Nach sechsmonatigem Warten durften Gastronomen im Zuge gesunkener Corona-Inzidenzzahlen ihre Türen wieder öffnen. In Waldshut-Tiengen und in Bad Säckingen machten davon aber eher wenige Lokale Gebrauch und von einem Ansturm auf sie konnte keine Rede sein.

„To go“ geht immer: In Tiengen hatten am frühen Nachmittag kaum Lokale auf, Beate und Bruno Kalinasch reicht aber das Eis und der Kaffee vom Pinocchio völlig zur Stärkung für die Rückfahrt per Fahrrad nach Bonndorf.
„To go“ geht immer: In Tiengen hatten am frühen Nachmittag kaum Lokale auf, Beate und Bruno Kalinasch reicht aber das Eis und der Kaffee vom Pinocchio völlig zur Stärkung für die Rückfahrt per Fahrrad nach Bonndorf. | Bild: Ursula Freudig

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

Aber die Gäste, die gekommen waren, genossen sichtlich die wieder gewonnene Freiheit, sich endlich wieder einmal auswärts kulinarisch verwöhnen zu lassen.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl und etwas ganz Besonderes für mich, dass ich jetzt wieder vor meinem Stammlokal sitzen kann“, sagte zum Beispiel Uwe Emig, Gast bei „Oscar‘s“.

Großer Genießer: Uwe Emig aus Waldshut saß drei Stunden und 6 Minuten vor dem „Oscar‘s“ in Waldshut, er genoss es in vollen Zügen, endlich wieder in seinem Stammlokal Orangensaft und Kaffee trinken zu können.
Großer Genießer: Uwe Emig aus Waldshut saß drei Stunden und 6 Minuten vor dem „Oscar‘s“ in Waldshut, er genoss es in vollen Zügen, endlich wieder in seinem Stammlokal Orangensaft und Kaffee trinken zu können. | Bild: Ursula Freudig

Grund für das verhaltene Interesse dürfte neben dem nicht optimalen Wetter, der geforderte Nachweis eines negativen Corona-Tests sein für alle, die nicht nachweislich genesen oder vollständig geimpft waren. Tests waren auch am Pfingstmontag dank des DRK Waldshut auf dem Chilbiplatz möglich.

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Hier konnte wahrlich von einem Ansturm gesprochen werden, getestet wurde aber nach Befragungen zu schließen, weniger für die hiesige Gastronomie, als für den Ausflug oder Urlaub.

Mit Blick auf den Rhein: Waldshut-Tiengens Bürgermeister Joachim Baumert und seine Ehefrau Sabine Baumert haben sich für Pfingstmontag einen Tisch im Waldshuter Restaurant Rhein-Perle reservieren lassen.
Mit Blick auf den Rhein: Waldshut-Tiengens Bürgermeister Joachim Baumert und seine Ehefrau Sabine Baumert haben sich für Pfingstmontag einen Tisch im Waldshuter Restaurant Rhein-Perle reservieren lassen. | Bild: Ursula Freudig

Dass relativ wenige Lokale in Waldshut-Tiengen geöffnet hatten, lag auch daran, dass etliche am Montag generell Ruhetag haben, die Vorlaufzeit für eine Öffnung für viele zu kurz war oder mit Blick auf das unsichere Wetter und die Auflagen, eine Öffnung als nicht lohnend angesehen wurde. Viele Lokale werden aber bereits morgen oder die nächsten Tage öffnen.

Bad Säckingen

Auf dem Weg vom Hotzenwald in die Säckinger Innenstadt fällt auf, dass viele Menschen die Wanderwege nutzen und sich am Pfingstmontag in die Wälder begeben. Die Innenstadt und ihre Wirte können an diesem Tage aber noch nicht profitieren.

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Und dass, obwohl es der erste kneipenoffene Tag seit Monaten ist. Viele Gastronomen hatten dies vermutlich geahnt und öffneten gar nicht erst. Die wenigen Gaststätten, die Gäste empfingen, hatten nicht mehr als einen Probelauf mit einer Handvoll Kunden.

Nur wenige hatten in Bad Säckingen die Lust, sich für einen Kaffee oder ein Bier frisch testen zu lassen. Die Kurgäste Manuela Kläs, Monika Bähner und Petra Nophut (von links) nutzten die erste Gelegenheit für ein wenig Normalität aber gern und genossen den Feiertag in Säckingen.
Nur wenige hatten in Bad Säckingen die Lust, sich für einen Kaffee oder ein Bier frisch testen zu lassen. Die Kurgäste Manuela Kläs, Monika Bähner und Petra Nophut (von links) nutzten die erste Gelegenheit für ein wenig Normalität aber gern und genossen den Feiertag in Säckingen. | Bild: Peter Koch

Offensichtlich war die Testpflicht für nicht vollgeimpfte und genesene Personen eine große Hürde, zumal nach zwei Feiertagen, an denen die meisten Teststationen geschlossen hatten.

Wenig los: Am Münsterplatz in Bad Säckingen hatte keiner der Wirte geöffnet. Die Handvoll Gaststätten, die in der Stadt geöffnet waren, profitierten nicht.
Wenig los: Am Münsterplatz in Bad Säckingen hatte keiner der Wirte geöffnet. Die Handvoll Gaststätten, die in der Stadt geöffnet waren, profitierten nicht. | Bild: Peter Koch

Stavros Kyriakis, Wirt vom Symposium am Säckinger Münsterplatz, nutzten den heutigen Tag für Vorbereitungen. „In unserem Geschäft in Lörrach hatten wir heute 15 Kunden über den ganzen Tag“, erzählt er. Dass die Zeiten schnell besser werden, glaubt er nicht. „Vor dem 10. Juni rechne ich nicht mit einer bedeutenden Zahl von Kunden.“ Zumindest für den Pfingstmontag hatte er wohl den richtigen Riecher.