Ein großer Vorteil ist zunächst die Tatsache, dass Landrat Martin Kistler und Bürgermeister Alexander Guhl zusammen mit ihren Gremien einen Beschluss noch vor der Sommerpause hinbekommen haben. Das öffnet nun endlich den Weg für die weitere Entwicklung, bei der es in den vergangenen Wochen etwas geharzt hat.

Die Entscheidung von Kreis und Stadt könnte man – auf einen Nenner gebracht – so ausdrücken: Der Landkreis zahlt die versprochen Millionen, stellt das Grundstück zur Verfügung, ist aber sonst aus allem raus. Das bedeutet einerseits: Für den Landkreis ist sein Engagement überschaubar und kein Abenteuer, die Stadt kriegt den versprochenen Einsatz, aber darüber hinaus keinen Cent mehr.

Andererseits bedeutet dieses Arrangement für die Stadt aber auch: Als Alleingesellschafter bestimmt sie von nun an den weiteren Gang der Dinge. Sowohl Bürgermeister als auch Gemeinderat versprechen sich davon eine zügigere Entwicklung des Gesundheitscampus', ohne jeden Schritt mit Landrat, Kreistag und dem Geschäftsführer der Spitäler Hochrhein mühsam abstimmen zu müssen.

Bürgermeister Guhl und der Bad Säckinger Gemeinderat haben mit der alleinigen Trägerschaft des Campus' eine Entscheidung getroffen, die Mut erforderte. Denn sie mussten damit sicheren Boden verlassen. Das Campus-Projekt ist nicht ohne Risiko. Aber es birgt – je nachdem wie die Verhandlungen mit künftigen Mietern, Ärzten und Krankenkassen verlaufen – jedoch die große Chance, eine Lücke zumindest teilweise wieder zu schließen. Dass der Landkreis dazu einen finanziellen Teil beiträgt und sich auch bei den Verhandlungen über die Höhe der Erbbaupacht hoffentlich zurückhält, ist und wäre nicht mehr als recht, denn er hat die Lücke schließlich gerissen.