Hohe Wellen schlägt in Todtmoos derzeit ein öffentlicher Brief von Bürgermeisterin Janette Fuchs im Gemeindeblatt. Diese hatte im Nachgang der Kommunalwahl den Gemeinderat und insbesondere den inzwischen nicht mehr amtierenden Rat der Freien Wähler, Ingomar Franz, scharf angegriffen.

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Sie warf ihm „Narzissmus“ vor und den zu der Zeit amtierenden Gemeinderäten Respektlosigkeit. Fuchs rechtfertigte ihr Veto für Hinderungsgründe des gewählten Gemeinderates Wolfgang Paul, der in Todtmoos als Wassermeister tätig ist. Dies führte schlussendlich dazu, dass Paul nicht in das Gremium einziehen konnte.

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In der Bevölkerung stieß der Brief der Bürgermeisterin auf geteiltes Echo. Von „Richtig so“ bis „Das wäre nicht nötig gewesen“, reichte die Palette an Meinungen. Wir haben die beiden Fraktionen im Gemeinderat, CDU und Freie Wähler sowie die Bürgermeisterin um eine Stellungnahme gebeten.

CDU

Die CDU-Fraktion distanziert sich in der Stellungnahme von der Auseinandersetzung zwischen den Freien Wählern und der Bürgermeisterin.

Dem Engagement von Ingomar Franz sei maßgeblich der Neubau der Klinik Wehrawald als wichtiger Wirtschaftsfaktor zu verdanken. Franz habe immer hart aber fair diskutiert und sei für den Gemeinderat stets ein guter Meinungsgeber gewesen, heißt es seitens der CDU: „Auch wenn es zu persönlichen Verletzungen kam, ist aus unserer Sicht ein öffentliches Nachtreten nicht förderlich für die künftige Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat.“

Dem gesamten Gemeinderat Respektlosigkeit und Verantwortungslosigkeit vorzuwerfen, empfinde die CDU als befremdlich und könne dies nur mit Emotionalität statt Sachlichkeit erklären. Die CDU wolle die Diskussion beenden und sich mit den Freien Wählern und der Bürgermeisterin auf eine gute Zusammenarbeit im Sinne von Todtmoos fokussieren.

Freie Wähler

Die Freien Wähler halten es in ihrem Statement für falsch, das Mitteilungsblatt der Gemeinde für persönliche Belange der Bürgermeisterin zu nutzen und wollen dies auf keinen Fall hinnehmen.

Es sei inakzeptabel, den verdienten Altgemeinderat und Träger der Todtmooser Ehrenmedaille, Ingomar Franz, öffentlich im Gemeindeblatt zu diffamieren und ihm ein angebliches Krankheitsbild Narzissmus zu unterstellen. Franz habe immer hart aber fair diskutiert, um das Beste für die Gemeinde zu erreichen: „Das öffentliche Nachtreten im amtlichen Mitteilungsblatt zeigt alles andere als Souveränität“, heißt es in dem Statement.

Es stehe einer Bürgermeisterin auch nicht zu, öffentlich allen Gemeinderäten Respektlosigkeit zu unterstellen. Mit dieser Aussage sei sie weit über das Ziel hinausgeschossen, so die Meinung der Freien Wähler. Diese emotionale Handlung entbehre jeder Grundlage. Die Freien Wähler kündigten an, sich nicht länger mit dieser Angelegenheit zu befassen, da es wichtigere Dinge für die Gemeinde zu regeln gäbe. Man hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit in der Zukunft.

Bürgermeisterin

Auf Nachfrage bei Bürgermeisterin Janette Fuchs erklärte diese, das es zu ihrem öffentlichen Brief im Amtsblatt keine weiteren Erklärungen oder Ergänzungen gäbe: „Wir, der neue Gemeinderat und ich, kümmern uns jetzt um die Aufgaben für unsere Gemeinde und für unsere Bürger.“