Die Gebühren für Sprachkurse an der Volkshochschule (VHS) Waldshut-Tiengen werden künftig transparenter für die Teilnehmer. Gleichzeitig soll sich der Verwaltungsaufwand für die Einrichtung und ihre Dozenten verringern. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich einer Umstellung der Gebührensatzung zugestimmt.

Wer sich bislang für einen Spanisch- oder Englischkurs an der VHS anmelden wollte, erfuhr im Programmheft der Bildungseinrichtung oder auf ihrer Webseite lediglich die Grundgebühr für den jeweiligen Kurs. So sind beispielsweise 78 Euro für den Kurs „Spanisch für Anfänger mit leichten Vorkenntnissen“ mit 13 Abendterminen angegeben. Dieser Betrag gilt für zehn Teilnehmer oder mehr. Melden sich weniger als zehn Schüler für das Angebot an, erhöht sich die Gebühr. „Dies ist vorab für die Teilnehmer nicht transparent“, sagte die VHS-Leiterin Martina Erdmann in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

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Künftig will die VHS die Preise für Sprachkurse genauso gestaffelt auszeichnen, wie sie es bereits bei ­Yoga-, Fitness- und Zumba-Kursen tut. Bei diesen Angeboten erfahren die Interessenten vorab, dass sie einen Kleingruppenzuschlag zahlen müssen. Der Kurs „Hatha-Yoga für Anfänger und Geübte“ schlägt beispielsweise mit zusätzlich 20 Euro bei weniger als zehn Teilnehmer zu Buche. Erdmann berichtete im Gemeinderat, dass einige Teilnehmer bei Sprachkursen nach der Anmeldung wieder absagen, wenn sie nachträglich erfahren, dass sie mehr bezahlen müssen. „Springen mehrere Leute ab, muss der ganze Kurs abgesagt werden“, sagte die Leiterin der Volkshochschule.

Ermäßigung mit WT-Card

Die neue Gebührensatzung für Sprachkurse biete laut Martina Erdmann einen weiteren Vorteil: „Die Dozenten haben im Unterricht das Einverständnis jedes einzelnen Teilnehmers einzuholen, wenn sich die Gebühr nachträglich ändert“, sagte sie über das Vorgehen, das sie als zeitaufwendig beschrieb. „Künftig müssen die Dozenten keine Unterschriften mehr einholen“, fügte sie hinzu. „Wir begrüßen alles, was es einfacher macht“, sagte Harald Würtenberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, über das Anmeldeverfahren. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat für die neue Gebührensatzung. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) der VHS um die Ermäßigung von 50 Prozent für Inhaber des Sozialpasses „WT-Card“ ergänzt werden.

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Von einer „Zwickmühle“ sprach die VHS-Geschäftsführerin Cindy Fehrenbacher bezüglich der Honorare von hochkarätigen Dozenten. Einerseits wolle man den Kunden interessante Vorträge zu aktuellen Themen anbieten. Andererseits liegen die Honorare mancher Dozenten, vor allem derer, die auch in der Schweiz Vorträge halten, außerhalb des finanziellen Rahmens der VHS. „Wir hätten gerne einen Vortrag über Bitcoins angeboten“, nannte Fehrenbacher ein Beispiel. Die Kryptowährung sei ein hochaktuelles Thema. Harald Würtenberger von den Freien Wählern schlug seinen Ratskollegen vor, ein Sonderbudget in Höhe von 2000 Euro pro Jahr für Honorare zu genehmigen. Sein Antrag wurde bei zwei Enthaltungen befürwortet.

Insgesamt ziehen Erdmann und Fehrenbacher für 2018 eine positive Bilanz. „Die VHS läuft wie geschmiert“, sagte Oberbürgermeister Philipp Frank und lobte die Verantwortlichen für ihre Arbeit. Das neue Programm wird in einer Auflage von 11 000 Heften gedruckt.