Kaum ist der Nachhall der Chor- und Orgelkonzerte im Dom in St. Blasien verklungen, kaum hat sich der letzte imaginäre Vorhang der Domfestspiele geschlossen, kaum sind die Aufführungen von "Carmina Burana" vorüber, übernehmen die Holzbildhauer die Szene. Die Vorbereitungen für das Symposium laufen bereits auf Hochtouren.

Bunte Vielfalt

Das 23. internationale Holzbildhauer-Symposium St. Blasien findet von Sonntag, 26. August, bis einschließlich zum Sonntag, 2. September, statt. 15 Künstler aus Deutschland, Italien, der Schweiz, Polen und aus dem Iran hat die Jury ausgewählt, dazu kommt die Feuerperformance, die das Künstlerduo Pialeto wiederum vorbereiten wird. Christel Steier, die nach dem Tod von Fritz Will die Konzeption, Koordination und künstlerische Leitung übernommen hat, freut sich auf ein vielfältiges, buntes Symposium.

Holz nach den Wünschen der Künstler

„Das Holz ist zugerichtet und den Künstlern entsprechend ihrer Vorgaben zugeteilt“, berichten sie. Sehr schöne große Ahornstämme habe sie aussuchen können, auch eine kerzengerade Fichte, das Holz sei optimal, selbst der polnische Teilnehmer, der für sein Objekt einen Stamm mit einem Meter Durchmesser benötigt, bekommt seinen Wunsch erfüllt, auch wenn das Gewicht dieses Stamms derzeit noch ein Transportproblem verursacht. „Das gehört zu den kleinen Hürden, die es jedes Mal zu bewältigen gibt“, weiß Christel Steier, und es seien in jedem Jahr andere, was die Sache immer bis zum Schluss spannend mache. „Routine gibt es da nicht“, lächelt sie.

Kleine Veränderung

Zu den kleinen Problemen in diesem Jahr wird es auch gehören, dass die drei ursprünglich zum Arbeiten auf dem Domplatz vorgesehenen Künstler in Rathausnähe versetzt werden müssen, um den reibungslosen Abbau von Technik und Tribüne der Domfestspiele nicht durch flanierende Zuschauer zu behindern oder umgekehrt diese gar zu gefährden. „Ich baue aber darauf, dass die Leute nicht so ungeschickt sind, dass sie die Künstler nicht auch finden werden, wenn sie ein paar Meter versetzt arbeiten“, ist Steier überzeugt.

Hansy Vogt übernimmt Versteigerung

Die Palette der geplanten Objekte werde sicher ein breites Publikum ansprechen, denn sie reiche von humorvollen Projekten bis zu ganz ernsten; witzige Ideen seien ebenso dabei wie elegante Formen. Auch auf die Resonanz des neu als Auktionator für die abschließende Versteigerung am Sonntag gewonnenen Hansy Vogt sei sie sehr gespannt, verrät Christel Steier.

Auch der Landrat nimmt seinen traditionellen Besuch wahr

Auch auf den zugesagten Rundgang von Landrat Martin Kistler am Freitag freut sie sich schon, wie auf die weitere Zusage, dass Landrat und Bürgermeister im Rahmen des Sonntagsprogramms wieder eine eigene spontane Skulptur sägen wollen. „Das Beiprogramm finde ich in diesem Jahr ganz besonders attraktiv“, fährt sie fort. Gleich zwei Kreativangebote wird es geben. Die Kunstwerkstatt am Kolleg bietet am Samstag und Sonntag eine Kombination aus Schnitzen und Malen an. Dazu wird Peter Döring, Betreiber der Ateliergalerie „kunst.werk“, auf dem Platz der ehemaligen Apotheke von Mittwoch bis Sonntag ein Kreativprogramm anbieten, das sich nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an die erwachsenen Besucher des Holzbildhauer-Symposiums richtet.

Christel Steier wirkt selbst mit

Die Broschüre zum Symposium, die überall in ganz St. Blasien ausliegt und die jeder Interessierte mitnehmen kann, ist in diesem Jahr etwas größer im Format als im vergangenen, um jedem Künstler die Möglichkeit zu eröffnen, einen kurzen Text zu seinem Kunstprojekt abzudrucken. „Wir werden auch versuchen, in diesem Jahr den Verteiler der Broschüren etwas zu erweitern“, verrät Christel Steier.

Leichtes Lampenfieber

„Für mich selbst gibt es bei aller Vorbereitung immer den Moment, an dem sich dann doch ein leichtes Lampenfieber einstellt“, weiß Christel Steier zu berichten, zumal sie selbst auch als Künstlerin mitwirkt. Und dabei habe sie in diesem Jahr so viele eigene Ausstellungen gehabt wie lange nicht, sodass sie erst vor Kurzem damit begonnen hat, ein paar kleine Beispiele für ihre geplante Skulptur zu sägen, die den Titel „Eine Lebensreise“ tragen wird.