Nach wochenlangem Homeschooling startet in den Grundschulen im Land am heute wieder der Präsenzunterricht. Im Wechsel werden jeweils zwei Klassenstufen vor Ort unterrichtet, die Schüler der anderen beiden Klassenstufen lernen daheim. Vordringliche Aufgabe der Lehrer sei zunächst, vorhandene Wissenslücken zu schließen, sagt Anne Gerstner, Rektorin der Hans-Thoma-Schule in Bernau. Doch auch der Fernunterricht leiste einen wichtigen Beitrag zur schulischen Bildung, so Martin Schweikart, Grundschulrektor in Häusern.

Hans-Thoma-Schule Bernau: Klasse 1 und 2 kehren zurück

In der Hans-Thoma-Schule in Bernau mit ihren 70 Schülern starten zunächst die Klassenstufen eins und zwei mit dem Präsenzunterricht, täglich stehen vier Stunden auf dem Stundenplan. Geteilt werden müssen die Klassen aufgrund der geringen Schülerzahl außer in der vierten Klasse nicht, sagte Rektorin Gerstner. Was den Fernunterricht betrifft, bleibt alles wie gehabt: Am Sonntag können die Aufgaben für die kommende Woche abgeholt werden, am Freitag müssen sie bis 14 Uhr zurückgegeben werden.

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Für die fünf Lehrer der Schule steht am Wochenende das Korrigieren der Aufgaben an. Auf dem Schulgelände selbst herrscht keine Maskenpflicht, die Klassen verbringen die Pausen gemeinsam auf dem Außengelände der Schule. Die Kinder vermeiden die Gruppenbildung meist schon von sich aus und halten Abstand, so die bisherige Erfahrung, erklärte die Rektorin. Sie lobt das vorbildliche Verhalten vieler Schüler.

Was den Unterricht selbst betrifft, könne es kein stures Weitermachen nach Lehrplan geben, so Anne Gerstner weiter. Vielmehr gelte es, zunächst vorhandene Lücken zu schließen. Durch die Korrektur der Aufgaben, aber auch durch Kontakt mit Kindern und Eltern wüssten die Lehrer sehr genau, wo anzuknüpfen und zu intensivieren sei.

Über die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts ist Anna Gerstner sehr froh, denn: „Wichtig in der Schule ist nicht nur das Lernen, sondern das gemeinsame Lernen“, sagte sie, während des Lockdowns seien aber emotionale Bindungen auf der Strecke geblieben. Auch Videokonferenzen hätten dies nicht wettmachen können.

Grundschule Häusern: Start mit Klasse 1 und 3

Ähnlich äußerte sich der Rektor der Grundschule Häusern, Martin Schweikart. Für die Lehrer sei beim Fernunterricht kaum möglich, ihren Erziehungsauftrag zu erfüllen. Und die Schüler hätten keine Möglichkeit, soziales Verhalten zu üben, erklärte er. Aber die Bedeutung des Homeschooling will Schweikart nicht schmälern. Im Gegenteil: Der Fernunterricht leiste einen wichtigen Beitrag zur schulischen Bildung des Schüler, sagte er und hob in diesem Zusammenhang die bedeutsame Unterstützung und Mitarbeit der Eltern hervor, für die er sehr dankbar sei.

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In der Grundschule Häusern, die 40 Kinder besuchen, starten die erste und die dritte Klasse nach den Fasnachtsferien in den Präsenzunterricht, in der kommenden Woche sind dann die Zweit- und Viertklässler an der Reihe. Die Aufgaben für den Fernunterricht werden jeweils montags ausgegeben und müssen eine Woche später wieder abgegeben werden. Eine Maskenpflicht gibt es nicht, die Lehrer bedecken jedoch Mund und Nase, wenn sie sich den Schülern nähern, so Schweikart, nicht aber im Frontalunterricht. Da täglich nur drei Stunden Unterricht anstehen, wird auf eine große Pause verzichtet, wie in den kleinen Pausen verfahren wird, liegt in der Hand der jeweiligen Lehrer.

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