Zwischen Bad Säckingen und der Gemeinde Murg liegt auf Schweizer Seite mit 200 Hektar das größte zusammenhängende Wirtschaftsgebiet des Kantons Aargau, das Sissler Feld. Weltkonzerne im Life Science Bereich sind bereits erfolgreich ansässig, aber 80 Hektar der Wirtschaftsfläche sind noch frei und sollen als starker High-Tech-Standort zwischen Basel und Zürich weiter ausgebaut werden. Was ist Stand der Entwicklung? Wo sind die Knackpunkte? Was ist die Vision? Um diese Fragen ging es jetzt auch bei einer Informationsveranstaltung.

Wie sieht der Stand der Entwicklung aus?

„Wir sind jetzt an einem wirklich spannenden Punkt. Endlich bewegt sich etwas“, blickt der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub auf den Einstieg des Kantons Aargau in 2019 zurück. Daniel Kolb, Leiter Raumentwicklung im Departement Kanton Aargau, sagt dazu: „Beginn 2020 startete die Testplanung „Zielbild 2040+.“

Diese Ideen seien in den kantonalen Richtplan eingeflossen. Dieser ist mit dem deutschen Flächennutzungsplan vergleichbar. Der Richtplan werde aktuell überarbeitet und sei Grundlage für die Baupläne der Gemeinden (bis 2025).

Wie sind Besitzverhältnisse im Sissler Feld?

Die Eigentumsverhältnisse sind ein Knackpunkt. Es gilt, 40 Grundeigentümer und 120 Parzellen unter einen Hut zu bringen. „Wir haben mit allen gesprochen“, so Gesamtprojektleiter Richard Zickermann und betont die Bereitschaft, mit allen zusammenzuarbeiten. Ziel ist, den Unternehmen fix und fertig erschlossene Flächen anbieten zu können. Modulartige Baufelder, die je nach Bedarf zusammengefasst werden können, wäre laut Daniel Kolb eine Möglichkeit.

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Der Kanton Aargau erwarb im Sinne einer Wirtschaftsförderung Anfang 2022 für 20 Millionen Schweizer Franken eine Fläche von sechs Hektar. Kolb und geht davon aus, dass der gesamte Prozess damit extrem beschleunigt werden könne. „Es muss nicht alles auf einen Schlag umgesetzt werden“, so Kolb. Ein erfolgreiches Projekt ziehe dann ein anderes noch.

Bild: Schönlein, Ute

Welche Unternehmen sind bereits im Sissler Feld ansässig?

Mit Novartis, Syngenta, Lonza und DSM sind seit Jahren sogenannte Global Player aus dem Life-Science-Bereich im Sissler Feld ansässig. Der Bereich Pharma und Chemie soll weiter ausgebaut werden, aber auch Unternehmen aus anderen Branchen, qualifizierte Dienstleister und Betriebe der digital vernetzten Industrie sollen Platz finden.

Wie wird der Verkehr geregelt?

„Was wir wirklich brauchen ist eine Südspange“, sagt Katrin Schöneberger, Sektionsleiterin Verkehrsplanung im Kanton Aargau. Sie legt den Schwerpunkt zunächst auf eine Basiserschließung für den öffentlichen Nachverkehr und Velo, der bis 2028/20 realisiert werden könnte.

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Die Südspange verbindet dann die Kantonalstraße östlich der DSM mit dem Gewerbegebiet Münchwilen und Stein. Eine dritte Rheinbrücke auf Höhe der Golfwelt Bad Säckingen sieht Schöneberger nicht vor 2040. Wichtiger erscheint ihr hingegen eine Verbindung für Fußgänger, Radfahrer und Bus zwischen Kraftwerk und Holzbrücke.

Welchen Stellenwert hat der Naturschutz?

„Wir wollen die Natur auf unserer Seite haben“, erklärt Daniel Kolb und betont: „Wir wollen vorbildliche Lösungen.“ Laut Richard Zickermann sei das Interesse der Umweltverbände bisher relativ gering gewesen. Deren Standpunkt solle aber aktiv eingeholt werden.