Es ist Corona-Krise und dann werden auch keine Fundkatzen mehr vermittelt? Weit gefehlt. Denn die Ehrenamtlichen des Tierschutzvereins Bad Säckingen haben auch aktuell in ihrem Katzenhaus in Wehr-Öflingen alle Hände voll zu tun. Was sich in ihrer Arbeit durch den Virus geändert hat, ob Katzen ihre Herrchen oder Frauchen mit Corona anstecken können und, welche Tiere zudem versorgt werden, schildert Claudia Wößner.

Können Katzen Corona ausscheiden?

In vielen Tierschutz-Foren im Internet, wo Katzen vermittelt werden, liest man: „Diese Katze scheidet Corona aus.“ Doch was bedeutet das? Claudia Wößner, im Tierschutzverein Bad Säckingen für die Vermittlung der Fundkatzen zuständig, gibt Entwarnung. Dabei handelt es sich um das Feline Coronavirus, welches nur Katzen befällt. Es kommt laut Wößner zwar vom gleichen Virenstamm wie das den Menschen betreffende neue Coronavirus Sars-CoV-2, ist aber nicht der gleiche Erreger. 80 Prozent aller Freigänger-Katzen kämen damit in Berührung, so Wößner. „Die Tiere bekommen dann Durchfall und scheiden damit das Virus wieder aus, es ist nicht gefährlich“, so die Tierschützerin. Doch: Das Virus könne mutieren und dann die unheilbare feline infektiöse Peritonitis (FIP) hervorrufen. Das komme aber nur bei einem kleinen Anteil der Katzen vor.

Und können Katzen sich mit Sars-CoV-2 anstecken?

„Inzwischen ist erwiesen, dass Katzen sich mit unserem Covid-19 anstecken können, aber uns nicht anstecken können“, so Claudia Wößner vom Bad Säckinger Tierschutzverein.

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Wie hat sich die Vermittlung der Tiere wegen Corona verändert?

Während der Krise könnte man vermuten, dass sich immer mehr Menschen Haustiere anschaffen möchten, da sie Langeweile haben. Oder, dass viele ihre Haustiere sogar abgeben, da sie Angst vor einer Ansteckung durch sie mit dem Virus haben. Beides könne der Tierschutzverein Bad Säckingen nicht bestätigten. Da aktuell die Zeit der Kitten, also der Babykatzen, ist, habe Claudia Wößner nun auch weider mehr Anfragen nach kleinen Katzen.

Doch die Saison, in der die Menschen junge Katzen ins Katzenhaus brachten, ging dieses Jahr viel später los. Erst vor zwei Wochen zogen die ersten Kitten ins Katzenhaus ein. Normalerweise beginnt die Kitten-Saision im April. „Dann werden die ersten Kitten aus Schöpfen, Kellern oder Scheunen gezogen“, so Wößner. Ob die Verzörgerung jedoch mit Corona zu tun hat, könne Wößner nicht sagen. Hilfsbedürftige Fundkatzen jedenfalls gebe es aktuell noch genauso viele wie sonst auch. Denn: „Straßenkatzen kennen keinen Virus.“

Kleine Katzen toben auch gerne im Katzenhaus in Wehr. Das Bild entstand im vergangenen Sommer.
Kleine Katzen toben auch gerne im Katzenhaus in Wehr. Das Bild entstand im vergangenen Sommer. | Bild: Verena Wehrle

Wie hat sich die Organisation verändert?

Grundsätzlich hat das Katzenhaus in Öflingen keine Öffnungszeiten. Wer aktuell eine Katze bringen oder aufnehmen will, muss zuerst einen Termin abmachen. Für die Vermittlung von Katzen fragt Wößner nun erst einmal alle Wünsche genau ab, um dann eine geeignete Katze zu vermitteln. „Normalerweise kommt die ganze Familie dann zum Besuch der Katzen, dies haben wir nun auf zwei Personen beschränkt“, so Wößner. Auch die Ehrenamtlichen arbeiten im Katzenhaus maximal zu zweit.

Aktionen wie Kuchenverkäufe können nicht stattfinden. Das sorge für finanzielle Einbußen. Aktuell leben 24 Katzen im Katzenhaus in Wehr und weitere sieben in der Tierarztpraxis der ersten Vorsitzenden Irina Schulze in Bad Säckingen zur Quarantäne. Zwölf Personen sind als Ehrenamtliche tätig, der harte Kern, der sich um die Katzen kümmert, besteht allerdings nur aus allerdings nur aus vier Ehrenamtlichen. „Wir leisten ein enormes Engagement, das nimmt viel unserer Freizeit ein“, so Wößner, die selbst mehrmals in der Woche zum Katzenhaus fährt: „Die Katzenkinder trudeln nun in Massen wieder bei uns ein, weil viele ihre Katzen nicht kastrieren. Die bundesweite Kastrationspflicht für freilaufende Katzen müsste endlich kommen.“

Welche Tiere werden zudem versorgt?

Neben den Katzenkindern, die nun in Massen wieder eintrudeln würden, kümmert sich der Tierschutzverein auch noch um viele andere Tiere. Gerade jetzt im Frühjahr ist auch die Zeit der Igel und jungen Vögel. Wößner etwa rettet und versorgt auch verletzte Igel.

Auch um kleine Ästlinge, also noch nicht flügge gewordene Jungvögel, die von den Eltern versorgt werden, kümmert sie sich. „Diese sitzen oft auf der Straße und schreien laut, weil sie noch nicht fliegen können“, erzählt Wößner. Passanten meinen dann, die Tiere seien verletzt und melden sie dem Verein oder sammeln sie auf und nehmen sie mit nach Hause. Aber: „Den meisten geht es gut und es wäre besser, wenn man sie in einen geschützten Busch setzt, die Mama findet sie dann schon“, so Wößner.

Im Katzenhaus in Öflingen wohnen Fundkatzen, der Tierschutzverein Bad Säckingen vermittelt diese weiter.
Im Katzenhaus in Öflingen wohnen Fundkatzen, der Tierschutzverein Bad Säckingen vermittelt diese weiter. | Bild: Verena Wehrle
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