Sternsinger in Waldshut und Tiengen

Die Sternsinger gehen in der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena nicht von Haus zu Haus, werden aber in kleiner Anzahl vielfach in den Dreikönigsgottesdiensten zu sehen sein. Auch auf den Segen muss dank Segensaufklebern niemand verzichten und verschiedene Wege zu spenden, werden angeboten.

Blick in die „Sternsingertüte“, die nach dem Dreikönigsgottesdienst in der Waldshuter Liebfrauenkirche mitgenommen werden kann.
Blick in die „Sternsingertüte“, die nach dem Dreikönigsgottesdienst in der Waldshuter Liebfrauenkirche mitgenommen werden kann. | Bild: Ursula Freudig

In der Waldshuter Liebfrauen-Pfarrgemeinde ist die Ministrantin Anna Lena Schneider für die Sternsingeraktion zuständig. Normalerweise sind dort rund 65 Sternsinger, aufgeteilt auf Gruppen, drei Tage lang unterwegs. Dieses Jahr werden vier Sternsinger, stellvertretend für alle, den Dreikönigsgottesdienst in der Liebfrauenkirche mitgestalten.

Die Sternsinger sind wegen Corona nur in den Kirchen anzutreffen (von links): Anna Lena Schneider (Organisatorin in Waldshut) mit den Sternsingern Johannes Fleig, Larissa Müller und Marina Maier, die zusammen mit Claudius Berger (nicht auf dem Bild) den Dreikönigsgottesdienst in der Liebfrauenkirche Waldshut mitgestalten werden.
Die Sternsinger sind wegen Corona nur in den Kirchen anzutreffen (von links): Anna Lena Schneider (Organisatorin in Waldshut) mit den Sternsingern Johannes Fleig, Larissa Müller und Marina Maier, die zusammen mit Claudius Berger (nicht auf dem Bild) den Dreikönigsgottesdienst in der Liebfrauenkirche Waldshut mitgestalten werden. | Bild: Ursula Freudig

Im Gottesdienst wird Pater Bernhard Segensaufkleber und Kreidestücke segnen. In einer Tüte kann beides, zusammen mit Info-Flyern und einem Überweisungsvordruck nach dem Gottesdienst und auch noch später, mitgenommen werden. „Zuhause kann dann jeder selbst mit der Kreide den Segen an seine Türe schreiben oder das Segenszeichen aufkleben“, erklärt Anna Lena Schneider das Vorgehen.

Die Sternsingeraktion 2021

In Tiengen haben Sebastian Hug und Constantin Bertrams die Sternsingeraktion organisiert. Nach der Dreikönigsfeier in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt können Päckchen mitgenommen werden, die, zusätzlich zu dem bereits Genannten, gesegnetes Salz enthalten.

„Allen Menschen ist – gerade auch in dieser schwierigen Zeit – Gottes guter Segen zugesagt“, sagt Gemeindereferentin Regina Bausch-Isele.
„Allen Menschen ist – gerade auch in dieser schwierigen Zeit – Gottes guter Segen zugesagt“, sagt Gemeindereferentin Regina Bausch-Isele. | Bild: Ursula Freudig

Bei Gemeindereferentin Regina Bausch-Isele liefen die Fäden für die einzelnen Sternsingeraktionen in den Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit zusammen. „Allen Menschen ist – gerade auch in dieser schwierigen Zeit – Gottes guter Segen zugesagt“, sagt sie. Die Organisatoren der Sternsingeraktionen in den einzelnen Pfarrgemeinden hoffen, dass wieder viel Geld für notleidende Kinder gespendet wird.

Allein in Waldshut sammelten die Sternsinger in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 11.500 und 13.000 Euro. Für die Dreikönigsgottesdienste besteht keine Anmeldepflicht, aber die Zahl der Sitzplätze ist begrenzt. In Waldshut und Tiengen beginnen sie um 10 Uhr. Der Waldshuter wird per Livestream auf der Internetseite der Seelsorgeeinheit und YouTube übertragen. Dort wird in Kürze auch ein Video mit Tiengener Sternsingern zu sehen sein.

Sternsinger in Bad Säckingen und der Region

Letztlich war es eher Plan C, der bei der Sternsingeraktion ausgeführt wird. „Die Kinder sind schon enttäuscht, dass sie in diesem Jahr nicht los dürfen“, erklärt Ulrike Roming, Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit Bad Säckingen–Murg. Obwohl schnell klar war, dass auch die Sternsinger aufgrund von Corona nicht wie gewohnt in ihrer jeweiligen Gemeinde von Haus zu Haus gehen werden, sollten sie als Plan B zumindest los und kleine Tütchen, bestückt mit einem Überweisungsträger und einem Aufkleber mit dem diesjährigen Segen, in die Briefkästen verteilen.

„Von Handdesinfektion bis zu den Masken für die Kinder, hatten wir bereits alles besorgt“, berichtet Roming weiter. „Doch dann kam der zweite Lockdown und der Hinweis des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘ aus Aachen, dass die Kinder in diesem Jahr nicht in die Häuser gehen sollen, weshalb wir dann auf Plan C zurückgreifen mussten“, so Roming.

Sternsinger in der Region

Plan C ist, dass die Bevölkerung ab sofort bis Anfang Februar die Möglichkeit erhält, die Tüten mit den Überweisungsträgern und dem Aufkleber mit dem Segen der Sternsinger, in den jeweiligen Kirchen in Bad Säckingen sowie Murg und den jeweiligen Ortsteilen abgeholt werden können. Auch in den Pfarrämtern liegen die Tüten aus. In Rippolingen werden die Tüten über das Mitteilungsblatt an die Haushalte verteilt und Obersäckingen erhält sie über den Fridolinsboten.

Gemeindereferentin Ulrike Roming.
Gemeindereferentin Ulrike Roming. | Bild: Gabriele Rasenberger

Als Alternative bietet die Seelsorgeeinheit Bad Säckingen–Murg neben den Spenden per Überweisungsträger auch die Möglichkeit an, über das Internet zu spenden. Unter www.sternsinger.de/spendendose können die Haushalte selbst einen Betrag festlegen, den sie spenden möchten. In diesem Jahr soll das Geld an die Kinder von Arbeitsmigranten aus der Ukraine gehen. Diese Kinder sehen ihre Eltern oft monatelang nicht, weil diese in der Ukraine selbst keine Arbeit finden und deshalb ins Ausland gehen.

„Ich fürchte leider, dass aufgrund der Umstände weniger Spenden zusammenkommen, als die Jahre zuvor“, sagt die Gemeindereferentin. Nicht nur das: „Es wird schwierig sein, gerade die älteren Kinder bis zum nächsten Jahr bei der Stange zu halten und sie wieder zum Mitmachen zu animieren“, sagt sie. Gerade Kinder ab 14 Jahren hätten oftmals andere Dinge im Kopf. Ein Problem, dass nicht nur die Kirchengemeinden kennen. Vor einigen Jahren war es noch so, dass die Kinder nach ihrer Erstkommunion als Könige losziehen durften. „Heute dürfen bereits die Kinder ab der zweiten Klasse teilnehmen“, so Roming. Ist die Mutter als Aufsicht dabei, dürfen auch jüngere Geschwisterkinder mit.