Keine guten Nachrichten überbrachten Forstrevierleiter Manuel Nägele sowie Forstbezirksleiter Markus Rothmund dem Gemeinderat Laufenburg. Käferholz, Trockenheit und Sturm machten – wie allerorts – auch dem Laufenburger Wald zu schaffen. Doch die Förster brachten auch Zukunftsvisionen mit, wie der Wald trotz der Auswirkungen des Klimawandels zukunftsfähig und stabil werden könne.

Die Käferholzausbreitung habe 2018 begonnen, gepaart mit großer Trockenheit, so Nägele. 2019 stieg dann die Käferdichte nochmals, im Juli kam dann die große Explosion. Seit Ostern dieses Jahres gäbe es einen frischen Borkenkäferbefall. Zu den weiteren Herausforderungen in diesem Jahr käme die Corona-Krise, durch die der Holzmarkt extrem angespannt sei. 2020 habe man 2075 Festmeter aufgearbeitet und damit den Jahreseinschlag bereits erfüllt. „Bleibt zu hoffen, dass nicht wieder der große Käferholzbefall kommt“, sagt Nägele, der seit Januar 2020 das Revier Laufenburg-Murg betreut.

Die Ergebnisse: Das Forstwirtschaftsjahr 2019 brachte ein defizitäres Betriebsergebnis von rund 80.000 Euro, weil rund 70.000 Euro Erlös aus dem Holzverkauf erst im Jahr 2020 eingegangen seien. Aktuell sei man mit 35.000 Euro im Plus. „Dieses Jahr sind wir mit mehr Niederschlag gesegnet, wir hoffen dieses Jahr auf eine schwarze Null“, so Nägele. Der 28-jährige Revierförster berichtete den Räten auch von neuen Absatzmöglichkeiten. Dabei spiele der Holzlageplatz in Rhina eine gorße Rolle. Wo bisher kaum Absatz stattfand, fahren aktuell 18 Laster in der Woche von dort aus zu Sägewerken der Region sowie nach Österreich. Auch die Bahnverladung findet von hier aus statt.

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Markus Rothmund, Forstbezirksleiter und stellvertretender Leiter des Kreisforstamts machte auf ein Pilotprojekt aufmerksam. Die Landesregierung hatte beschlossen, den Landkreis Waldshut zur Modellregion zu machen, um in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg, klimaresistente Wälder entstehen zu lassen. Ziel ist die Erarbeitung und Erprobung wirksamer Strategieempfehlungen zur Bewältigung der schnell voranschreitenden Klimafolgeschäden. Diese Strategien sollen dann auch auf andere Regionen des Landes übertragen werden. Mit einem ersten Projekt sei man bereits gestartet. Rothmund gab den Räten einen „Vorgeschmack“, wie Wald zukunftsfäig gemacht werden könnte. Er sprach unter anderem von neuen Baumarten, etwa Eiche, Douglasie und Buche. „Die Fichte wird nur noch über 1000 Höhenmetern überleben können“, so Rothmund. Die fichtendominierenden Wälder würden sich um 50 Prozent reduzieren. Es sei machbar, stabile Wälder mit Zukunft, die ökologische und ökonomische Ziele vereinbaren, zu erreichen.

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„Die Lage im Wald ist sehr ernst“, so Bürgermeister Ulrich Krieger. Es bestehe Handlungsbedarf. Und deshalb wolle die Stadt Laufenburg bis zum Jahresende 4000 Bäume pflanzen. Der städtische Forst habe schon begonnen, Aktionen sollen aber auch mit Schülern stattfinden. Krieger betonte, dass der Wald nicht nur als wirtschaflicher Faktor gesehen werden solle, er habe auch einen hohen Erholungsfaktor und helfe gegen den Klimawandel. In der folgenden Diskussion des Gemeinderats wurde klar, dass auch Privatwaldbesitzer sich künftig zusammenschließen sollten, um ihre Wälder optimaler bewirtschaften zu können.