Der Einkaufstourismus zwischen Deutschland und der Schweiz liegt bis auf Weiteres auf Eis. Denn Baden-Württemberg hat die Quarantäne-Bestimmungen für Einreisende aus dem Nachbarland verschärft. „Das ist ein erneuter schwerer Schlag für den Handel“, sagt Elisabeth Vogt, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Pro Bad Säckingen. Nach dem Lockdown für nicht-systemrelevante Geschäfte Mitte Dezember hätten wenigstens Drogerien oder Lebensmittelgeschäfte noch vom Weihnachtsgeschäft etwas profitiert.

Regel trifft vor allem Lebensmittel-Händler

Heftige Auswirkungen werde die neue Verordnung jedoch besonders für die Lebensmittler haben – „gerade aufgrund der vielen Vorbestellungen“, vermutet die Vorsitzende. „Denn viele Kunden ordern doch vor Weihnachten Fisch und Fleisch“, gibt Elisabeth Vogt zu bedenken. Meist würden diese Waren an 23. Dezember oder noch an Heiligabend ganz frisch in den Märkten abgeholt.

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„Die Märkte haben die Ware bestellt“, so Elisabeth Vogt. Nun werden sie wohl auf allem, was von Schweizer Kunden geordert wurde, sitzen bleiben, bedauert die Vorsitzende von Pro Bad Säckingen. Vom neuerlichen Grenz-Lockdown sei der Lebensmittelhandel auch zwischen den Jahren betroffen, schätzt sie. Denn gerade zu Silvester würden sich viele auch etwas besonders auf dem Tisch gönnen.

Deutsche wichen zum Einkaufen in die Schweiz aus

Einkaufstourismus gab es in den vergangenen Tagen übrigens auch in die andere Richtung: Nach den Schließung nicht-relevanter Geschäften sind deutsche Kunden zur Besorgung von Weihnachtsgeschenken in die Schweiz ausgewichen. Das ist nun ebenfalls vorbei. Denn bei der Rückreise müsste diese ebenfalls in Quarantäne.

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Bis Ende letzter Woche konnte im Bad Säckinger Müller-Markt noch Spielzeug gekauft werden – ein Umstand, der jedoch bei Einzelhändlern mit Spielwaren oder Bastelbedarf vielfach für Unmut sorgte. Nun hat Müller auf Drängen der Stadt Bad Säckingen reagiert und das obere Geschoss geschlossen. Im Erdgeschoss gibt es im wesentlich nur Drogerieartikel und Parfümerie-Produkte.

Das sagen die Schweizer Kunden

Auch der in Wettingen lebende Francisco Varela hatte am gestrigen Dienstagnachmittag bereits von der bevorstehenden Verschärfung gehört, doch er bleibt ganz gelassen. „Seit Beginn der Pandemie komme ich viel seltener nach Deutschland zum Einkaufen“, erklärt der 58-Jährige beim Verladen seines Einkaufs auf dem Kaufland-Parkplatz in Waldshut. Für ihn bedeute dies also keine allzu große Umstellung. Ärgerlich sei jedoch, dass er nun gewisse Produkte nicht mehr bekomme. „Gerade Produkte aus Spanien, die mich an meine Heimat erinnern, sind in der Schweiz sehr teuer und die Auswahl ist hier viel kleiner.“ Die Priorität sei jedoch „den Menschen zu schützen“, deshalb nehme er auch „die ständige Grenzöffnung und -schließung in Kauf“.

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