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  • Was bringt der Landkreis ein? Der Landkreis Waldshut wird laut Kistler die bereits zugesagten 12,7 Millionen Euro für den Aufbau des Campus' zur Verfügung stellen. Daneben erhält die Stadt das Grundstück, auf dem das ehemalige Krankenhaus steht, in Erbbaupacht. Eine Einigung über eine Rückübertragung des 50.000 Quadratmeter großen Grundstückes an die Stadt sei nicht gefunden worden, hieß es. Die endgültigen Konditionen des Erbbaupachtvertrages müssen noch verhandelt werden. Guhl sagte, er gehe von einer „symbolischen Erbbaupacht aus mit einer Laufzeit auf 99 Jahre“. Landrat Kistler widersprach dem nicht. Weiter sagte Kistler der Stadt die Unterstützung des Landkreises zu bei den weiteren Verhandlungen etwa mit der Kassenärztlichen Vereinigung zur Realisierung der Notfallpraxis sowie bei den Förderanträgen für das geriatrische Zentrum.
  • Alleingesellschafter der neuen Campus GmbH ist die Stadt Bad Säckingen. Der Landkreis wird sich über die vereinbarten Verpflichtungen hinaus finanziell oder haftungsmäßig nicht beteiligen. Guhl sagte, es sei sein Ziel gewesen, die weitere Entwicklung des Campus' alleine steuern zu können. Es sei besser, wenn einer alleine den Hut aufhabe. Der Gemeinderat sei ihm darin gefolgt. Auch die Spitäler Hochrhein GmbH wird im Campus keine Anteile haben. Gleichwohl werde es zwischen Campus und der Spitäler GmbH Kooperationen geben, sagten Kistler und Guhl. In diesem Zusammenhang standen wohl bereits verschiedene Wettbewerbs- und Ausschlussklauseln für den Campus in Rede. Guhl betonte, die Campus GmbH werde dem Ausschluss einer konkurrierenden Akutklinik in Bad Säckingen zustimmen aber keine weiteren einschränkenden Zugeständnisse machen. Die neue GmbH müsse schließlich wettbewerbsfähig bleiben.
  • Interessenten: Wer im Campus künftig ansässig sein wird, soll Rehaklinik-Geschäftsführer und Campus-Manager Peter Mast in den nächsten Wochen klären. Er werde laut Guhl mit den Interessenten verhandeln. Im Herbst sollte dann das Raumprogramm fürs Campusgebäude stehen. Dann werde sich auch klären, ob es auf Neubau oder Sanierung hinauslaufe. Diese Entscheidung werde die Campus GmbH treffen.
  • Wirtschaftlichkeit: Die bislang vorliegenden Zahlen bestätigten laut Kistler die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Campus-Projektes. Perspektivisch gehe er von schwarzen Zahlen aus. Als Landrat und als Leiter der Aufsichtsbehörde könne er dieses Projekt in Bad Säckingen ansonsten nicht gutheißen, so Kistler. Bei einem Neubau gehen derzeitige Berechnungen von 35 Millionen Euro aus, bei einer Sanierung des Spitals von knapp 32 Millionen.
  • Erste Bauphase: Zunächst soll das Fachärztezentrum und die Notfallversorgung realisiert werden. Im zweiten Schritt gehe es ums Zentrum für Altersmedizin. Landrat wie auch Bürgermeister erhoffen sich mit dem ersten Schritt eine Sogwirkung. Gerade für das geriatrische Zentrum sei eine „dynamische Weiterentwicklung“ wichtig, betonte Guhl. Denn er hat die stationär-geriatrischen Akutbetten im Campus noch nicht abgeschrieben. Es sei nach wie vor sein Ziel, dies zu erreichen. Zunächst aber müssten die Bereich Altenpflege und Altenrehabilitation eingerichtet und ausgebaut werden.
  • Die Rehaklinik ist hier fester Bestandteil des Campuskonzeptes. Denn der Kern des Konzeptes ist die sektorenübergreifende Versorgung, also medizinisch, rehabilitativ und pflegerisch. Die Rehaklinik müsse laut Guhl noch in diesem Jahr mit den Kassen den Versorgungsvertrag für geriatrische Reha abschließen. Dann gehe es ums Personal.
  • Konkreter Fall: Gerade im Bereich der geriatrischen Reha und Kurzzeitpflege klemmt es in der Region gewaltig. Die Bad Säckinger Standesbeamtin Ursula Schöneich schilderte in der Bürgerfragestunde im Gemeinderat einen Fall aus der eigenen Familie. Nach einem Sturz sei ihre Mutter akut im Krankenhaus behandelt worden. Nach der Entlassung sei eine Reha nötig gewesen. Eine normale Rehaklinik nehme jedoch keine geriatrischen Fälle und ein geriatrischer Reha-Platz sei nicht zu bekommen gewesen. Auch die angefragten ambulanten Dienste für eine Pflege daheim hätten keine Kapazitäten mehr frei gehabt. Bürgermeister Guhl nannte dies „einen typischen Fall“. Es gebe hier am Hochrhein keine Angebote für Altersrehabilitation. Auch Landrat Kistler sprach beim gestrigen Pressegespräch von einem großen Mangel, den man nun mit dem Campus beheben könne.