Im festlichen Rahmen verlief die Bilderausstellung in Breitenfeld, die im historischen Dorfkern beim Rathaus mit vielen Besuchern über die Bühne ging. Eingerahmt war der prächtig herausgeputzte Platz durch eine imposante Kulisse mit 21 Stellwänden und 140 historischen Fotos im Großformat, geordnet nach Themen wie Schule, Kapelle, Rathaus, Feuerwehr, Fasnacht, Landwirtschaft, den Freuden und der Mühsal von damals. Das Motto: "Breitenfeld in alten Zeiten", ein Projekt, das vom Breitenfelder Ortschaftsrat initiiert und umgesetzt wurde.

Bei der Eröffnung konnte Ortsvorsteher Jürgen Bacher zahlreiche Gäste begrüßen, unter ihnen Oberbürgermeister Philipp Frank, den Kulturamtsleiter Hartmut Schölch, den Vorsitzenden des historischen Vereins Berau Ralf Hindsches und Stadtarchivar Ingo Donnhauser, der anschließend über die Geschichte der Ortschaft referierte und den historischen Hintergrund beleuchtete. Federführend bei dem Projekt war Ortschaftsrat Alexander Maier. Er wurde unterstützt von Paula Gäng, Erich Granacher und Lothar Knöpfle, die im Dorf die Recherchen durchführten.

Herausgegeben wurde die entstandene Sammlung auch in einem Fotoband, der zur Ansicht auslag und für 38 Euro bestellt werden konnte. Einen Stand hatte die Jugend des Dorfes eingerichtet, die Breitenfelder Zirkus AG, um alte Schulbücher und Schaubilder aus der ehemaligen Schulbibliothek gegen eine Spende an interessierte Besucher abzugeben. Für die Bewirtung sorgten die Breitenfelder Landfrauen.

OB Philipp Frank würdigte das große ehrenamtliche Engagement, nur so sei die Ausstellung möglich gewesen. Erstaunlich sei, was die kleine Ortschaft dabei auf die Beine gestellt habe. Stadtarchivar Ingo Donnhauser beeindruckte das Publikum mit zahlreichen historischen Details. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass früher in Breitenfeld Wein angebaut wurde? Das sei aber ein großes Problem für die Gastwirte des Dorfes gewesen, da es die Bürger vorzogen, ihre eigenen Produkte daheim zu konsumieren statt in die Kneipe zu gehen.

Die Anfänge der Siedlung dürften bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, mutmaßte Donnhauser. Im Laufe der Zeit hätten sich die Einwohnerzahlen ständig geändert. In Notzeiten wanderten viele Bürger aus oder suchten sich andernorts eine Verdienstmöglichkeit. Immer wieder gab es große Probleme, einen Bürgermeister zu finden, denn niemand wollte sich mit der Bürde des Amtes belasten.

Das Dorf

Breitenfeld ist mit 150 Einwohnern der kleinste Stadtteil. Die Gemeinderefor der 70er Jahre hatte zur Folge, dass das Dorf 1971 erst nach Tiengen eingemeindet wurde und 1975 Teil der Großen Kreisstadt Waldhut-Tiengen wurde. Die Anfänge der Siedlung am Rande des Steinatales reichen vermutlich bis ins 11. Jahrhundert zurück. Steinbeilfunde deuten jedoch darauf hin, dass die Gegend schon viel früher besiedelt war.

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