Die Corona-Krise verunsichert die Menschen in einem hohen Maß. Diese Unsicherheit stellt auch das Dorfhelferinnenwerk Sölden fest, sowohl bei Familien wie auch bei den zuständigen Behörden, mit denen das Werk zusammenarbeitet. „Viele fragen sich, ob wir in der derzeitigen speziellen Situation weiterhin in den Familien arbeiten, das kann ich mit einen klaren Ja beantworten“, sagt Raphaela Gunkel. In ihren Händen liegt die Einsatzplanung für den Hochrhein.

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In den Landkreisen Waldshut und Lörrach unterstützen mehr als 50 weibliche Fachkräfte bei Bedarf Familien, wenn aus verschiedensten Gründen das haushaltsführende Familienmitglied ganz oder teilweise ausfällt. Einsätze können einige Tage oder, wenn nötig, auch Monate dauern. Die Fachkräfte haben alle entsprechende Ausbildungen. Sie sind zum Beispiel Hauswirtschafterinnen, Familienpflegerinnen oder Dorfhelferinnen, die speziell auch für den Bereich Landwirtschaft geschult sind.

Alle aktuellen Sicherheitsvorkehrungen und Hygienevorschriften werden nach Aussage von Raphaela Gunkel bei der Arbeit in den Familien eingehalten. Die Mitarbeiterinnen sind mit einem Nasen- und Mundschutz ausgestattet. Soweit als möglich wird auch die Abstandsregel eingehalten. Bei der Betreuung von Babys und Kleinkindern sei dies allerdings nicht möglich.

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Vor jedem Einsatz wird geklärt, ob in der betreffenden Familie oder in deren Umfeld ein am Coronavirus Erkrankter ist oder ein Verdacht dafür besteht. Die zum Einsatz kommenden Fachkräfte nehmen ihrerseits nach den Worten der Einsatzleiterin die Kontaktsperre in ihrem privaten Bereich überaus ernst, um gesund zu bleiben.

Raphaela Gunkel vom Dorfhelferinnenwerk Sölden koordiniert die Einsätze der Dorfhelferinnen am Hochrhein und ist zusätzlich Einsatzleiterin der Familienpflege Lörrach/Inzlingen/Klettgau.
Raphaela Gunkel vom Dorfhelferinnenwerk Sölden koordiniert die Einsätze der Dorfhelferinnen am Hochrhein und ist zusätzlich Einsatzleiterin der Familienpflege Lörrach/Inzlingen/Klettgau. | Bild: Privat

Frauen, die derzeit auf die Vermittlung des Dorfhelferinnenwerks in Familien sind, übernehmen in Corona-Zeiten über den normalen Einsatzalltag hinaus weitere Tätigkeiten. „Sie sind derzeit auch Kreativ- und Beschäftigungskünstlerinnen, sie nähen mit den Kindern Gesichtsmasken und sind für Kinder, die nicht in der Schule sind, auch noch als Lehrerinnen gefragt“, erklärt Raphaela Gunkel. Alle Fachkräfte haben eine Arbeitsbescheinigung, die es ihnen erlaubt, draußen mit den Kindern der betreffenden Familie unterwegs zu sein.

Das sagen Dorfhelferinnen über ihre Arbeit

Ann-Marie Horstmann, Dorfhelferin aus Tiengen, berichtet aus ihrer Arbeit: „Momentan betreue ich eine Familie mit einem kleinen Kind, die Mutter war zu einer Operation im Krankenhaus und braucht dringend Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags mit einem Kleinkind, unter anderem auch deshalb, weil die Kita geschlossen hat.“
Ann-Marie Horstmann, Dorfhelferin aus Tiengen, berichtet aus ihrer Arbeit: „Momentan betreue ich eine Familie mit einem kleinen Kind, die Mutter war zu einer Operation im Krankenhaus und braucht dringend Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags mit einem Kleinkind, unter anderem auch deshalb, weil die Kita geschlossen hat.“ | Bild: Privat
Heike Maichel, Dorfhelferin und Einsatzleiterin für Bad Säckingen, Rickenbach und Wehr, sagt: „Es ist unser täglich Brot als Dorfhelferin, Familien in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Was gerade von vielen praktiziert wird –zusammenhalten, sich gegenseitig helfen – gehört für uns zu unserem Berufsalltag.“
Heike Maichel, Dorfhelferin und Einsatzleiterin für Bad Säckingen, Rickenbach und Wehr, sagt: „Es ist unser täglich Brot als Dorfhelferin, Familien in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Was gerade von vielen praktiziert wird –zusammenhalten, sich gegenseitig helfen – gehört für uns zu unserem Berufsalltag.“ | Bild: Privat
Nadeschda Eirich, Familienpflegerin im oberen Wutachtal, sagt: „Ich mache eine berufsbegleitende Ausbildung zur Fa-milienpflegerin beim Dorfhelferinnenwerk Sölden und übe meinen Beruf mit Freude aus. Ich bin froh, dass wir auch in dieser besonderen Zeit für diejenigen, die unsere Hilfe brauchen, da sein dürfen.“
Nadeschda Eirich, Familienpflegerin im oberen Wutachtal, sagt: „Ich mache eine berufsbegleitende Ausbildung zur Fa-milienpflegerin beim Dorfhelferinnenwerk Sölden und übe meinen Beruf mit Freude aus. Ich bin froh, dass wir auch in dieser besonderen Zeit für diejenigen, die unsere Hilfe brauchen, da sein dürfen.“ | Bild: Privat

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