Waldshut – Ihr Adrenalinspiegel sei hoch gewesen, als sie den etwa 60 Mitgliedern die frohe Kunde von der Millionen-Spende zum Erhalt des Waldshuter Freibades verkündet habe, so Christiane Maier am Tag nach der Sitzung des Vereins "Pro Freibad" im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn ein Unbekannter hat dem Verein eine Millionen Euro zugesagt, wenn das Waldshuter Freibad erhalten wird. Das Geld liegt bereits auf einem Treuhandkonto eines Waldshuter Steuerberaters. Oberbürgermeister Philipp Frank zeigte sich überrascht, dass plötzlich eine Spende von einer Million Euro im Raum stehe.

Das Geld des unbekannten Sponsors solle "ausschließlich für die Erweiterung und Instandsetzung der Infrastruktur, namentlich der Wasser- und Beckentechnik des Waldshtuer Freibades, einschließlich der dazugehörigen Planungsleistungen zur Verfügung stehen". Das Geld dürfe jedoch nicht zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet werden. Außerdem fordert der Spender, dass der Gemeinderatsbeschluss vom 3. April 2017 dahingehend geändert werde, dass "dem Freibad Waldshut der dauerhafte Betrieb zugesagt wird". Auch müsse das Bad weiterhin in städtischer Hand bleiben.

Ein Punkt, der auch dem Verein "Pro Freibad" in die Hände spielt. Dem Team um die Vorsitzende Christiane Maier ist klar, dass der Verein nicht den Betrieb stemmen könne. Was er allerdings sehr wohl könne, sei Spenden für das Bad zu sammeln. Doch dafür sei eine Zusage des Gemeinderates notwendig, dass das Waldshuter Freibad – völlig unabhängig von der beschlossenen Sanierung des Tiengener Freibades – weiter offen bleibt. Dann, da ist sich Christiane Maier sicher, werden weitere Spendengelder fließen. Sie wisse von etlichen Bürgern der Stadt, dass diese gerne spenden würden, aber erst dann, wenn klar sei, dass das Waldshuter Bad eine Zukunft habe.

 

Ob es hierzu kommt, liegt letztlich an Oberbürgermeister Philipp Frank und dem Gemeinderat. Denn der Gemeinderat müsste ein klares Votum zum Fortbestand der Waldshuter Einrichtung geben. Ob es dazu kommt, ist nach derzeitigem Stand offen. Aber, so hieß es gestern auf Anfrage aus dem Rathaus: "Die aktuelle Situation möchte Oberbürgermeister Philipp Frank in einer der nächsten Sitzungen im Gemeinderat thematisieren." Diese Zusage hatte er laut Christiane Maier tags zuvor bereits dem Verein "Pro Freibad" gegeben. Auch habe der OB den Vertretern des Vereins zugesagt, Einblick in die Planungsunterlagen zu gewähren.

Der Verein werde ungeachtet der Großspende seinen eingeschlagenen Weg weitergehen, so Christiane Maier. Die Arbeitsgruppen (Sponsoren, Technik, Internetrecherche, Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Bürgerbegehren) würden ihre begonnene Arbeit fortsetzen, beispielsweise seien Kuchenverkäufe und ein Sponsorenschwimmen geplant. Unter anderem sollten auch Konzepte erarbeitet werden, um die laufenden Betriebskosten zu senken. Für eine mögliche Sanierung seien die Vereinsmitglieder auch bereit, die Kosten durch Eigenleistungen zu senken. Christiane Maier abschließend: "Unser Herz hängt halt am Waldshuter Bad."

 

Der Verein

Mit knapp 40 Mitgliedern gründete sich im November 2016 die Bürgerinitiative Pro Freibad Waldshut, aus der im Februar ein eingetragener Verein wurde. Dies war eine der ersten Vereinsgründungen in Waldshut-Tiengen seit Jahren. Mittlerweile hat der Verein etwa 650 Mitglieder. (dc)

 

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