Sie sticht nicht heimlich in der Nacht, sondern in aggressiver Weise tagsüber und kann dabei Krankheiten übertragen – die Asiatische Tigermücke ist hier nicht heimisch, wurde aber in den letzten Jahren vereinzelt in Baden-Württemberg gefunden. Um ihre Ausbreitung zu verhindern, informiert der Fachbereich Gesundheit des Landratsamtes Lörrach in einer Ausstellung (19. bis 29. März), wie man mögliche Brutstätten vermeidet, woran man die Stechmücke erkennt und an wen man einen Fund meldet. Eröffnet wird die Ausstellung im Foyer des Landratsamtes Lörrach (Palmstraße 3) am Dienstag, 19. März, um 15 Uhr von Dezernent Michael Laßmann und dem Biologen Artur Jöst. Jöst ist Leiter des Projekts „Exotische Stechmücken in Südwestdeutschland“ am Instituts für Dipterologie in Speyer.

In der Ausstellung werden neben Fotos und Informationstafeln auch typische Brutstätten der Tigermücke gezeigt. Unter einem Mikroskop können Tigermücken vergrößert betrachtet werden. Ziel der Ausstellung ist, Bürgerinnen und Bürger zum Thema Tigermücke zu informieren, zu sensibilisieren und zur Meldung verdächtiger Tiere zu animieren – denn ihre Mitarbeit ist für die Bekämpfung von großer Bedeutung. Bedingt durch den globalen Personen- und Warenverkehr und begünstigt durch den Klimawandel breitet sich die ursprünglich tropische Asiatische Tigermücke in Europa immer weiter aus – in Italien und Südfrankreich hat sie sich inzwischen in weiten Teilen etabliert.

Die Tigermücke gilt als potenzieller Überträger von Denguefieber, Zikaviren und anderen Tropenkrankheiten, die bislang in Deutschland noch nicht übertragen werden. Nur bei frühzeitiger Erkennung und noch kleinräumigem Vorkommen ist eine Bekämpfung erfolgversprechend – wie bei dem Fund einzelner Populationen in Baden-Württemberg in den letzten Jahren. Seit 2016 führt der Landkreis Lörrach in Zusammenarbeit mit dem Institut für Dipterologie (Zweig der Insektenkunde, der sich mit Zweiflüglern befasst) aus Speyer, ein Monitoring-Programm zum Vorkommen der Tigermücke im Landkreis Lörrach durch, um frühzeitig entgegenwirken zu können.

Zusammengestellt wurde die Ausstellung durch eine Kooperation des Fachbereichs Gesundheit mit dem Institut für Dipterologie. Ein Teil der Poster wurde vom „TIGER-Projekt“, einem von der EU und der Schweiz geförderten Interreg-Projekt, zur Verfügung gestellt. Interessierte Gemeinden und Städte des Landkreises sind eingeladen, die Ausstellung auszuleihen und sie in ihren Rathäusern zu zeigen.

Kontakt: Sigrid Leitner, Fachbereich Gesundheit, Telefon 07621/410 21 01.