Die Gemeinde Görwihl wird sich als Fairtrade-Gemeinde bewerben. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat am Montag. Die Idee dazu hatte Bürgermeister Carsten Quednow. „Der Gedanke lebt davon, wenn die Gemeinde mitmacht“, sagte er.

Von der Idee zur Auszeichnung

Willi Moosmann, Fairtrade-Gründer im Landkreis Waldshut, stellte klar: „Der Bürgermeister hatte die Idee, aber die Idee ist zu wenig. Es braucht die ganze Gemeinde. Die Menschen müssen mitziehen.“ Um als Fairtrade-Gemeinde ausgezeichnet zu werden, muss die Gemeinde Görwihl mehrere Kriterien erfüllen, unter anderem den Gemeinderatsbeschluss, der besagt, dass die Gemeinde Görwihl an der Kampagne Fairtrade teilnimmt und eine Auszeichnung anstrebt.

„Die Menschen müssen mitziehen“: Fairtrade-Mann der ersten Stunde Willi Moosmann mit einem Päckchen fair gehandeltem Kaffee.
„Die Menschen müssen mitziehen“: Fairtrade-Mann der ersten Stunde Willi Moosmann mit einem Päckchen fair gehandeltem Kaffee. | Bild: Peter Schütz

Was muss eine Gemeinde tun, um Fairtrade-Gemeinde zu werden?

Bei den Sitzungen des Gemeinderats und der Ausschüsse sowie in der Sozialküche des Rathauses sollen Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres fair gehandeltes Produkt angeboten werden. Erforderlich ist zudem eine Steuerungsgruppe. Sie soll die Bemühungen für eine Auszeichnung als Fairtrade-Gemeinde koordinieren. Ihr gehören nebst Bürgermeister Carsten Quednow Rathausmitarbeiterin Sabrina Kohlbrenner, Eva Dorn (Schulen), Patrizia Siegwart-Spielmann (Kindergarten), Ignazia Bär und Heike Mutter (Gewerbekreis), Gemeinderat Roland Mutter und Karl-Heinz May (Vereine) an. Weitere Benennungen sind möglich, damit die Steuerungsgruppe breit aufgestellt wird.

Weitere Kriterien sind: Im Einzelhandel – dazu werden auch Floristen und Cafés gezählt – werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Basierend auf der Einwohnerzahl der Gemeinde ist eine festgelegte Anzahl an Partner-Unternehmen erforderlich, welche diese Kriterien erfüllen. Bei den rund 4500 Einwohnern der Gemeinde Görwihl entspricht dies zwei Geschäften und einem Gastronomiebetrieb. Auch die Schulen, Vereine und Glaubensgemeinschaften sollen mit eingebunden werden.

Was kostet es die Gemeinde?

Die Prüfung der eingereichten Unterlagen dauert in der Regel acht bis zehn Wochen, bevor im Rahmen einer Auszeichnungsfeier die Urkunde schließlich übergeben wird. Die Zertifizierung ist danach zwei Jahre gültig, bevor eine Re-Zertifizierung erfolgen kann. Die Arbeit der Steuerungsgruppe soll in den nächsten Monaten und Jahren den fairen Handel in der Gemeinde Görwihl nachhaltig voran zu bringen, so Willi Moosmann. Die Auszeichnung als Fairtrade-Gemeinde ist kostenfrei.

Die Mehrkosten durch die Verwendung von Produkten aus Fairem Handel sind laut Gemeindeverwaltung überschaubar. Dies können sich aus Sensibilisierungsveranstaltungen zum fairen Handel und der Verbrauch der Produkte bei Veranstaltungen und Sitzungen ergeben. Gesamthaft geht die Verwaltung von jährlichen Kosten von 2000 bis 2500 Euro pro Jahr aus.

Bürgermeister Quednow: „Der Gedanke lebt davon, wenn die Gemeinde mitmacht.“ Die Teilnahme an der Fairtrade-Gemeinde-Kampagne und die Auszeichnung als Fairtrade Gemeinde sei zu begrüßen, hielt Quednow fest. Sie sei sowohl für die Innen- als auch für die Außenwirkung der Gemeinde von großer Bedeutung.

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