Der 59-jährige Karl Ulrich Mäntele wird zum 1. Januar 2020 mit Manuel Nägele tauschen, der derzeit vertretungsweise für das Forstrevier Rickenbach verantwortlich ist. Mäntele leitet das Forstrevier Murg-Laufenburg jetzt im 21. Jahr. „Ich wollte noch mal was Neues machen“, erklärte er gegenüber unserer Zeitung den Wechsel. In Rickenbach reize ihn vor allem waldpädagogische Arbeit. Im Rickenbacher Ortsteil Willaringen befindet sich die Maisenhardt-Hütte, die von vielen Schulen und Kindergärten aus der Region zum waldpädagogischen Unterricht aufgesucht wird.

Manuel Nägele (links) übernimmt am 1. Januar 2020 die Leitung des Forstreviers Murg-Laufenburg von Karl Ulrich Mäntele, der Revierförster in Rickenbach wird.
Manuel Nägele (links) übernimmt am 1. Januar 2020 die Leitung des Forstreviers Murg-Laufenburg von Karl Ulrich Mäntele, der Revierförster in Rickenbach wird. | Bild: Vonberg, Markus

Der neue Laufenburger Revierförster Manuel Nägele ist 28 Jahre alt, stammt aus Waldshut und wohnt in Albbruck. 2016 schloss er an der Universität Freiburg sein Studium der Waldwirtschaft und Umwelt ab. Danach war er in verschiedenen Forstbezirken des Landkreises Waldshut als Trainee tätig und hatte Reviervertretungen in Albbruck, Dogern und jetzt Rickenbach übernommen. Er freue sich auf die Herausforderung, den Laufenburger Stadtwald leiten zu dürfen, sagte Nägele den Mitgliedern des Gemeinderats.

Forstbezirksleiter Markus Rothmund sagte, dass Mäntele den Laufenburger Kommunalwald Nägele in einem guten Zustand übergebe: „Herr Mäntele hat hier ausgezeichnete Arbeit geleistet.“ In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei es ihm und seinem Team gelungen, den Allmendwald, der das Kernstück des Laufenburger Kommunalforsts darstellt, großflächig zu verjüngen. Dies bedeutet, dass der Wald in der Allmend nicht mehr aus großen gleichaltrigen Fichtenbeständen besteht, sondern dass sich durch natürliche Aussamung ein Mischwald mit standortangepassten Baumarten unterschiedlichen Alters entwickelt hat.

Bild: Steller, Jessica

„Uns stehen hier vier oder fünf Baum­arten zur Verfügung, ohne dass wir dafür Geld ausgegeben haben“, fasste Mäntele die Vorzüge eines durch Naturverjüngung entstandenen Mischwalds zusammen. Spätere Generationen von Forstwirten könnten sich dann entscheiden, welche Baumarten sie weiter wachsen lassen. Dies gilt besonders im Hinblick auf eine Veränderung des Klimas. Hier ist im staatlichen Forstamt eine Abwendung von der Fichte, der bisher im Wald dominierenden Baumart, Konsens. Insbesondere die aus Nordamerika stammende Douglasie, die mit Trockenheit, Hitze und Sturm besser umgehen könne und 30 bis 50 Prozent schneller wachse als einheimische Nadelbäume, gilt als Zukunftsbaum.

China und die Gutex als Kunden für Holz aus dem Stadtwald

Auch der Allmendwald blieb in den vergangenen zwei Jahren nicht von Trockenheit, Hitze und Borkenkäfern verschont. 2018 seien vier Käferbruten ausgeschwärmt, dieses Jahr drei, sagte Mäntele. In großen Poltern lagern im Allmendwald derzeit noch 2500 Festmeter Käferholz, das seit Juli geschlagen wurde. 1000 Festmeter wurden bereits verkauft, größtenteils nach China. Das ostasiatische Land bediene sich bei seinen Holzeinkäufen gerne bei der leistungsfähigen und zuverlässigen deutschen Forstwirtschaft, so Rothmund. Für das anfallende Schwachholz ist der Aichener Holzfaserplattenhersteller Gutex ein zuverlässiger Abnehmer.

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Die Holzpreise sind aufgrund des großen Angebots zuletzt grundsätzlich gesunken. Laut Rothmund fiel beispielsweise der Preis für B-Qualität von über 90 Euro pro Festmeter auf derzeit etwa 70 Euro. Die Stadt wie auch die Forstverwaltung gehen davon aus, dass der Stadtwald in den nächsten Jahren keinen Gewinn abwerfen wird. „Mittelfristig wird die schwarze Null das Ziel sein“, sagte Bürgermeister Ulrich Krieger. Keine große Rolle beim Abtransport Holzes spielt der Bahnverladeplatz in Rhina. Dieser sei zu klein, weil er nur für vier Waggons, mit denen etwa 100 Festmeter transportiert werden könnten, Platz biete, erklärte Mäntele. Hoffnungen setzen die Forstleute auf eine Reaktivierung der Sauschwänzlebahn für Holztransporte. Dort seien Ganzzüge mit 30 bis 40 Waggons möglich.