Das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) gegenüber von Waldshut ist diese Woche zur jährlichen Hauptrevision abgeschaltet worden. 1 000 externe Spezialisten, auch aus Übersee, sind mit den Arbeiten, die vier Wochen dauern sollen, beschäftigt. 120 Brennelemente werden ausgetauscht. Alle Brennelemente, die im vergangenen Jahr neu eingesetzt wurden, werden einer Inspektion unterzogen. Daneben finden unterschiedliche Instandhaltungsarbeiten und umfassende Prüfungen an Systemen und Komponenten statt. Ebenso erfolgt eine weitere Garantieinspektion der beiden Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer. Diese zwei im Maschinenhaus eingebauten Großkomponenten waren während der Jahreshauptrevision 2017 ersetzt worden

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Woher kommen die externen Fachkräfte?

Im Reaktorkern sollen 120 von insgesamt 648 Brennelemente ausgetauscht werden. Diesen Austausch führen US-amerikanische Spezialisten des Anlagenherstellers, der Firma General Electric (GE), durch, wie Jolanda van de Graaf, Pressesprecherin vom KKL informiert. Die 500 Beschäftigten des KKL werden bei der Revision wie üblich durch rund 1 000 externe Fachkräfte unterstützt. Der größte Teil der externen Unterstützung stammt laut van de Graaf aus der Schweiz. Rund ein Viertel der externen Firmen kämen aus Deutschland. Unter den externen Fachkräften gebe es aber auch Spezialisten aus anderen europäischen Ländern und Übersee.

Die Plattform auf 28 Meter Höhe im Kernkraftwerk Leibstadt.
Die Plattform auf 28 Meter Höhe im Kernkraftwerk Leibstadt. | Bild: Jörg Haefeli

Welche Spezialisten werden für die Revision benötigt?

Das Kernkraftwerk Leibstadt verlasse sich wo immer möglich auf Fachfirmen, welche die Revisionsarbeiten seit vielen Jahren ausführen und die Anlage entsprechend gut kennen, sagt Jolanda van de Graaf. „Bei vielen Komponenten und Maschinen gibt es langfristige Wartungsverträge mit den Herstellern, die ihre Produkte auf Herz und Nieren überprüfen. Langfristig bedeutet im Fall des Kernkraftwerks Leibstadt oftmals mehrere Jahrzehnte“, so die Pressesprecherin des KKL. Gewisse Komponenten der Anlage würden während der Revision ausgebaut und durch typgleiche ersetzt werden. „Nach einer Überprüfung und Überholung im Herstellerwerk wird die Komponente jeweils ein Jahr später, bei der folgenden Revision, wieder eingebaut“, erklärt van de Graaf.

Für die Revisionsarbeiten sind laut van de Graaf Spezialisten sehr vieler Fachrichtungen notwendig. Ein grosser Teil der Aufgaben sei handwerklicher Natur. Darüber hinaus seien für verschiedene Aufgaben auch Maschinen-, Elektro- sowie Bauingenieure und Chemiker im Einsatz.

Der offene Kern des Kernkraftwerks Leibstadt.
Der offene Kern des Kernkraftwerks Leibstadt. | Bild: Jörg Haefeli

Von wem werden die Arbeiten beaufsichtigt?

Die Arbeiten der Drittfirmen werden laut van de Graaf von den Mitarbeitern des KKL selbst beaufsichtigt. Ergänzend führe das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) unabhängige Inspektionen durch oder lässt einzelne Arbeiten durch den Schweizerischen Verein für technische Inspektionen (SVTI) begleiten oder überwachen. Für gewisse Aufgaben kommen weitere Aufsichtsorgane zum Einsatz. So werde zum Beispiel das Verschließen des Reaktordruckbehälters zum Ende der Revision von der internationalen Atomenergiebehörde IAEA beaufsichtigt.

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