Was Gaby Semtner in diesen Tagen im Museum Rheinheim zeigt, bietet jede Menge Raum für Deutungen und Entdeckungen. „Ich bitte grundsätzlich darum, die Fantasie zum Ausstellungsbesuch mitzubringen“, schmunzelt die gelernte Bildhauerin, die mit der aktuellen Ausstellung das Museum in Küssaberg besucht. „Ich finde auch die Idee, ein Museum in ein Kellergewölbe zu bauen ideal. Ich habe in meinem Leben schon einige Gewölbe gesehen, aber dieses hier ist genial und ich freue mich, dass ich hier ausstellen darf.“

Beide Räume des Museums waren voll belegt, so groß war das Interesse an der Ausstellung der Künstlerin.
Beide Räume des Museums waren voll belegt, so groß war das Interesse an der Ausstellung der Künstlerin. | Bild: Stefan Kurczynski

Aus dem Badischen nach Bayern und Paris

Semtner, ein „badisches Kind“, ist geboren in Müllheim (Baden) und aufgewachsen in Heitersheim, St. Blasien und in Waldshut, wo sie auch ihr Abitur machte. Zu einer Berufsausbildung zog es sie nach Bayern, und ließ sich zur Holzbildhauerin ausbilden. Aber dabei beließ sie es nicht.

In Hessen studierte sie Kunstpädagogik und Philosophie. Parallel dazu und nach dem Studium folgten künstlerische Weiterbildungen, unter anderem die des Metallgusses. Dies alles führte sie zu diversen Künstlern nach Frankreich, der Schweiz und in Deutschland, aber auch zu Studien- und Arbeitsaufenthalten in Istanbul, Paris und Toronto. Ausgestellt hat sie bereits in Deutschland, den Niederlanden und in der Schweiz. Ihre Werke findet man in privaten Sammlungen in Kanada, der Schweiz und Deutschland.

Das könnte Sie auch interessieren

Seit drei Jahren lebt sie in Jestetten. In der Ausstellung in Küssaberg befinden sich auch einige Exponate aus ihrer Anfangszeit als Holzbildhauerin, aber auch andere aus verschiedenen Materialien. Die meisten ihrer ausgestellten Arbeiten sind aus neuerer Zeit.

Die Freude am Experimentieren

Es sind Skulpturen, die frei nach dem Vorstellungsvermögen modelliert wurden – „Mixed-Media-Drahtplastiken“, denen ein Experimentieren und ein offener Gestaltungsprozess zugrunde liegt.

Eine Holzskulptur aus ihren Anfangszeiten als Holzbildhauerin ist ebenfalls im Museum zu sehen.
Eine Holzskulptur aus ihren Anfangszeiten als Holzbildhauerin ist ebenfalls im Museum zu sehen. | Bild: Stefan Kurczynski

„Viele Menschen erblicken, wenn sie die Wolken am Himmel anschauen, mit ein wenig Fantasie Figuren und Formen und so müssen sie sich das in etwa auch bei mir vorstellen. Ich habe ein wenig Material in der Hand, drücke es, forme es und irgendwann erkenne ich etwas darin und bringe dies dann in eine Form.“

Auch ihre Tuschezeichnungen sind von Leichtigkeit geprägt und erfahren eine Erweiterung in den dreidimensionalen Raum. Der Betrachter soll seine eigene Lebenswelt in das Gesehene einbringen können.

Tuschezeichnungen der Künstlerin Gabi Semtner.
Tuschezeichnungen der Künstlerin Gabi Semtner. | Bild: Stefan Kurczynski

Die Ausstellung geht noch bis zum 29. September und kann dann jeweils sonntags von 14.30 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos.