Gestopft und brechend voll war es, dicht an dicht saßen und standen die Fans noch Anfang Januar 2020, als Jürgen Waidele mit seiner Band auf der Bühne im Café „Verkehrt“ in Oberhof mit guter Laune gegen den Winterblues anspielte. Seither ist es in den Sälen wegen der Corona-Krise still geworden, auch bei der Hotzenwälder Kleinkunstbühne (HKKB).

Peter Maier führt das Café „Verkehrt“ in Oberhof vorerst weiter. Bild: privat
Peter Maier führt das Café „Verkehrt“ in Oberhof vorerst weiter. Bild: privat | Bild: Jürgen Scharf

Die Live-Bühne im Hotzenwald ist in einer Art Dornröschenschlaf. Den Verein gibt es noch, aber er befindet sich im Warte-Modus und hat bis jetzt keine Planungssicherheit, wie und wann es weitergeht. Die Veranstalter blicken allerdings mit verhaltener Zuversicht auf den Herbst. „Ich rechne damit, dass wir im Oktober oder November die ersten Konzerte machen können“, sagt Wirt Peter Maier, der seit 2012 das Café „Verkehrt“ betreibt, im Vorstand der Hotzenwälder Kleinkunstbühne (HKKB) ist und auch selber als Veranstalter in Erscheinung tritt. Zwar steht das Haus nach wie vor zum Verkauf, doch solange es Maier gehört, will er es als Konzertcafé weiterbetreiben.

Stolz war die Hotzenwälder Kleinkunstbühne auf die Gastspiele von Stimmen on Tour, zuletzt im Sommer 2019. Bild: Jürgen Scharf
Stolz war die Hotzenwälder Kleinkunstbühne auf die Gastspiele von Stimmen on Tour, zuletzt im Sommer 2019. Bild: Jürgen Scharf | Bild: Jürgen Scharf

„Wir können nichts planen“, bedauert Marion Dimer vom Vorstand, „auch nicht für den Sommer“. Über den Sommer gebe es auf keinen Fall Veranstaltungen, auch nicht draußen, wegen der bekannten Verkehrssituation. Man schaue auf den Herbst, „wie sich die Lage dann entwickelt“, sagt Dimer. Auch brauche die Live-Bühne „freie Fahrt“ bei der Besucherzahl. Da der Raum eh schon klein ist und nur etwa 120 Leute Platz finden, sind bei weiterhin gültigen Abstandsregeln nur 20 oder 30 Besucher „nicht rentabel“, so Dimer.

Sie bildet zusammen mit Kurt Zimmermann und Maier das Vorstandsteam, nachdem sich Tontechniker Till Erb und seine Frau Gabi Schmidt aus persönlichen Gründen momentan aus dem Vorstand zurückgezogen haben. Als Dreierteam steuert man nun das HKKB-Schiff durch die unruhigen Zeiten.

Abhängig vom Impffortschritt

Es ist also alles offen bei den Kultur-Events auf dem Hotzenwald. Für Peter Maier hängen die möglichen Öffnungen auch vom Impffortschritt bis Juli ab, um einzelne Konzerte zu „riskieren“. Konzerte im Freien kommen für ihn nicht in Frage, wegen der Wetterabhängigkeit und der lauten Straße. Das Umziehen in eine größere Halle ist für Maier, so lange er das Kulturcafé betreibt, ebenfalls keine Option.

Ersatztermine für Musiker

Wenn es wieder losgeht, dann wohl mit einer Band aus dem Hochrheingebiet. Müsse das Konzert kurzfristig abgesagt werden, wäre das dann nicht so schlimm, meint der Besitzer der Kultkneipe. Musiker, deren Auftritte 2020 ausfallen mussten, würden nun angeschrieben und bevorzugt. So wurde im März vor einem Jahr die Tour des Gitarristen King Solomon Hicks aus Harlem wegen der Pandemie ebenso abgesagt wie die Jubiläumstournee der Band Hiss, die schon zum zweiten Mal verschoben wurde, sowie das Gastspiel der Freiburger Klezmerband Chotsch. Auch die Gospelsängerin mit der gewaltigen Stimme, Grace Love, wartet noch auf einen Ersatztermin.

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Nach Worten von Maier könne man gar nicht sagen, ob die Bands überhaupt freie Termine haben. Auch wie es mit „Stimmen on Tour“ weitergeht, dem Ableger des Löracher Stimmenfestivals, der mehrmals im Café „Verkehrt“ Station machte – worauf man bei der Hotzenwälder Kleinkunstbühne immer stolz war -, ist ungewiss.

Bis es wieder mal heißt „Live im Café Verkehrt“, kann man sich mit zahlreichen Konzert-Videos von Veranstaltungen auf der Plattform Youtube trösten. Als besonderer Insidertipp findet sich auf der Webseite (www.hkkb.de) ein Link zu Kirk Fletcher live im Café „Verkehrt „vom November 2016 „als unentdeckte Perle aus dem Archiv und als Ausdruck der Hoffnung, dass wir solche Live-Konzerte bald wieder zusammen feiern können.“