Frau Karle, das Dogermer Kom(m)ödle wird 20 – was hat sich der Verein zum runden Geburtstag einfallen lassen?

Wir spielen unser neues Stück „Das Wirtshaus im Hotzenwald“ erstmals nicht im Hof des „Hirschen“, sondern auf dem Vorplatz der restaurierten „Oberen Mühle“ am Ortsausgang Richtung Birkingen. Die Eigentümer, die Familie Dold, haben uns dies freundlicherweise erlaubt. Wir wollten zum Jubiläum was Besonderes machen und die restaurierte Mühle passt als Kulisse sehr gut zu unserem Stück „Das Wirtshaus im Hotzenwald“, das um 1750 spielt.

Damit sind sicher große Herausforderungen verbunden, oder?

Ja, alles ist anders. Die Infrastruktur im „Hirschen“ war vorhanden. Jetzt haben wir uns selber um alles kümmern müssen. Wir brauchen eine Tribüne für die Zuschauer und für die Bewirtung müssen wir eine Verkaufshütte aufstellen. Sie öffnet 45 Minuten vor Spielbeginn und bietet Getränke und einen kleinen Imbiss an. Wir mussten regeln wo geparkt wird, mit dem Rathaus und dem Landratsamt die benötigten Verkehrsmaßnahmen regeln und Genehmigungen einholen. Alles hat reibungslos und zügig funktioniert. Aber es ist schon ein Riesenaufwand, so was auf die Beine zu stellen, aber alle im Team haben Aufgaben übernommen und viele helfen mit.

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Wer ist alles mit im Boot?

Die Dogerner Vereine, der Narrenverein, die Pfadfinder, die Bad Wolves und das Damechörle. Weiterhin die evangelische Kirchengemeinde, die Gemeinde mit Bürgermeister Fabian Prause, der unserem Vorhaben von der ersten Minute an positiv gegenüber stand, und etliche andere. Den verständnisvollen Nachbarn der Mühle gilt unser Dank. Ohne sie würde es nicht gehen. Es ist schön zu sehen, dass wir von so vielen Seiten Unterstützung erfahren.

Was ist, wenn es regnet?

Wir können nicht wie früher im „Hirschen“ in einen Raum ausweichen. Dafür ist die Zuschauertribüne überdacht, wir werden also so weit als möglich, bei jedem Wetter spielen. Falls erforderlich und das Wetter es zulässt, werden noch weitere Stühle hinzugestellt, die aber nicht überdacht sein werden. Allgemein kann man sagen, dass wir im Jubiläumsjahr etwas weg von der Biergartenatmosphäre kommen.

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Wo gibt es Karten?

Erstmals haben wir einen Vorverkauf mit Platzreservierung. Tickets sind beim Südkurier-Service-Center, der Tourist-Info Waldshut, der Buchhandlung Kögel in Tiengen, bei allen Reservix-Verkaufsstellen und online unter www.reservix.de für 15 Euro und 10 Euro für Schüler erhältlich. Mit Ausnahme vom 22. Juli, spielen wir jeden Abend vom 17. Juli bis zum 27. Juli. Einlass ist ab 18.45 Uhr, Spielbeginn immer um 19.30 Uhr. Bislang hatten wir jedes Jahr rund 1500  Besucher, wir hoffen, dass wir das wieder erreichen.

Können Sie uns noch etwas mehr über das Stück sagen?

Wir haben das „Wirtshaus im Spessart„ von Kurt Egreder auf lokale Verhältnisse umgeschrieben, deshalb heißt unser Stück „Das Wirtshaus im Hotzenwald“. Görwihl kommt zum Beispiel vor und auch Bernau bei Leibstadt. Es ist eine Räuberkomödie mit allem was dazu gehört. Lagerfeuer, Waffen und natürlich wie immer, zur Zeit passenden Kostüme. Diese werden von drei Näherinnen passgenau geschneidert. Es wird auf jeden Fall sehr unterhaltsam werden. 19 Vereins- und Gastschauspieler werden insgesamt auf der Bühne stehen.

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Welche Rolle spielen Sie und was gibt Ihnen das Theater spielen?

Ich spiele eine kleine Rolle – Bärbel, die Nichte der Wirtin. Es macht mir Freude, mich in andere Rollen hineinzuversetzen. Wenn man am Ende Hand in Hand da steht und den Beifall hört, ist das ein tolles Gemeinschaftserlebnis und Freude pur. Je nach Rolle, kann einem Theaterspielen auch richtig unter die Haut gehen. Ich hatte dieses Jahr die Möglichkeit, beim Freien Hochrheinschauspiel bei „Tannöd“ mitzuspielen. Diese dramatische Figur ist mir besonders nahe gegangen. Für mich gehört Theaterspielen mittlerweile zu meinem Lebensrhythmus dazu.

Seit 17 Jahren spielen sie beim „Dogermer Kom(m)ödle, fällt Ihnen aus dem Stegreif ein besonderes Erlebnis ein?

Vor ein paar Jahren hatte ich bei der Generalprobe Geburtstag und ich war enttäuscht, dass scheinbar niemand daran gedacht hatte. Aber als wir dann zu spielen begannen, gratulierte mir jeder innerhalb seiner Rolle auf der Bühne. Jeder hatte sich was überlegt. Das war für mich total überraschend. Unser Verein ist schon eine tolle, kleine Theaterfamilie, in der man sich zugehörig fühlt und in der man sich aufeinander verlassen kann.

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Welche Ziele liegen Ihnen als Vorsitzende am Herzen?

Ich würde gern bei Interesse Vereinsmitgliedern Fortbildungskurse ermöglichen. Und ich werde mich um Fördermitglieder bemühen, da die Kosten für ein Theaterprojekt hoch sind und Nachwuchs zu gewinnen, ist für uns sehr wichtig.