• Korbinian Huber: „Nichts hält still, alle Bewegung braucht Raum“, diesen Satz stellt Korbinian Huber seinen Werken voran. Beim Symposium in St. Blasien will er einen „Laufenden Hund“ aus dem Holz erschaffen, das er zur Verfügung gestellt bekommt. Huber ist in Freising geboren und betreibt sein Atelier in Duggendorf im Landkreis Regensburg. Seinem Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg ging eine Lehre als Steinmetz voraus. Außer seinen Werken in Holz schafft er auch große Skulpturen aus Kalkstein. Korbinian Huber hat bereits an zahlreichen Symposien im In- und Ausland teilgenommen, in St. Blasien ist er zum ersten Mal dabei.
„Zebra-Stele“ von Michael Weick.
„Zebra-Stele“ von Michael Weick. | Bild: Michael Jauß
  • Michael Weick kommt zum dritten Mal nach St. Blasien. 2013 war er zuerst mit seiner farbigen Säule vor Ort, 2016 schuf er eine Skulptur mit dem Titel „Ringverbund“. Weick ist in Ulm geboren und in Freiburg aufgewachsen. Nach rund 40 Jahren im Bereich Management und Organisation widmet er sich nun im Ruhestand der Bildhauerei. Er lebt als Rentner in Backnang. Dort, so verrät er in seiner Vita, habe er die Liebe zum Arbeiten mit Holz entdeckt, als er auf seinem Grundstück einige alte Fichten fällte. Mit der dafür besorgten Kettensäge begann er, aus dem Holz Skulpturen zu formen.

Zu schade als Brennmaterial

„Holz als wertvolle Naturressource ist viel zu schade, um es nur als Brennholz zu verschwenden“, ist seine Ansicht. Abgesehen von Kenntnissen aus seiner technischen Ausbildung habe er sich den Umgang mit Holz weitgehend selbst beigebracht. Technische Formen, so sagt er, begeistern ihn mehr als etwa Tierfiguren. Tierisch wird es dennoch: Die „Zebra-Stele“, mit der sich Michael Weick in diesem Jahr am Bildhauersymposium in St. Blasien beteiligt, soll, so der Künstler, beispielhaft auf die bedrohte Spezies aufmerksam machen und das Bewusstsein für das Schutzprogramm stärken. Denn mehrere Arten von Zebras, so informiert er, sind im Artenschutzübereinkommen CITES als besonders schützenswert eingestuft, weil vom Aussterben bedroht.

„Laufender Hund“ von Korbinian Huber.
„Laufender Hund“ von Korbinian Huber. | Bild: Michael Jauß
  • Ryszard Litwiniuk aus Polen stellte das Team des Internationalen Holzbildhauersymposiums vor ein ganz besonderes Problem: Zur Umsetzung seines Entwurfes „Metamorphose“ wünschte er sich einen Stamm mit einem Meter Durchmesser. „Metamorphosen, leere Räume – Transformation von Formen aus der Geometrie in die Natur und von der Natur in die Geometrie oder: 360 Grad – ein Kreislauf des Lebens“, schreibt der Künstler, der sein Atelier rund 100 Kilometer von Danzig entfernt betreibt, zu seinem Werk. In St. Blasien ist er zum ersten Mal dabei, in der Region hat er allerdings schon mehrfach am Bildhauersymposium in Kenzingen teilgenommen.
"Metamorphose" von Ryszard Litwiniuk aus Polen.
"Metamorphose" von Ryszard Litwiniuk aus Polen. | Bild: Ryszard Litwiniuk
  • Pia Gabriel und Leto Markus Meyle sind inzwischen gute Bekannte in St. Blasien. Unter dem Künstlernamen Pialeto waren sie schon mehrfach mit ihren Feuerskulpturen zu Gast. „L’obersvateur“ – Der Beobachter" – heißt die Skulptur, die in diesem Jahr auf dem Domplatz in Flammen aufgehen wird. Am Samstag, 1. September, wird sie um 21 Uhr angezündet. Zuvor können die Besucher des Bildhauersymposiums, wie bei allen anderen Künstlern, bei der Entstehung des Werkes zuschauen.
„L’obersvateur“ – Der Beobachter" von Pia Gabriel und Leto Markus Meyle
„L’obersvateur“ – Der Beobachter" von Pia Gabriel und Leto Markus Meyle | Bild: Pialeto
  • Josef Briechle war seit 2012 bereits sechs Mal in St. Blasien zu Gast und ist als Tiengener sozusagen einer der Lokalmatadoren. In seinem Entwurf „Silhouette“ hat er nicht nur architektonische Merkmale des Doms aufenommen, sondern auch das Hochwasser, das St. Blasien im Januar diesen Jahres heimsuchte und zum Teil große Schäden anrichtete. Sein Relief wird er beidseitig mit der Kettensäge ins Holz sägen, an den Schnittstellen sollen sich Durchblicke ergeben, die Transparenz erzeugen, schreibt er dazu.
„Silhouette“ von Josef Briechle.
„Silhouette“ von Josef Briechle. | Bild: Josef Briechle
  • Susanne Paucker aus Italien fordert „Rettet den König“. Denn anders als die Figur, die sie schaffen will, ist die wahre Geschichte der Frösche alles andere als märchenhaft. Auch sie möchte auf eine bedrohte Tierart aufmerksam machen. Denn, so schreibt Paucker zu ihrem Entwurf, „Frösche sind die am meisten gefährdete Gruppe von Tieren auf dem Planeten, mit fast einem Drittel der 6317 Arten des Planeten vom Aussterben bedroht“.
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Dieser Rückgang sei im Wesentlichen auf Infektionskrankheiten, Zerstörung von Lebensräumen, Umweltverschmutzung, Pestizide, Klimawandel und Überernte für Haustiere und Lebensmittelhandel zurückzuführen. So wird denn auch die „Wassersäule“, auf der der Froschkönig thront, nur von vorne mit fröhlichen Fischen und Luftblase verziert sein. Von hinten sollen nur noch die Gerippe der Fische sowie Plastikmüll und anderer Abfall zu sehen sein, die nicht nur die Frösche gefährden.

"Rettet den König" von Susanne Paucker, Italien.
"Rettet den König" von Susanne Paucker, Italien. | Bild: Susanne Paucker