Das Café Verkehrt in Oberhof hatte am Freitag die preisgekrönte kanadische Sängerin und Songwriterin Ann Vriend zu Gast auf der Bühne. Zusammen mit ihren beiden Begleitern Kaley Kinjo am Bass und Elie Mercier am Schlagzeug ergaben sie ein musikalisches Top Trio, dass dem Publikum von der ersten Minute an einheizte.

Die sympathische Kanadierin erzählte zu ihren zweiten Song „It‘s happening“, dass dieser zusammen mit einer Schulklasse aufgeführt wurde, und jemand aus dem Publikum sie ansprach, mitsamt Schulklasse ins Studio brachte und den Song aufnahm. Überhaupt unterhielt sie das Oberhofer Publikum mit kleinen Anekdoten und streute hier und da mal ein bisschen deutsches Vokabular ein, welches sie über die Jahre auf ihren Touren aufgeschnappt hatte.

Jeder Ton saß

Das Trio überzeugte mit ausdrucksstarkem Soul und Blues, die Stimme von Vriend virtuos, meisterhaft eingesetzt und jeder Ton saß. Auch am Keyboard machte die studierte Musikerin eine gute Figur. Aufgrund der Pandemie, so erzählte Vriend den Gästen, war die Tour bereit zweimal verschoben worden und sie selber habe die Zeit genutzt, um Songs zu schreiben und 60 Konzerte immer sonntags von ihrer Veranda zu spielen. „Kostenlos“, sagte sie auf deutsch.

Das Lied „Flags“ wurde von dem Bassisten Katey Kinjo gesungen und ließ ein wenig Reggaerythmus erkennen. Zusammen mit ihm sang Vriend dann auch noch den sehr gefühlvollen Song „If you were here“. Vor der Pause durfte das Publikum noch gesanglich einstimmen und der Applaus des ersten Sets klang nach deutlich mehr Leuten als eigentlich da waren. Die zweite Hälfte des Konzertes bot mit „Promises, Promises“ ein Solostück der Künstlerin, bei der die Herren die Bühne verließen und das Publikum erneut die Stimmgewalt Vriends genießen konnten.

Neben Songs von ihrem neuen Album „Everybody matters“ gab es mit dem Otis Redding Hit „Respect“ noch eine besondere Überraschung. Gesanglich stand sie der Soul Ikone Aretha Franklin, die den Hit bekannt machte, in Nichts nach. Pure Begeisterung der Gäste. Es wunderte also nicht, dass die Künstler bei der Zugabe noch einmal das Publikum zum Mitsingen des Bruce Springsteen Klassikers „Hungry Heart“ animieren konnten.

Zusammenfassend ein gelungener Abend. Nur schade, dass nicht mehr Musikbegeisterte den Weg ins nur dünn besuchte Café Verkehrt gefunden haben. Es hatte sich gelohnt.