Ein Samstag im November: Beim A-Junioren-Verbandsspiel zwischen der SG Weizen und der SG Görwihl wird ein Gästespieler verletzt vom Platz geführt. „Wo ist das Verbandszeug?“, war zu hören, einer der Betreuer sagte: „Frag die Susi, die weiß alles.“ Eine Nachfrage erübrigte sich, denn Susanne Müllek (51), die beim FC Weizen alle „Susi“ nennen, war längst unterwegs, brachte Verbandszeug, eine wärmende Decke und leistete Erste Hilfe.

Verein ohne sie kaum vorstellbar

Was wäre der FC Weizen ohne Susi Müllek? Vorsitzender Yannik Boma kann sich das nicht vorstellen, denn diese Frau kennt jeden im Verein und weiß, was im Vereinsalltag läuft. „Sie ist die gute Seele in unserem Verein“, sagt Boma – und er muss es wissen, spielt er doch selbst noch in der ersten Mannschaft, für die Susi Müllek gewissermaßen „die Mutter der Kompanie ist“.

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„Zum Fußball kam ich durch meine Söhne Mark und Jan“, erzählt sie bei unserem Besuch. „Mark war noch keine fünf Jahre alt, als er in die F-Jugend zum SV Stühlingen kam. Der altersbedingte Wechsel in die E-Jugend klappte jedoch nicht, weil der SV Stühlingen zu diesem Zeitpunkt keine E-Jugend hatte. Und so wechselte ich mit meinen Jungen zum FC Weizen, wo sie zunächst als Gastspieler wirkten“, erzählt Susi Müllek. In Weizen gefiel es ihr dann so gut, dass sie sich ganz für den FC Weizen entschied, obwohl sie in Stühlingen wohnt.

Wie in einer Familie

Beim FC Weizen blühte Müllek auf. „Hier fühle ich mich wie in einer großen Familie“, sagt sie, wobei Ehemann Andreas (53) mitzieht. Ihr Engagement empfindet sie nicht als Belastung, eher als Freizeitspaß. Es begann als Betreuerin bei den Spielen ihrer Söhne. „Bei den ganz Kleinen half ich noch beim Schuhe binden, musste nach Niederlagen Tränen trocknen, bei kleinen Wehwechen helfen. Später habe ich die Trikots der Spieler gewaschen, für die Verpflegung gesorgt und die Schiedsrichter- und Verbandsangelegenheiten geregelt“, erzählt die Bürokauffrau in einem holzverarbeitenden Betrieb.

Stolz auf diesen Schnappschuss: Susanne Müllek, guter Geist beim FC Weizen, mit ihrem Idol Uwe Seeler.
Stolz auf diesen Schnappschuss: Susanne Müllek, guter Geist beim FC Weizen, mit ihrem Idol Uwe Seeler. | Bild: Privat

Es kam, wie es kommen musste: Susi Müllek – Fan von Uwe Seeler – wurde 2010 Schriftführerin, ein Ehrenamt, dass sie bis zum Frühjahr 2018 ausführte. Jetzt lief alles über ihren Tisch: Werbung, Pressekontakte, Sponsoring, Vereinsheim-Organisation, Verbandskontakte, Schriftverkehr, Anschaffungen, Platzpflege, Platzansage, Mitgliederbetreuung, Spielerkontakte, EDV und vieles mehr. „Für uns ist sie ein ‚Hansdampf in allen Gassen’“ sagt Vorsitzender Boma, denn Susi Müllek ist stets da, reinigt das Vereinsheim, wäscht Spielertrikots und vieles mehr.

Drei Leben rund um den Verein

„Der Verein ist mein beziehungsweise unser Leben“, sagt sie. Das sind keine leeren Worte. „Hier fühle ich mich im Freundeskreise wohl, hier macht es Spaß, etwas zu bewegen.“ Sie verweist auf ihren Ehemann, der Schriftführer im FC-Förderkreis ist und vor einiger Zeit die Homepage neu gestaltet hat, die beide pflegen. Derweil spielt Sohn Mark (22) längst in der ersten Mannschaft, ist einer ihrer Leistungsträger. Klar also, dass sich bei Mülleks noch lange vieles um den FC Weizen dreht.