Die Gemeinde Albbruck unterhält sechs Kindergärten und eine Kindertagesstätte. Hinzu kommen der Waldorfkindergarten in Schachen und der katholische Kindergarten in Birndorf. Für die Kleinkindbetreuung bietet das Kinderhaus „Feuerkäfer“ in Kiesenbach eine Kindertagesstätte an, die gegenwärtig mit 23 Kindern belegt ist. Acht weitere Kinder werden von Tagesmüttern betreut. Trotzdem zeichne sich, so berichtete Hauptamtsleiter Ralf Kuhlmey im Gemeinderat, ein zunehmender Mangel an Plätzen ab. Der Grund: steigende Geburtenzahlen und die Erschließung neuer Baugebiete mit der Zielgruppe junge Familien.

Die Kindergärten

„Auch die Konversion des Papierfabrikgeländes und die Erschließung des Areals für Wohnzwecke, in Verbindung mit dem geplanten Neubau des Kreisklinikums, werfen schon jetzt ihre Schatten voraus“, sagte Kuhlmey. Hinzu käme der wachsende Mangel an Fachkräften. Auch wenn die Bilanz für das Jahr 2019/20 einigermaßen ausgeglichen erscheine, so könnten derzeit keine Zusagen mehr gemacht werden. Andererseits werde die Gemeindeverwaltung fast täglich mit Forderungen von Eltern nach einem Betreuungsplatz konfrontiert und etliche Eltern hätten bereits mit Klagen gedroht. Andere versuchten, durch die Anmeldung an mehreren Einrichtungen die Chancen auf eine Zuteilung zu erhöhen, wodurch die Problematik weiter verschärft werde.

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In Zukunft könnte eine zentrale Anmeldung ein Instrument sein, Doppelreservierungen effektiver aufzudecken. „Die Gemeinde Albbruck stellt nicht mehr ausreichend Kindergartenplätze für Kinder ab zwei Jahren und neun Monaten bis zum Schuleintritt zur Verfügung“, so heißt es auch im aktuellen Kindergartenbedarfsplan der Gemeinde. Darin heißt es aber auch: „Ziel der Bedarfsplanung ist es, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot in der Kindertagesbetreuung und ergänzend in der Kindertagespflege zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben bereitzustellen.“

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Die Realität sehe aber so aus: „Die absolute Summe der anspruchsberechtigten Kinder übersteigt die Summe der verfügbaren Plätze, zumal in fast allen Ortsteilen eine Steigerung der Geburtenzahlen festzustellen ist.“ Zugleich nehme die Aufnahmebereitschaft in den Kindergärten der benachbarten Gemeinden ab, da hier die Probleme ähnlich gelagert seien. Auch der Waldorfkindergarten, der wohl von manchen Eltern als „Ausweichquartier“ genutzt wird, sei an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt.

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Das Ganztagesangebot im Kindergarten Kiesenbach wird gegenwärtig von 18 Kindern genutzt. Einige Eltern nehmen, so die Erkenntnis der Gemeindeverwaltung, nur einen Nachmittag in Anspruch, um sich einen Platz im begehrten Kindergarten Kiesenbach zu sichern. Kritisiert wurde daher die Entscheidung des Gemeinderates, die Buchungsoption für nur einen Nachmittag zu streichen. Daneben gebe es eine zunehmende Durchmischung, da die Eltern ihre Kinder, oft mit Blick auf die Betreuungszeiten oder den Arbeitsplatz, nicht vor Ort sondern in anderen Kindergärten unterbringen. Weiter, so Ralf Kuhlmey, seien bereits etablierte Plätz in Gefahr, wenn für die bestehenden Einrichtungen nicht das notwendige Personal gefunden oder gehalten werden könne.

Um der Entwicklung entgegenzusteuern, bietet sich in Buch die Möglichkeit an, wieder eine zweite Gruppe einzurichten, da hier die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind, „sofern das erforderliche Personal gefunden werden kann“. Raumreserven gebe es auch im Kindergarten Kiesenbach, um hier eine weitere Krippengruppe einzurichten.