Seit Montag dürfen die Gaststätten in Baden-Württemberg wieder öffnen. Nicht alle machen mit, einige wenige bleiben zunächst beim Modell des Mitnehm- und Lieferdienstes. So möchte Xu WenQiang, Inhaber des „New Shanghai China-Thai Restaurant“ in der Laufenburger Altstadt, zunächst abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Ein konkretes Datum, wann er wieder Gäste im Lokal bewirten wird, hat er noch nicht. Bis dahin gibt es weiterhin Essen zum Abholen.

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Die Gründe, nicht zu öffnen, sind vielfältig. Aber häufig steht der Aufwand, der im Vorfeld betrieben werden muss, in keinem Verhältnis zu den Sitzplätzen, die die Wirte mit den Corona-Einschränkungen anbieten dürfen. Zusätzlich ist die Lage am Rhein besonders schwierig, da immer noch die Schweizer Gäste fehlen, die einen Großteil des Umsatzes bringen.

Dimitios Georgas freut sich, wieder Gastgeber sein zu dürfen. Sein griechisches Restaurant „Athen“ am Alten Zoll hat neuerdings sieben Tage die Woche geöffnet.
Dimitios Georgas freut sich, wieder Gastgeber sein zu dürfen. Sein griechisches Restaurant „Athen“ am Alten Zoll hat neuerdings sieben Tage die Woche geöffnet. | Bild: Peter Koch

Das Restaurant „Athen“ am alten Zoll geht einen anderen Weg. Wirt Dimitrios Georgas arbeitet ab sofort ohne Ruhetag, außerdem bietet er den Lieferdienst, den er während der Zwangsschließung etabliert hat, weiterhin an. „Die halbe Saison ist bereits verloren, die zweite Hälfte wird einige Rechnungen bezahlen, mehr nicht“, erklärt Georgas. Dass am Ende des Jahres ein Verdienst erwirtschaftet wird, glaubt er nicht, zumal der Winter auch in normalen Jahren schwierig sei und keine Möglichkeiten biete, das Betriebsjahr nennenswert zu beeinflussen. Dennoch stimmt er mit den Vorsichtsmaßnahmen überein und ist dankbar für die Chance, die ihm nun eröffnet wurde. „Ich muss mir immer wieder vor Augen führen, dass die Saison abgehakt ist. Es geht nur darum, zu überleben“, resümiert er. Diese Erkenntnis sei schmerzhaft, aber wichtig. Er konnte einen Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen.

Auch „Brutsches Rebstock“ in der Altstadt von Laufenburg hat wieder für seine Gäste geöffnet.
Auch „Brutsches Rebstock“ in der Altstadt von Laufenburg hat wieder für seine Gäste geöffnet. | Bild: Peter Koch

„Es ist ruhig angelaufen, genauso hatten wir es erwartet“, berichtet Hermann Brutsche. Sein Hotel-Restaurant „Brutsches Rebstock“ verfügt aktuell über nur 50 Prozent der Sitzplätze. Auch Brutsche ist froh, dass der Stillstand beendet ist. Seine Gäste akzeptieren die Regeln, die aktuell mit einem Restaurantbesuch verbunden sind. „Die meisten sind vorbildlich. Natürlich gibt es auch einige wenige, bei denen wir auf Einhaltung der Regeln beharren müssen“, räumt er ein, aber das sei eben so, die Menschen seien unterschiedlich. Schwierig sei die Arbeit gerade für die Bedienungen, die mit Mundschutz arbeiten müssten und viele Laufwege hätten. Das sei sehr anstrengend und ab und zu müssten sie sich dann auch herausnehmen und kurz durchatmen.

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Im Restaurant „Alte Post“ schaut Vasili Ivanidis, Sohn des Inhabers, mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Wochen und Monate. Der Biergarten am Rhein ist herausgeputzt. Die Tische mit viel Abstand platziert, nur die Gäste fehlen noch. Am Montag, dem Eröffnungstag, waren es bloß 20 Kunden. Die einen halten sich zurück, die anderen dürfen nicht über die Grenze.Ivanidis sieht daher dem kommenden Winter mit Sorgen entgegen. „Was uns stark fehlt, dass sind die größeren Gruppen und die Feiern“, sagt er. Gerade im Biergarten sei es üblich, dass sich auch einmal Gruppen von 20 Personen treffen und entspannt feiern würden. Dies sei aktuell nicht gestattet. Einen Mitarbeiter konnte die „Alte Post“ zwischenzeitlich aus der Kurzarbeit holen. Ob sie das Angebot Essen zum Mitnehmen aufrechterhalten werden, kann Ivanidis noch nicht sagen. „Das entscheidet der Chef!“, sagt er und schmunzelt. Abhängig sei dies von der Entwicklung und dem Arbeitsaufkommen im Lokal.

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