Bildung ist nicht selbstverständlich, sondern ein Privileg – dies wurde am Montagabend beim Roma-Forum der Christlichen Schule am Hochrhein (CSH) sehr eindringlich deutlich. Die CSH unterstützt seit 2014 in der Nähe ihrer kroatischen Partnerschule in Marusevec, das Roma-Dorf Strmec mit seinen rund 1000 Einwohnern. Mehr als die Hälfte davon sind Kinder, die in ärmlichsten Verhältnissen aufwachsen. Sie kommen über die Grundschulzeit kaum hinaus, denn weiterführende Schulen kosten Geld.

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Durch Stipendien Kindern aus dem Roma-Dorf den Besuch der weiterführenden Partnerschule in Marusevec zu ermöglichen, ist jetzt Ziel der Christlichen Schule. Die Partnerschule bildet Krankenschwestern, Krankenpfleger und Physiotherapeuten aus. Unter dem Motto „Hilfe durch Bildung“ sucht sie hierfür Menschen, die sie dabei unterstützen.

Blick in das kroatische Roma-Dorf Strmec, das von der Christlichen Schule Hochrhein unterstützt wird. Bild: Christliche Schule Hochrhein
Blick in das kroatische Roma-Dorf Strmec, das von der Christlichen Schule Hochrhein unterstützt wird. Bild: Christliche Schule Hochrhein

Rund 150 Euro monatlich kostet ein Schulplatz mit Unterbringung im Internat. Nach Abzug von Fördermitteln der kroatischen Regierung braucht die Partnerschule monatlich mindestens 60 Euro für ein Roma-Kind.

Schüler und Eltern berichten

Startschuss für das Stipendien-Projekt war das Roma-Forum unter der Moderation der CSH-Lehrer Dorothea Gebauer und Christian Kütemeier. Es informierte auf eine sehr persönliche Weise Schüler, Lehrer, Eltern und interessierte Besucher, denn aus Kroatien waren zahlreiche Gäste anwesend. Unter ihnen die Leiterin der Partnerschule und der Bürgermeister des Roma-Dorfes, der den Dank des Dorfes überbrachte. Die Beiden sowie Daniel Strauß (Vorsitzender Verband Deutscher Sinti und Roma) gehörten zu den Teilnehmern einer Gesprächsrunde, die von Kai Oldenburg (Leiter der SÜDKURIER-Redaktion Waldshut) moderiert wurde.

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„Das Stipendien-Programm der Christlichen Schule ist ein beispielhaftes und beeindruckendes Engagement“, sagte Strauß und hob hervor, dass es darum gehe, durch nachhaltige Strukturen die Teilhabe der Roma zu fördern. Geleitet wird das Stipendien-Projekt von der Lehrerin Mirjana Petric. Sie erzählte, dass 2014 ein Besuch der kroatischen Partnerschule erfolgte und man auf dem Weg dorthin auf das Roma-Dorf gestoßen sei. Getragen wird das Engagement der Schule von ihrem christlichen Selbstverständnis, in dem Helfen, Geben und Teilen eine zentrale Rolle spielen. Weiterhin motiviert wird sie mit den Worten von Schulleiter Bodo Masuhr, von dem Wissen, dass gemeinsam viel bewirkt werden kann.

„Das Stipendien-Programm der Christlichen Schule Hochrhein ist ein beispielhaftes und beeindruckendes Engagement.“ Daniel Strauß, Vorsitzender Verband Deutscher Sinti und Roma
„Das Stipendien-Programm der Christlichen Schule Hochrhein ist ein beispielhaftes und beeindruckendes Engagement.“ Daniel Strauß, Vorsitzender Verband Deutscher Sinti und Roma

Die Schule und ihr Engagement

  • Schulform: Die Christliche Schule Hochrhein in der Gurtweiler Straße in Waldshut ist eine privat geführte, staatlich anerkannte Grund- und Realschule mit aktuell rund 400 Schülern. Sie ist eine von fünf Standorten der freien Evangelischen Schule Lörrach. Informationen im Internet (www.csh-waldshut.de).
  • Laufendes Engagement im Roma-Dorf: Seit 2014 packt und bringt die CSH jedes Jahr Hunderte Weihnachtspäckchen ins Dorf. 2018 übergab das CSH-Team erstmals auch Kleiderspenden und Lebensmittelpakete. Auch gemeinsam angepackt wird im Roma-Dorf. Demnächst wird eine WC- und Duschanlage, die mit Unterstützung von Mitarbeitern der Firma Binkert gebaut wurde, fertiggestellt.
  • Das neue Stipendien-Projekt: Der CSH-Förderverein hat bei der Sparkasse Hochrhein (IBAN DE18 6845 2290 0077 0858 50 , BIC SKHRDE6WXXX) ein extra Konto für Spenden eingerichtet. Verwendungszweck: Bildungsstipendium für Roma. Vordrucke bei der Schule.