Als Thomas Schwarz im August 2014 in das Pfarrhaus Grafenhausen zog, tat er dies im Bewusstsein, dass es seine Pfarrstelle bis zum Rentenalter sein könnte. „Ich habe mich hier wohl gefühlt“, sagt er. Später zog seine Mutter krankheitsbedingt zu ihm ins Pfarrhaus und wohnt seither bei ihm. Nun gab der Seelsorger vor einigen Wochen im Sonntagsgottesdienst bekannt, dass er Ende Juni die Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal verlassen werde.

Als Seelsorger erwartet Pfarrer Thomas Schwarz eine neue Aufgabe in einem Seelsorgeteam in der Nähe von Offenburg.
Als Seelsorger erwartet Pfarrer Thomas Schwarz eine neue Aufgabe in einem Seelsorgeteam in der Nähe von Offenburg. | Bild: Ursula Ortlieb

Ratlosigkeit und Aufregung entstanden unter denen, die nach Gründen suchten und sich sorgten, ob die Seelsorgeeinheit wieder einen Pfarrer bekommen würde oder wer bis dahin die Vertretung übernehme. Es wurde viel spekuliert. Auf Nachfrage über die Hintergründe seines Entschlusses erklärte Pfarrer Schwarz: „Nach der letzten Visitation durch das Dekanat sind wir bei der Analyse und Gesprächen gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass der Verwaltungsaufwand für mich gesundheitlich zu viel geworden ist. Ich bin aus Berufung Seelsorger geworden und möchte mich mehr den Menschen als Akten widmen. Der Druck in allererster Verantwortung zu stehen, war am Ende nichts mehr für mich.“

Schlaganfall im Februar

Pfarrer Schwarz hatte im Februar einen leichten Schlaganfall erlitten, von dem er sich inzwischen erholt hat. „Es war für mich ein Warnschuss, kürzerzutreten“, so Pfarrer Schwarz. Zu Ostern konnte er wieder die heilige Messe und danach die Weißen Sonntage feiern. Auch mehrere Taufen standen auf dem Programm, die er gerne noch spendete. „Fronleichnam werde ich noch feiern, bevor ich nach einer Ruhepause im Mittelbadischen in der Nähe von Offenburg in einem Seelsorger-Team mit weiteren Priestern und pastoralen Mitarbeitern meine Arbeit aufnehme. Dort muss ich nicht in erster Reihe stehen“, erklärt Pfarrer Schwarz. In der Bevölkerung war die Betroffenheit groß, da niemand mit dem Weggang des Pfarrers gerechnet hatte.

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Auch die Theatergemeinschaft Zeitschleuse ist über seinen Weggang als Freund und Darsteller traurig. Er wird bei den Aufführungen nicht mehr dabei sein. Nach Auskunft von Corinna Vogt übernimmt Klaus Schäfer nun die Rolle von Pfarrer Schwarz.

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Auf Nachfrage bei der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, Elisabeth Baumeister, wird Pfarrer Schwarz an Christi Himmelfahrt am 30. Mai offiziell verabschiedet. Nach der traditionellen gemeinsamen Sternwanderung der gesamten Seelsorgeeinheit nach Witzhalden wird er den Gottesdienst unter freiem Himmel zelebrieren. Im Anschluss findet dann die Abschiedsfeier mit Pfarrgemeinderat, Vereinen, Bürgermeister aus Grafenhausen und Ühlingen-Birkendorf und der Bevölkerung statt. Bei schlechtem Wetter kann die Feier in die vorbereitete Scheune beim Anwesen Albicker verlegt werden. Schwarz wird aber noch bis Ende Juni in der Seelsorgeeinheit bleiben.