Mittels eines Berechtigungsgutscheines und der Terminvereinbarung über die Schulleitung durch Buchung eines Zeitfensters können freiwillig alle Stühlinger Lehrkräfte in der Arztpraxis Peter Haarmann und Stefanie Kau, eine der Schwerpunkt-Praxen im Landkreis für Corona-Testungen, durch geschulte Fachkräfte einen Nasen-Abstrich machen lassen. Innerhalb von einer Viertelstunde ist das Testergebnis da.

Insgesamt 3750 kostenlose Tests vom Land Baden-Württemberg hat die Stadtverwaltung Stühlingen angefordert. Damit werden zunächst alle 117 Lehrkräfte und Erzieher der Stühlinger Einrichtungen freiwillig zweimal wöchentlich auf den Coronavirus getestet. Vom medizinisch geschulten Personal in der Arztpraxis Peter Haarmann und Stefanie Kau, einer der Schwerpunkt-Praxen im Landkreis für Corona-Testungen.
Insgesamt 3750 kostenlose Tests vom Land Baden-Württemberg hat die Stadtverwaltung Stühlingen angefordert. Damit werden zunächst alle 117 Lehrkräfte und Erzieher der Stühlinger Einrichtungen freiwillig zweimal wöchentlich auf den Coronavirus getestet. Vom medizinisch geschulten Personal in der Arztpraxis Peter Haarmann und Stefanie Kau, einer der Schwerpunkt-Praxen im Landkreis für Corona-Testungen. | Bild: Yvonne Würth

Kooperation

Bürgermeister Joachim Burger konnte am Montagmorgen bereits 500 Schnelltests in die Arztpraxis Peter Haarmann und Stefanie Kau bringen. Insgesamt wurden 3750 Tests besorgt, welche das Land Baden-Württemberg kostenlos stellt. Als Zielgruppe haben ab sofort die 117 Berechtigte die Möglichkeit, sich testen zu lassen.

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„Bei einem positivem Testergebnis hat das natürlich Konsequenzen, wir müssen den Lehrer/die Erzieherin aus dem Unterricht oder der Betreuung herausnehmen und in Absprache mit dem Gesundheitsamt und den Verantwortlichen vor Ort weitere Maßnahmen ergreifen“, erläutert Bürgermeister die logische Konsequenz bei Inanspruchnahme der Tests. Über den Hauptamtsleiter Andreas Mosmann und die Schulleitungen erhielten die Lehrkräfte und Erzieher Infos und die Berechtigungsgutscheine.

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Professioneller Abstrich

Die beiden Ärzte Peter Haarmann und Stefanie Kau erläutern, wie wichtig es ist, wer den Abstrich vornimmt und raten von Selbsttests ab: „Es gibt eine Art Blockade, viele schieben es sich oder anderen nicht weit genug in die Nase rein, in den hinteren Nasengang, in die hintere Nasenhöhle müssen wir rein“ erläutert Stefanie Kau. „Das sieht man in Nachrichten oft, wie sie sich gegenseitig testen, und nur vorne bleiben. Aber hinten ist ein geschlossener feuchter Raum, da fühlen sich die Viren wohl.“

Wie weit der Schnelltest in die Nasenhöhle geschoben werden muss, um tatsächlich eventuell vorhandene Coronaviren anzuzeigen, zeigt das Schaubild. Das ist nichts für Zuhause oder nicht-medizinische Tester: Es gibt eine Art Blockade, viele schieben es sich oder anderen nicht weit genug in die Nase hinein, erklärt Stefanie Kau anhand des Diagramms.
Wie weit der Schnelltest in die Nasenhöhle geschoben werden muss, um tatsächlich eventuell vorhandene Coronaviren anzuzeigen, zeigt das Schaubild. Das ist nichts für Zuhause oder nicht-medizinische Tester: Es gibt eine Art Blockade, viele schieben es sich oder anderen nicht weit genug in die Nase hinein, erklärt Stefanie Kau anhand des Diagramms. | Bild: Yvonne Würth

Gefahr des Wartens während Corona

„Wir haben jetzt die ganze Zeit über die Covid-Erkrankung gesprochen. Können Sie sich vorstellen, dass die Leute auch die anderen Erkrankungen haben? Es ist so, dass die Leute kaum noch in die Praxen kommen oder deutlich reduzierter oder wesentlich später, weil sie durch die Gesamtberichterstattungen, die zwar nötig sind, das Gefühl haben, sie sind da jetzt verkehrt und es geht nur noch um Covid: Ich kann den Doktor doch jetzt nicht stören, der hat ja etwas wichtigeres zu tun – ein Quatsch. Wir möchten das wirklich trennen. Wir sind ja keine Covid-Ärzte geworden. Sondern wir sind Hausärzte, für unsere Bevölkerung. Das kriege ich auch in Rücksprache mit den Fachärzten aus der Notaufnahme, dass sie einen Notfall bekommen, der letztlich schlechter dran ist. Die warten einfach zu lange“, erläutert Peter Haarmann.

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Das sagen die Leitungen der Schulen und Kindergärten

Ab dieser Woche startet der Unterricht in den Grundschulen und Kindergärten sowie der Abschlussklassen der weiterführenden Schulen nach dem Lockdown mit dem Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen, es findet Wechselunterricht (zuhause/halbe Klasse an bestimmten Tagen in der Schule).

Aus diesem Grund liegt die erste Priorität bei den Schulleitern auf dem Unterricht und nicht auf der schnellen Testung: „Wir haben die Berechtigungsgutscheine am Freitag gekriegt und schauen, inwieweit wir das nutzen. Wir wurden angehalten, Blocktermine auszumachen. Aber heute ist Priorität eins: Die Kinder. Ich warte, was die Kollegen meinen“, erläutert Rektor Thomas Laubis von der Grundschule Weizen.

Auch Rektor Manfred Schmider von der Realschule Stühlingen ist mit den Themen Prüfung und Wahlpflichtfach beschäftigt, die drei Abschlussklassen kommen erstmals am Mittwoch ins Haus: „Der Fernunterricht funktioniert gut, über das Angebot der Schnelltests freut man sich natürlich, aber wir kümmern uns erstmal um den Unterricht, da sind uns die Kinder ganz wichtig. Die Stadt hat für uns die Möglichkeit vorstrukturiert und wir greifen auf die geschulten Experten der Hausarztpraxis zurück.“

Manfred Schmider, Rektor der Realschule Stühlingen.
Manfred Schmider, Rektor der Realschule Stühlingen. | Bild: Yvonne Würth

Das Kinderland Hohenlupfen freut sich, die von der Caritas vorige Woche zur Verfügung gestellte Schnelltests mit ihrem geschulten Mitarbeiter nutzen zu können: „Wir haben grundsätzlich ein Gefühl, dass die Mitarbeiter ernst genommen werden und sie das Gefühl haben, wir werden auch geschützt. Bis jetzt konnte jeder einmal getestet werden, wenn der Wunsch da war“, erläutert Leiterin des Kinderlandes Hohenlupfen Luzia Limberger-Sieber.

Luzia Limberger-Sieber, Leiterin des Kinderland Hohenlupfen Stühlingen.
Luzia Limberger-Sieber, Leiterin des Kinderland Hohenlupfen Stühlingen. | Bild: Yvonne Würth

Rektorin Susanne Schlatter von der Hohenlupfenschule Stühlingen: „Ich freue mich sehr, dass wir wieder mit 2 Klassenstufen im Präsenzunterricht starten können. Die Kinder waren sehr glücklich, dass sie wieder mit ihren Klassenkameraden zusammen in der Schule lernen dürfen. Auch wir Lehrer sind sehr glücklich, nach 6 Wochen Homeschooling wieder zu unterrichten. Dass wir die Möglichkeit haben uns weiterhin zwei Mal in der Woche testen zu lassen, finde ich gut und gibt eine gewisse Sicherheit.“