Erstmals im Landkreis Waldshut bietet ein Verein Corona-Impfungen an. Ärzte des Mobilen Impfteams Freiburg werden am Mittwoch, 28. Juli, in Laufenburg von 14 bis 18 Uhr im Waldstadion den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreichen. Organisiert hat den Impftermin der Laufenburger Fußballverein SV 08. Aber nicht nur dessen Mitglieder können sich impfen lassen, sondern alle noch nicht gegen das Coronavirus geschützte Personen über zwölf Jahren aus Laufenburg und anderen Orten. Für die Teilnahme an der Impfung ist eine Anmeldung nötig.

Wer den Gegner ins Spiel kommen lässt, geht oft genug als Verlierer vom Platz. Das weiß als Fußballer natürlich auch SV 08-Vorsitzender Johann Scheible. Deshalb versteht er nicht, dass erst 60 Prozent der Menschen in Deutschland einmal und noch keine 50 Prozent vollständig gegen Corona geimpft sind. An Mangel an Impfstoff jedenfalls kann es nicht liegen, denn Deutschland verfügt über mehr als genug Serum.

Lockdown hätte gravierende Folgen für den Verein

Die Impfträgheit macht Schäuble große Sorgen: „Wenn das nicht besser wird, laufen wir im Herbst in den nächsten Lockdown rein.“ Das träfe dann wie alle Bereiche des öffentlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens auch den Sport und hätte für einen Verein wie den SV Laufenburg gravierende Folgen. Wenn das so ist, weshalb sollte dann eigentlich nicht auch ein Verein im Kampf gegen die Pandemie mitmischen, fragten sich am Sonntag Scheible und einige Vereinsfreunde.

Am Montag griff der Vorsitzende des SV 08 zum Telefon und rief Olaf Boettcher an, Hausarzt in Laufenburg und als Pandemie-Beauftragter im Landkreis für die Impfungen zuständig. „Er hat mich gefragt, ob er nicht auch als Verein eine Impfaktion auf die Beine stellen könnte“, berichtet Boettcher. „Und da habe ich natürlich Ja gesagt!“.

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Schon am Mittwoch verschickte Scheible per Mail Einladungen zur Impfung im Waldstadion. Sie gingen an jene der 500 Mitglieder des SV 08 und der 200 Mitglieder des JFV Region Laufenburg, deren Mailadressen ihm bekannt waren sowie an Vertreter anderer Laufenburger Vereine. Die Impfaktion soll keine vereinsinterne Angelegenheit sein. Ganz wichtig ist es Scheible, die Jüngeren anzusprechen. „Gerade unter den 18- bis 35-Jährigen sind viele noch kein einziges Mal geimpft.“ Auch Zwölf- bis 16-Jährige können zum Impfen ins Waldstadion kommen, müssen aber in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten sein.

Der Verein hat die komplette Organisation übernommen – von der Terminabsprache bis zum Stellen der Räumlichkeiten. „Wir impfen in unseren Funktionsräumen, die sind hell und können gut gelüftet werden“, so Scheible. Ein halbes Dutzend 08er und weitere Helfer des Laufenburger Roten Kreuzes werden den drei Mitgliedern des Mobilen Impfteams zur Seite stehen.

Verimpft wird das mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer. Boettcher: „Herr Scheible hat diesen Impfstoff gewünscht und deshalb auch bekommen. Das macht Sinn, denn wir wollen ja viele junge Leute impfen.“ Wie viele Dosen angeliefert werden, steht noch nicht fest. Das hängt von der Zahl der Voranmeldungen ab.