Seit Beginn der Corona-Pandemie besteht ein Mangel an der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Desinfektionsmitteln. Die Beschaffungen von Bund und Land können den Bedarf bisher nicht decken, wie das Landratsamt Waldshut mitteilt. Landrat Martin Kistler hat deshalb den Führungsstab des Landkreises (dazu gehören THW, Feuerwehren, DRK Ortsverbände, DLRG und Bergwacht) damit beauftragt, persönliche Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zu beschaffen.
Der Führungsstab hat im weltweiten Handel das Material besorgt und ein Logistikzentrum aufgebaut. Dafür musste der Landkreis in eine finanzielle Vorleistung im Millionenbereich gehen. „Ich danke den Fraktionsvorsitzenden und dem Kreistag, dass sie diesen Entscheid und den Einsatz der finanziellen Mitteln mitgetragen haben“, sagt Landrat Kistler.

Nachfrage ist groß

Seit Beginn der Aktion am 31.März seien rund 300 Bestellungen von 150 verschiedenen Bestellern im Landkreis eingegangen. Da die Nachfrage nach wie vor größer ist als das zur Verfügung stehende Material, werde nach einer Priorisierung ausgeliefert, wie das Landratsamt mitteilt.

Einrichtungen, die direkt mit Covid-19-Patienten im Kontakt stehen oder besonders gefährdete Personengruppen betreuen, werden zuerst beliefert. Dies sind die Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und Rehaeinrichtungen. Geliefert wird das Schutzmaterial aber auch an Ärzte und Zahnärzte.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) zusammen mit Landrat Martin Kistler, Führungsstableiter Tobias Roming, Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger und Verwaltungsstabsleiterin Caren-Denise Sigg.
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) zusammen mit Landrat Martin Kistler, Führungsstableiter Tobias Roming, Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger und Verwaltungsstabsleiterin Caren-Denise Sigg. | Bild: Ella Sigg/Landratsamt Waldshut

Der Landkreis ist hier in eine Versorgungslücke eingesprungen. Denn die weltweit starke Nachfrage an Schutzmaterial hat zu einer enormen Preissteigerung geführt. Dadurch dass die Bestellung durch den Führungsstab gebündelt wurde, war es möglich, überhaupt an Material zu kommen und diese zu einigermaßen annehmbaren Preisen zu beschaffen. Die Bezahlung des Materials liegt bei den Einrichtungen, die Kosten müssen also weitergegeben werden. Die gute Nachricht: Bei Kliniken und Pflegeeinrichtungen wird der erhöhte Materialbedarf für Covid-19-Patienten gesetzlich finanziert.

Im Kreislogistikzentrum machten sich Landrat Kistler und Verwaltungsstabsleiterin Caren-Denise Sigg ein Bild vor Ort. Beide dankten dem Führungsstab für den erfolgreichen Einsatz und die effiziente Auslieferung.

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