Derzeit können sechs Haushalte mit Datengeschwindigkeiten bis zu 400 Mbit/s im Internet surfen, die weiteren gut 80 Anschlüsse werden Zug um Zug folgen. Der Solidaritätsgedanke bei der Finanzierung des Breitbandnetzes habe sich bewährt, betonte Bürgermeister Joachim Burger. Je mehr Kunden nun Verträge abschließen, je schneller würde sich die gigantische Investition amortisieren.

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  • Der Übergangspunkt: Beim Corona-bedingten Termin im kleinen Kreis waren Bürgermeister Joachim Burger, ZIS-Projektleiter Claudius Bauknecht und Marina Stiegeler (Stiegeler IT) vertreten. Das Schönauer Unternehmen wurde nach der Ausschreibung als Netzbetreiber vom Landkreis ausgewählt. Burger zeigte sich erleichtert, dass nach vielen Hindernissen, die in diesem Ortsteil zu bewältigen waren, dieser Hauptverteiler endlich an Netz gehen konnte: „Durch die schlechten Leistungen der Firma Cosmir haben wir 14 Monate verloren.“ Begonnen hatten die Arbeiten im April 2018, der Graben zum PoP musste wegen der mangelhaften Ausführung der Arbeiten drei Mal aufgerissen werden, sagte Bauknecht: „Dieser Abschnitt hat mich schlaflose Nächte und einige Haare gekostet.“ Positiv merkten Burger und Bauknecht an, dass schnell ein Unternehmen gefunden wurde, das die Arbeiten in Grimmelshofen übernahm. Marina Stiegeler bestätigte: „Tiefbauarbeiten für den Breitbandausbau sind eine sehr komplexe Sache.“ Zudem sei das Verlegen der Kunststoff-Leerrohre nicht so einfach, betonte Bauknecht.
Im Hauptverteiler (PoP) Grimmelshofen kommt das Backbone-Signal des Landkreis-Netztes an und wird aufgesplittet. Von hier aus wird Grimmelshofen mit schnellem Internet versorgt, später werden auch Blumegg und Lausheim an diesem PoP angeschlossen.
Im Hauptverteiler (PoP) Grimmelshofen kommt das Backbone-Signal des Landkreis-Netztes an und wird aufgesplittet. Von hier aus wird Grimmelshofen mit schnellem Internet versorgt, später werden auch Blumegg und Lausheim an diesem PoP angeschlossen. | Bild: Gerald Edinger
  • Die Beratungstermine: Marina Stiegeler zeigte sich erfreut, dass nach Pandemie-bedingt geplatzten Terminen, endlich ein Übergabepunkt wieder offiziell übergeben werden konnte: „Für Grimmelshofen beginnt damit ein neues Zeitalter, jetzt kann man hier mit mindestens 100 Mbit/s ins Netz.“ Maximal können 400 Mbit/s gebucht werden. In den verschiedenen Paketen sind Internet, Telefon und Fernsehen enthalten. Sie betonte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt beim Ausbau des Breitbandnetzes. Die Kommune bietet mit dem Netzbetreiber wieder Beratungstermine im Feuerwehr-Gerätehaus (Sitzungssaal) an. Die Termine sind am Freitag, 12. und Mittwoch, 17. Juni jeweils von 11 bis 18 Uhr. Große Informationsveranstaltungen können wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht stattfinden. Wenn die Stadt dem Netzbetreiber mitteile, dass der Hausanschluss stehe, dauere es zwei bis drei Wochen, bis der Kunde den Anschluss nutzen könne, so die Firmenvertreterin.
  • Erste Erfahrungen: Bürgermeister Joachim Burger betonte beim Termin, dass sich in dieser Krise gezeigt habe, wie wichtig ein schnelles Internet ist. Marina Stiegeler spricht gar von einem regelrechten Schub, den die Digitalisierung bekommen habe. Das zeige sich beim anschließenden Besuch von Familie Wittig, die seit etwa zehn Tagen mit 400 Mbit/s im Internet surft. Bis vor kurzem war der Hausherr noch auf die völlig überlastete Leitung eines anderen Anbieters angewiesen. „Ich kam mir vor wie ein Teenager. Weil ich im Homeoffice arbeite, musste ich zu meiner Mutter nach Wutöschingen„, erzählt IT-Fachmann Matthias Wittig schmunzelnd. Es habe sich dabei gezeigt, dass manches auch ohne Geschäftsreisen ging. Er ist froh, dass es mit dem schnellen Anschluss im eigenen Haus geklappt hat. Sein Sohn Malte musste ebenfalls das schnelle Netz bei seiner Oma nutzen, um Online die Hausaufgaben für das Klettgau-Gymnasium Tiengen machen zu können. „Zu Hause hat es bis zu 30 Minute gedauert, Aufgaben hochzuladen, jetzt ist es noch eine Minute“, freut sich der IT-Experte Malte Wittig.
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