Der Geschichtsverein Hochrhein veranstaltet am Donnerstag, 28. Oktober, ab 18 Uhr einen Workshop mit dem Titel „Die Möglichkeiten der IT für die eigene Geschichts- und Ahnenforschung nutzen – Ein Überblick zu Quellen und Tools“. Angesprochen wird hier hier bewusst die jüngere Generation. IT-affine Kinder und Jugendliche sind ebenfalls herzlich willkommen. Mit diesem Projekt wollen die Mitglieder der Überalterung des Vereins entgegenwirken und auf einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer Arbeit „wie moderne Medien bei der Recherche von historischen Objekten helfen können“, aufmerksam machen.

Hier ist das Symbol eines Balkenkreuzes zu sehen. Auch ein Merkmal für das Alter des Tisches.
Hier ist das Symbol eines Balkenkreuzes zu sehen. Auch ein Merkmal für das Alter des Tisches. | Bild: Friedrich Mensing

Gegründet wurde der Verein im März 1974 in Klettgau-Grießen und hat sich seitdem konstant entwickelt. Neben einem allgemeinen Interesse an der Geschichte des Hochrheins, befassen sich die Mitglieder unter anderem mit der intensiven Erforschung der Geschichte von Kunst oder Kultur, auch mit Hilfe des Internets. Themen wie Denkmalschutz, Natur-, Landschafts- oder Umweltschutz fließen in die ehrenamtliche Arbeit ein. Vorgegeben werden die Themen nicht. Jedem Mitglied steht es frei, sich mit den Bereichen zu befassen, die interessieren.

Spurensuche: Ein Gast hat sich mit der Jahreszahl seines Besuches „1854“ im Tisch verewigt.
Spurensuche: Ein Gast hat sich mit der Jahreszahl seines Besuches „1854“ im Tisch verewigt. | Bild: Friedrich Mensing

Ein Beispiel hierfür ist die Arbeit von Friedrich Mensing. Viele Jahre arbeitete der heute 84-Jährige an einem Ortsfamilienbuch für Kadelburg. Während seiner Recherchen für den Namen „Schupp“ führte ihn sein Weg in die Pension Krauß in Kadelburg, dessen Inhaber Nachkommen der Familie Schupp sind. Hier „stolperte“ Friedrich Mensing über einen Tisch, der sich seit vielen Jahren im Besitz der Familie Schupp/Krauß befindet. Einkerbungen von Namen, Daten und Zeichen machten ihn neugierig und er begann zu recherchieren.

Über 400 Jahre alt ist das Möbel, soviel steht bereits heute fest. Prominente Gäste wie Max Schmeling oder der Politiker Kurt Georg Kiesinger saßen bereits an diesem Tisch, während seiner Zeit im ehemaligen Bahnhofshotel in Waldshut. Das wusste das Ehepaar Krauß zu berichten. Um 1700 und 1800 muss der Tisch in verschiedenen Burschenschaften gestanden haben, verraten weitere Einkerbungen.

Die vielen Schnitzereien in der Tischplatte erinnern ein wenig an ein Wimmelbuch. Je länger man davorsitzt, umso mehr gerät man ins Staunen und Entdecken. Welche Geschichten sich noch um den Tisch ranken, soll eines der nächsten Projekte werden. „Hier ist auch die EDV gefragt, die Kommunikation mit der Welt“ erklärt Friedrich Mensing einen Teil der kommenden Aufgaben. Wer saß noch alles an dem Tisch und wo stand er überall? Wie genau das Internet da helfen kann, will er beispielsweise während des Workshops aufzeigen. Wer an dem Abend verhindert ist, kann gerne zu einem der monatlich stattfindenden Treffen des Vereins kommen. Die Termine sind auf der Homepage (www.geschichtsvereinhochrhein.de) zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren