Einen besonderen Sommer gibt es in diesem Jahr nicht nur, was die beinahe rekordverdächtigen Temperaturen angeht. In St. Blasien ist auch kulturell mehr geboten, als es in anderen Jahren schon der Fall war. Während noch die Tribüne von den Domfestspielen abgebaut wird, laufen die Vorbereitungen für das 23. Internationale Bildhauersymposium bereits auf Hochtouren. Am Sonntag geht es offiziell mit dem Empfang für die Künstler los. 16 Bildhauer nehmen in diesem Jahr am Symposium teil, unsere Zeitung stellt sie und ihre Entwürfe für die Werke, die während des Symposiums entstehen sollen, vor.

Der Beginn

Zum Empfang und zur Begrüßung der Künstler am kommenden Sonntag, 26. August, um 17 Uhr im Haus des Gastes in St. Blasien sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Anschließend werden die Künstler in einem Rundgang ihre jeweiligen Arbeitsplätze aufsuchen. Dort geht es dann am Montag ab 10 Uhr ans Werk.

  • Urs Martin Traber hat sein Atelier in Siebnen in der Schweiz. Er nimmt zum ersten Mal am Bildhauersymposium in St. Blasien teil. Außer Stein und Holz gehören auch Terracotta, Eisen, Gips, Blei und Bronze zu seinen Materialien. „Paar“ lautet der Titel seiner Skulptur, die in St. Blasien entstehen soll. „Paare sind ein interessantes und weitverbreitetes Phänomen“, schreibt er dazu, und nennt außer der klassischen Verbindung von Mann und Frau noch viele weitere bis hin zu süß und sauer, Dick und Doof. Die meisten Paare, so stellt er fest, erschienen und agierten nach Außen einig und seien dadurch stark. In ihrem Inneren sehe es oft anders aus. So sind der Mann und die Frau in seiner Skulptur in der Mitte verschränkt, die Köpfe jedoch zeigen auseinander.
„Ein lachendes Mädchen mit viel zu großem Hemd“ von Dorota Feicht.
„Ein lachendes Mädchen mit viel zu großem Hemd“ von Dorota Feicht. | Bild: Michael Jauß
  • „Ein lachendes Mädchen mit einem viel zu großen Hemd“ möchte Dorota Feicht beim Bildhauersymposium schaffen. Sie ist ebenfalls zum ersten Mal in St. Blasien zu Gast. „Den flüchtigen Augenblick zu fangen und in der Skulptur festzuhalten, ist was mich bewegt und für meine künstlerische Arbeit wichtig ist“, schreibt sie dazu. Die Künstlerin, die in Düsseldorf lebt, schafft außer hölzernen Skulpturen auch faszinierende Scherenschnitte aus Papier. „Weniger ist oft mehr, aber was weg ist, ist weg“, heißt es dazu auf der Internetseite www.ins-blaue.net – und das trifft nicht nur auf Papier, sondern auch auf die Arbeit mit Holz zu.
„Continuum" von Petra Ariane Ehinger.
„Continuum" von Petra Ariane Ehinger. | Bild: Michael Jauß
  • Petra Ariane Ehinger war schon beim Bildhauersymposium 2017 in St. Blasien zu Gast. „Vento“ lautete im vergangenen Jahr der Titel ihrer Skulptur, in diesem Jahr ist sie mit „Continuum“ dabei. „In Anlehnung an eine Möbiusschleife, das klassische Sinnbild der Unendlichkeit, symbolisiert diese Skulptur das ewige Auf und Ab des Lebens“, schreibt dazu die Künstlerin aus Vorderurbach bei Bad Waldsee. Auch sie arbeitet in Papier, Stein, Metall und Holz.
„Eine Lebensreise“ von Christel Andrea Steier.
„Eine Lebensreise“ von Christel Andrea Steier. | Bild: Michael Jauß
  • „Eine Lebensreise“ lautet der Titel der Skulptur von Christel Andrea Steier. Der Titel beziehe sich auf ein Gedicht von Konstantinos Kavavos, verrät die einheimische Künstlerin und künstlerische Leiterin des St. Blasier Bildhauersymposiums. Darin werde geraten, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, das Leben zu genießen und dann – reich an Erkenntnis – zufrieden und erfüllt am Ziel anzukommen.
„Apfelbutzen“ von Reinhard Mader.
„Apfelbutzen“ von Reinhard Mader. | Bild: Michael Jauß
  • Reinhard Mader lebt in Tittling im Landkreis Passau und hat dort in der Nähe, in Fürsteneck, sein Atelier. Dort sowie in Bayerisch Eisenstein war er schon mehrfach als Organisator und/oder Kurator eines Bildhauersymposiums tätig. Er arbeitet in Stein und Holz. In St. Blasien ist er in diesem Jahr das erste Mal dabei. „Der Apfelbutzen steht exemplarisch für achtlos Weggeworfenes. Beim genauen Betrachten wird einem oft die wahre Größe von kleinen Dingen erst bewusst. Auch kleine Dinge können unser Herz erfreuen“, sagt Reinhard Mader zu der Skulptur, die er in St. Blasien schaffen will.
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