Luzia Schropp blickt zufrieden auf ein erfülltes Leben zurück. Geboren wurde Luzia, geb. Ebner, in Nöggenschwiel. Sie wuchs mit drei Geschwistern auf dem Bauernhof in Nöggenschwiel auf. Als Landwirt und Ratschreiber musste der Vater nicht in den Krieg. „Wir hatten immer genug zu essen“, so die Jubilarin, die das Leben und die Arbeit in der Landwirtschaft von Kindheit an kennt und schätzt. Nach der Volksschule besuchte sie die landwirtschaftliche Hausshaltsschule in Indlekofen.

Lob für Schwiegervater

1951 heiratete die Jubilarin Heinrich Schropp. Mit den Schwiegereltern lebten sie im gemeinsamen Haushalt auf dem Bauernhof. „Es war ein rechtes Leben, halt ganz anders als heute“, sagt die Jubilarin. „Mein Schwiegervater war ein besonderer Mensch. Da gab es nie ein böses Wort.“ Zehn Kühe, Pferde, Schweine und Hühner wurden gehalten und Felder bewirtschaftet. Der erste Traktor ersetzte später die Pferde bei der Feldarbeit. Der Ehemann arbeitete zusätzlich als Waldarbeiter. Aus der Ehe gingen die Töchter Melitta und Klarissa sowie Sohn Rolf hervor.

Ferien auf dem Bauernhof

Mit Aufblühen des Tourismus in Birkendorf waren die „Ferien auf dem Bauernhof“ bei Familie Schropp beliebt und gefragt. Abends kamen Milch- und Eierkunden zum Hof und verweilten oft noch zum gemütlichen Schwätzchen. Heinrich Schropp starb 1992. Nie klagte die Jubilarin über zu viel Arbeit. Sie war mit Leib und Seele Bäuerin und Landfrau und leitete den Landfrauenverein 20 Jahre. „Das war eine schöne Zeit“, erinnert sie sich. Bis ins hohe Alter blieb sie als Vorstandsmitglied im Verein aktiv.

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Nach Aufgabe der Landwirtschaft und Vermietung waren mehrtägige Busreisen Höhepunkte im Jahreslauf. Im Familienleben mit Sohn Rolf, Schwiegertochter Brigitte und den Kindern eingebunden, ist sie bei geistiger Frische an allem interessiert, was Kinder und Enkel machen. Sie freut sich, wenn viele junge Leute um sie herum sind und feiert beim Schopfschellenfest auf dem Hof gerne mit.

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Bei regelmäßigen Treffen der Strickfrauen und Spielenachmittagen gehört sie zum alten Stamm. Mit Stolz kann die Jubilarin auf zehn Enkelkinder und 13 Urenkel blicken. Ein Schicksalsschlag traf die Familie, als Enkel Thomas 37-jährig tödlich verunglückte. „Damit muss man fertig werden“, sagt Luzia Schropp. „Ich bin zufrieden, nur das Laufen macht etwas Probleme. Aber ich kann jeden Tag aufstehen und bin unter Leuten, was will man mehr mit 90?“