Eine Wanderung auf den Spuren der drei Künstler Erich Rastätter und Karl Albicker aus Ühlingen sowie Heinrich-Ernst Kromer aus Riedern unternahmen knapp zwei Dutzende Interessierte mit Ortsvorsteher Klaus Müller.

Heinrich-Ernst Kromer

Die Erinnerung an den Dichter Heinrich-Ernst Kromer wird durch die Heinrich-Ernst-Kromer Gesellschaft mit Lesungen und der Dauerausstellung im Kloster in Riedern am Wald wach gehalten.

In der St. Ursula Kirche in Ühlingen sind einige Werke, unter anderem die Evangelisten von Erich Rastätter, zu finden.
In der St. Ursula Kirche in Ühlingen sind einige Werke, unter anderem die Evangelisten von Erich Rastätter, zu finden. | Bild: Elisabeth Baumeister

Mit vielen Nachforschungen hat vor allem Irmgard Blatter-Kramhöller den Künstler bekannt gemacht. In diesem Sommer verbuchte der Theaterverein „Zeitschleuse“ mit seinem Freilichtspiel „Zwischen den Welten“ einen großen Erfolg, das auf Kromers Roman „Die Amerika-Reise“ basiert. Die Führungen im Kloster in Riedern gehen immer auch durch die Heinrich-Ernst-Kromer-Ausstellung und ebenfalls auch durch die Ausstellung des Ühlinger Malers und Bildhauers Erich Rastätter.

Erich Raststätter

Werke von Erich Rastätter, der 1982 verstarb, finden sich inform von Figuren der vier Evangelisten und der Heilig Cäcilia in der Pfarrkirche St. Ursula. Auch die Reliefs mit den drei Totenschädeln an der Jakobus-Kapelle, das Bildnis einer jungen Ühlingerin als Klarinettistin und die Figuren am Fußballbrunnen stammen von Rastätter. Von ihm stammen die Fastnachtsmasken, Stiegele-Chatzen Ühlingen und die Doppelmasken der Narrenzunft Hüri. Die Wanderung führte zu seinem Wohnhaus mit der Werkstatt im Gewann Holz in Ühlingen.

Karl Albicker

Station auf der Tour war auch das Geburtshaus von Karl Albicker, die heutige Marien-Apotheke. Informationen zu dessen Lebensweg gab Günter Hoffmann im Pfarrsaal in Riedern, wo er auch einige Werke vorstellen konnte. Schon während der Schulzeit hatte Albiker sein künstlerisches Talent an kleinformatigen Gipsreliefs erprobt, darunter Porträts von Bismarck und Großherzog Friedrich I. von Baden. Albicker hat sich dem Wunsch seines Vaters wiedersetzt, der ihn lieber als seinen Nachfolger in der Apotheke gesehen hätte, und hat die Bildhauerei studiert. Später folgte die Bildhauer-Professur an der Akademie in Dresden. Karl Albiker starb 1961 in Ettlingen. Abgüsse der wichtigsten Bronzebildwerke des Künstlers befinden sich heute in zahlreichen öffentlichen Sammlungen. Den Nachlass verwahrt die Karl-Albiker-Stiftung im Ettlinger Schloß. Mit der Führung von Irmgard Blatter-Kramhöller durch die Ausstellung mit den Bildern von Kromer und Rastätter wurde die Kultur-Tour abgerundet. „Diese Künstler sind Leute, die viel für unsere Dörfer gemacht haben“, so Klaus Müllers Fazit.