„Tiere sollen es guthaben“, ist Herzenssache für Katja Fechtig aus Mettenberg. Als Mitglied von Tierschutzvereinen ist sie ein regelrechtes Energiebündel, die mit Mitte 50 und zwei Ausbildungsberufen jetzt zusätzlich ein Studium in Tierheilkunde an der Paracelsus Schule in Freiburg aufgenommen hat.

Wanderreitstation bleibt

Das Ehepaar Fechtig teilt die Liebe zu Tieren. Katja lernte von ihrem Mann Norbert den Umgang mit Pferden. Mit Freude arbeitete sie auf dem Bauernhof mit und richtete eine gut besuchte Wanderreitstation mit Übernachtung für Reiter und Pferd ein. Ihre Stammgäste kommen aus Deutschland, Schweiz und Frankreich. Die Wanderreitstation wird auch im neuen Domizil weitergeführt, denn der Bauernhof wurde zwar verkauft, aber ihre Pferde blieben. Auf ihrem Grundstück gibt es vier davon und zwei Ponys, die einfach nur Pferde sein dürfen. Eins davon war Therapiepferd und kam „hochdämpfig“ (schwer asthmatisch) vom Vorbesitzer aus der Schweiz.

Katja Fechtig liebt Tiere und vor allem Pferde. Sie will sich künftig als Tier-Heilpraktikerin mit eigener Praxis im Oberen Schlüchttal betätigen. Das bisherige Kosmetikstudio wird dafür umgebaut. Den Corona-Lockdown konnte sie gut für das Examen nutzen.
Katja Fechtig liebt Tiere und vor allem Pferde. Sie will sich künftig als Tier-Heilpraktikerin mit eigener Praxis im Oberen Schlüchttal betätigen. Das bisherige Kosmetikstudio wird dafür umgebaut. Den Corona-Lockdown konnte sie gut für das Examen nutzen. | Bild: Ursula Ortlieb

Mit viel Geduld und Pflege widmete sich Katja Fechtig dem 22-jährigen Wallach, der es ihr angetan hatte. Mit Kräuterbehandlung, Zuwendung und frischer Luft auf den sonnigen Weiden des Schwarzwalds ging es dem Tier bald viel besser und es genießt jetzt den Ruhestand. „Das war mein Schlüsselerlebnis. Nach dem Erfolg habe ich beschlossen, Heilpraktikerin für Tiere zu werden und begann vor zwei Jahren mit der Ausbildung“, erzählt Fechtig.

Die Idee für einen Gnadenhof war ihr Traum, dessen Verwirklichung aber aus gesundheitlichen Gründen ihres Mannes nicht möglich wäre. Der Corona-Lockdown brachte die dreimonatige Schließung des Fußpflege- und Kosmetikstudios aber auch Zeit, sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Im Sommer schloss sie mit Bestnoten das Examen zur Tierheilkundlerin beim Verband Deutscher Tierheilpraktiker ab. Eine letzte zusätzliche Prüfung in Arzneimittelsachkunde muss coronabedingt digital absolviert werden.

Tag der offenen Tür geplant

Das Kosmetikstudio wird aufgegeben und umgebaut, die podologische Praxis wird tageweise weitergeführt. Im Dezember wird dann die erste Tier-Naturheilpraxis im Oberen Schlüchttal mit einem Tag der Offenen Tür und Vorträgen von renommierten Tierheilkundlern eröffnet. Es soll keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zur Tierarztpraxis in Ühlingen-Birkendorf sein.

„Auch ich nehme für meine Tiere die Ühlinger Veterinärinnen in Anspruch und möchte eine gute Kooperation aufbauen. Für die ganzheitliche Heilung der Tiere an Körper, Geist und Seele braucht es Zeit intensiver Pflege und Zuwendung“, so Fechtig. Sie ist glücklich: „Ich wollte mich schon immer Tieren und der Naturheilkunde widmen. Jetzt bin ich froh, dass ich diesen Traum verwirklichen konnte.“

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