausschwitz verschleppt wurden.

Das Schicksal der Josepha Hollinger, Mutter von fünf Kindern, kam dann hinter dem Rathaus zur Sprache. Schließlich erzählte Lindemann aus dem Leben des geadelten Andreas Joseph Kilian, der 1765 die „Alte Post“ errichtete, sowie der taubstummen Elise Rain, geboren 1877, die zeitlebens im Dienste des Heilig-Geist-Spitals stand. Bei einem kühlenden Getränk ließen die Teilnehmer am Ende die Geschichten noch einmal Revue passieren.