Rund 1500 Berechtigungsausweise hat die Caritas Hochrhein im Landkreis Waldshut für Menschen mit schmalem Geldbeutel ausgestellt. Die Ausweise berechtigen zum Einkauf zum kleinen Preis in den Caritas-Tafelläden in Waldshut und Bad Säckingen. Seit ein paar Tagen nützen die Ausweise ihren Besitzern nichts mehr, denn die Tafeln mit ihren Secondhand-Bekleidungsläden und den Ausgabestellen in Wehr und Bonndorf sind wegen des Coronavirus bis auf Weiteres geschlossen.

Geschlossen II: Der Tafelladen in der Waldshuter Bergstraße 79 hat zum Schutz seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter vorübergehend seinen Betrieb eingestellt, ebenso der Tafelladen in Bad Säckingen.
Geschlossen II: Der Tafelladen in der Waldshuter Bergstraße 79 hat zum Schutz seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter vorübergehend seinen Betrieb eingestellt, ebenso der Tafelladen in Bad Säckingen. | Bild: Ursula Freudig

In Abwägung der Risiken hat der Caritasverband Hochrhein, Träger der Tafelläden, Anfang vergangene Woche ihre Schließungen beschlossen. Rund 200 bis 300 Ehrenamtliche engagieren sich nach Aussage von Caritas-Vorstand Martin Riegraf in den Tafelläden und den Ausgabestellen. Der allergrößte Teil der Freiwilligen ist über 60 Jahre alt. Damit gehören sie zur Corona-Risikogruppe.

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„Die Unsicherheit unter unseren Ehrenamtlichen ist groß, zu ihrem Schutz haben wir deshalb die Schließungen beschlossen“, so Martin Riegraf. Nach seiner Aussage haben seit Zuspitzung der Corona-Krise auch merklich weniger Menschen die Tafeln aufgesucht.

Nicht verderbliche Ware wie Konserven nimmt die Caritas weiterhin für ihre Tafelläden an und organisiert auch die Abholung. Dies verbunden mit der Hoffnung, dass ihre Schließungen sich nicht über einen längeren Zeitraum erstrecken. Im Einzelfall und in Notlagen können sich nach Aussage von Martin Riegraf Kunden der Tafeln auch direkt an die Caritas wenden.

Viel Ware, keine Kunden: Eine PVD-Mitarbeiterin steht inmitten unzähliger Möbel im geschlossenen PVD-Secondhand Kaufhaus.
Viel Ware, keine Kunden: Eine PVD-Mitarbeiterin steht inmitten unzähliger Möbel im geschlossenen PVD-Secondhand Kaufhaus. | Bild: Ursula Freudig

Eine soziale Komponente hat auch der PVD-Zweckbetrieb in Tiengen. Er beschäftigt und qualifiziert Langzeitarbeitslose. Der PVD-Zweckbetrieb ist unmittelbar von der Corona-Krise betroffen, denn sein Herzstück ist das große Secondhand-Kaufhaus. Im Zuge der gesetzlichen Anordnungen ist es seit Dienstag vergangene Woche geschlossen. Das städtische Ordnungsamt hat nach Aussage von Wolfgang Frech, Leiter des PVD-Zweckbetriebs, die Schließung kontrolliert.

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Etwa die Hälfte der aktuell rund 35 Mitarbeiter musste nach Hause geschickt werden. Die anderen können vorerst noch unter Anwendung von besonderen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen weiter arbeiten. „Der Dienstleistungsbereich läuft vorläufig weiter“, so Wolfgang Frech. Solange noch Platz im Lager ist, sind Aufträge für Entrümpelungen noch möglich. Ebenso Aufträge für Arbeiten in der Fahrrad- und Elektroabteilung sowie in der Schreinerei. Außerdem werden jetzt die Arbeiten erledigt, die bislang liegen geblieben sind.

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„Die nächsten zwei, drei Wochen haben wir noch zu tun“, so Frech. Er hat für seinen Betrieb ab April Kurzarbeit beantragt und hofft mit seinen Mitarbeitern, dass die Lage sich bald entspannt und das Kaufhaus bald wieder öffnen kann.

Für Menschen, deren Langzeitarbeitslosigkeit oft einher geht mit vielschichtigen persönlichen, oft auch gesundheitlichen Problemen, ist nach Aussage von Wolfgang Frech eine geregelte Arbeit außerhalb der eigenen vier Wände besonders wichtig. Alle PVD-Zweckbetriebe, der nächste ist in Lörrach, arbeiten in der aktuellen Krisensituation eng mit der AGJ zusammen.

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