Noch rattern die oft alten Dieselloks mit nicht minder jüngeren Waggons über die Gleise entlang des Hochrheins. Sehr zum Verdruss der Bahnreisenden, die die Züge zwischen Basel und Schaffhausen nutzen. Immer wieder gab es Hoffnungsschimmer, dass die Strecke elektrifiziert wird und die Dieselloks endgültig ausrangiert werden können.

Jetzt hat auch die Landesregierung das Signal auf grün gestellt und den Ausbau der Strecke in die höchste Priorisierungsstufe gestellt.

Priorität im Elektrifizierungskonzept

Wie die beiden CDU-Abgeordneten Felix Schreiner und Sabine Hartmann-Müller in einer Pressemitteilung erklären, habe die Landesregierung die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke in die Kategorie 1 des in Kürze vorliegenden Elektrifizierungskonzepts für das Land aufgenommen.

Bild: SK

Das heiße konkret, dass die Hochrheinstrecke damit zu landesweit sechs Elektrifizierungsprojekten gehöre, die bis spätestens 2025 realisiert sein sollen. Eine Vorstellung, die auch der Waldshuter Landrat Martin Kistler ausdrücklich begrüßt.

„Mit Vorlage des Elektrifizierungskonzepts des Landes herrscht nun Klarheit: Der Ausbau der Hochrheinbahn bekommt höchste Priorität. Es freut uns, dass unsere politische Arbeit erfolgreich war“, erklärten die Abgeordneten. Auf Initiative Schreiners war die Elektrifizierung im März 2016 in den grün-schwarzen Koalitionsvertrag aufgenommen worden.

Vorrangiges Ziel müsse es nun sein, dass die Planungsarbeit vorankomme, so Sabine Hartmann-Müller. „Darüber werde ich mir regelmäßig berichten lassen“, so die Abgeordnete, die dem Verkehrsausschuss des Landtags angehört.

Landrat Martin Kistler: "Eine positive Nachricht"

Für Landrat Martin Kistler ist das "natürlich eine positive Nachricht, die sich an das anschließt, was wir mit dem Land in der Umsetzungserklärung vereinbart haben". Kistler: "Der Zug rollt und darf jetzt nicht mehr angehalten werden." Aktuell lief das Entwurfs- und Genehmigungsverfahren. Martin Kistler rechnet, wie auch die Landesregierung, weiterhin mit einer Realisierung bis zum Jahr 2025.

Die Geschichte der Elektrifizierung

Während im benachbarten Landkreis Lörrach auf der Bahnstrecke zwischen Basel und Zell – betrieben von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) – längst Elektroloks surren und die Menschen pünklich von A nach B bringen, lässt die Elektrifizierung der Hochrheinbahn zwischen Basel und Singen weiter auf sich warten. Ein Blick zurück.

  • Die Strecke: Wenn über die Elektrifizierung der Hochrheinbahn gesprochen wird, geht es um die 75 Kilometer lange Strecke zwischen dem Badischen Bahnhof Basel und Erzingen. Die Strecke Erzingen-Schaffhausen ist seit 2013 elektrifiziert.
  • Die Idee: Nach dem zweigleisigen Ausbau der Hochrheinbahn zwischen Basel und Schaffhausen sollte alsbald auch die Elektrifizierung der Strecke folgen. Doch was sich als eigentlich einfaches Vorhaben darstellte, entpuppte sich bei näherer Betrachtung als komplexes, weil auch grenzüberschreitendes, Projekt oder besser gesagt Politikum. Kaum stand das Signal auf Grün, sprang es kurze Zeit später wieder auf Rot. Vor sieben Jahren hatte die Landesregierung eine Verwirklichung der Maßnahme bis 2016 in den Raum gestellt. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2018.
  • Die Partner: Neben dem Landkreisen Waldshut und Lörrach sitzen auch die Schweizer Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen mit am Verhandlungstisch und natürlich auch das Land Baden-Württemberg. Sowie als Geldgeber auch die Regierungen in Berlin und Bern.
  • Das Geld: Kurz gesagt, es geht um viel Geld. Im Jahr 2012 waren die Kosten mit etwa 160 Millionen Euro kalkuliert worden, dabei dürfte es bis Baubeginn ganz sicher nicht bleiben. Unter anderem müssen zwei Tunnel, neben dem unter dem Rappenstein bei Laufenburg auch unter dem Aarberg bei Waldshut, tiefergelegt werden.
  • Die bisherigen Vereinbarungen: Am 6. September 2017 unterzeichneten Landrat Martin Kistler sowie Vertreter von Land und Bahn in Laufenburg eine Vereinbarung über die Finanzierung der weiteren Planungen der Maßnahme. Kostenpunkt: Schätzungsweise zehn Millionen Euro. Die eine Hälfte bezahlt die EU, die andere Hälfte trägt zu 40 Prozent das Land, den Rest teilen sich die beiden Landkreise Waldshut und Lörrach sowie der Kanton Basel-Stadt. Damals nannte Kistler das Jahr 2025 als realistische Zielgröße für die Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke.
  • Die Stuttgarter Pläne: Die Landesregierung hat ein Elektrifizierungskonzept für das Schienennetz in Baden-Württemberg vorgelegt. Die Hochrheinbahn habe darin die höchste Priorität erhalten. Dies teilten die beiden CDU-Abgeordneten Felix Schreiner und Sabine Hartmann-Müller mit. Nach den Plänen der Landesregierung sollen die Elektroloks ab dem Jahr 2025 rollen.

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