Es ist ein regelrechtes Chrom-Gewitter am Mittwoch vor dem Hotel Rößle in Todtmoos. Austin-Healey 100/6, Chevrolet Corvette C1, Jaguar XK 140 und viele weitere glitzern in der Sonne um die Wette. Bei diesen Klassikern der 1960er Jahre ist der Chromschmuck noch opulent am ganzen Wagen verteilt. Drumherum die stolzen Besitzer, die sich über das große Interesse an ihren automobilen Zeitkapseln erfreuen. Denn die rollenden Stars locken spontan jede Menge selbst nicht-autoaffine Zuschauer auf den Rössle-Parkplatz im Todtmooser Ortsteil Strick.

Blick auf den Rössle-Parkplatz im Todtmooser Ortsteil Strick.
Blick auf den Rössle-Parkplatz im Todtmooser Ortsteil Strick. | Bild: Uwe Stohrer

Wann sonst finden sich schließlich derart viele Klassiker an einer einzigen Stelle zum genüsslichen Betrachten ein. Ursache des Spektakels ist die siebte Auflage der „Rothaus Schwarzwald Classic“-Oldtimerrallye. Sie begann bereits am Montag in Grafenhausen-Rothaus bei der bekannten Staatsbrauerei und führt die mehr als 30 Teilnehmer am Mittwoch zur Mittagpause nach Todtmoos. Das Motto der Rallye lautet „Pures Hochschwarzwald-Feeling“ – und dieser Name ist Programm. Denn Wiesental, Wehratal, Schluchsee und Titisee sind nur einige der Highlights, die auf den Rallye-Tross warten.

Die meisten Teilnehmer de Fahrt kamen aus Deutschland und der Schweiz. Im Bild ein Austin Healey.
Die meisten Teilnehmer de Fahrt kamen aus Deutschland und der Schweiz. Im Bild ein Austin Healey. | Bild: Uwe Stohrer

Vor allem exotische Oldtimer, die nicht jeder kennt, sind während des Todtmoos-Aufenthalts rasch umlagert. Einen italienischen Ferrari 308 GTS etwa oder einen schwedischen Volvo P1800 gibt es sonst höchst selten einmal zu sehen. Beim beliebten VW Käfer ist hingegen öfter der Satz von Umstehenden zu hören „So einen hatten wir auch mal...“ Die Todtmooser Bürgermeisterin Janette Fuchs mischte sich ebenfalls unter die Zuschauer und erklärte einen roten VW Käfer zu ihrem persönlichen Favoriten.

Ein Schweizer Triumph Dolomite vor einem Schwarzwaldhaus.
Ein Schweizer Triumph Dolomite vor einem Schwarzwaldhaus. | Bild: Uwe Stohrer

Dazu gibt es gleich mehrere Mercedes-Roadster vom 190 bis zum 500 SL unterschiedlicher Baureihen. Deren Crews fahren angesichts tropischer Temperaturen die meiste Zeit mit geöffnetem Verdeck. Auch der ebenfalls schwäbische Hersteller Porsche ist bei der Rallye prominent vertreten: Mehrere Exemplare seines legendären „911“ als Coupe, Targa oder Cabrio und des Vorgängers „356“ sind zu bestaunen.

Dieser ausgediente Polizei-Porsche 924 darf jetzt auf der Landstraße statt auf der Autobahn fahren.
Dieser ausgediente Polizei-Porsche 924 darf jetzt auf der Landstraße statt auf der Autobahn fahren. | Bild: Uwe Stohrer

Die Route führt an diesem Tag noch das Wehratal entlang bis Wehr und durch das obere Wiesental zurück in die Hochlagen des Südschwarzwalds. Am Vortag standen bei der Oldietour Highlights entlang von Titisee und Schluchsee, aber auch malerische Sträßchen zwischen Furtwangen und Vöhrenbach auf dem Programm.

Ferrari gibt es auch in Zitronengelb.
Ferrari gibt es auch in Zitronengelb. | Bild: Uwe Stohrer

Bei der Abfahrt am frühen Nachmittag in Todtmoos sorgen die Porsche-Sechszylinder zusammen mit den V8 mehrerer Corvette und dem Ferrari-Achtzylinder noch für ein akustisches Donnergrollen – quasi der passende Abschluss zum vorherigen Chromgewitter.