Beschluss des Gemeinderates

In einer kurzfristig einberufenen, nicht öffentlichen Sitzung am 5. Juni hatte der Gemeinderat die Öffnung der Naturbadesee-Anlage ausführlich und sehr kontrovers beraten und diskutiert. Einstimmig wurde beschlossen, dem Beschlussvorschlag der Bürgermeister des Landkreises Waldshut zu folgen und die Anlage in diesem Jahr nicht zu öffnen. Im Amtsblatt vom 12. Juni legt Bürgermeister Karlheinz Gantert die Auflagen und Begründung detailliert dar: „Bis zuletzt hatten wir gehofft, dass sich die Auflagen und Bedingungen für eine Öffnung unserer Badesee-Anlage einigermaßen in Grenzen halten werden und umsetzbar sind. Doch wir wurden böse enttäuscht: Die vom Land den jeweiligen Betreibern auferlegten Vorgaben und Auflagen zur Öffnung der Schwimmbäder und Badeseen kommen quasi einem Verbot gleich!“

Das Wasser des Badesees kommt völlig ohne Chlor aus. In diesem Sommer werden sich keine Badegäste darin abkühlen.
Das Wasser des Badesees kommt völlig ohne Chlor aus. In diesem Sommer werden sich keine Badegäste darin abkühlen. | Bild: Yvonne Würth

Bürgermeister Karlheinz Gantert hält die Auflagen von Seiten des Landes für nicht umsetzbar. Neben der zusätzlichen Einstellung und Finanzierung von Personal für die Zutritts- und Ausgangskontrolle, Badeaufsicht, Aufsicht im Kleinkind-Bereich, Hygiene- und Reinigungskräfte sowie Aufsichten für den Bereich der Liegewiese seien auch die haftungsrechtliche Verantwortung und die finanziellen Auswirkungen ein Grund für die Ablehnung.

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Finanzielle Auswirkungen

Bürgermeister Karlheinz Gantert hält die Öffnung des Badebetriebes aus den oben genannten Gründen sowie vor dem Hintergrund der coronabedingten Mindereinnahmen und Mehrausgaben aus Sicht der Verwaltung für nicht vertretbar: „Nach einer ersten Hochrechnung müssen wir davon ausgehen, dass wir alleine durch die Corona-Pandemie mit einem Verlust von 385.000 Euro an Steuereinnahmen zu rechnen haben. Beim Beschluss des Haushaltsplanes 2020 haben wir Anfang des Jahres für die Badesee-Anlage ein Minus von 113.000 Euro einkalkuliert. Die zusätzlichen Kosten, die bei einer Öffnung der Badesee-Anlage in Zeiten von Corona zwangsläufig entstehen würden, können aus Sicht der Verwaltung nicht vertreten werden.“

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Der Natur-Badesee

2019 wurde deutschlandweit nach einer Badeaufsicht für den Egginger Badesee gesucht. Bis dahin hatten Pächter seit dem Umbau des regulären Schwimmbades „Heidelbad“ (Einweihung 1970) in den ersten Naturbadesee Süddeutschlands (Gemeinderats-Beschluss 1999, Eröffnung 2001) die Aufgaben der Badeaufsicht, Anlagenpflege und Kioskbetrieb gemeistert.

In der Bürgerversammlung im Mai 2019 wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, um den Badebetrieb langfristig zu gewährleisten und damit dem starken Bestreben der Egginger entgegenzukommen. Da sich keine Pächter mehr gefunden hatten für die arbeitsintensive Sommersaison, übernahm die Gemeinde Eggingen.

Das Tor zum Badesee Eggingen bleibt dieses Jahr voraussichtlich geschlossen.
Das Tor zum Badesee Eggingen bleibt dieses Jahr voraussichtlich geschlossen. | Bild: Yvonne Würth

In Julia Meier wurde für 2019 eine Fachkraft für Bäderbetriebe gefunden, den Kioskbetrieb hatte Sahin Özkiran, Betreiber und Inhaber der Gaststätte Life in Eggingen übernommen. Für 2020 konnte ebenfalls jemand gefunden werden, der bereit war, für die Sommersaison von Nordrhein-Westfalen nach Eggingen zu ziehen.

Der Badesee in Zahlen

Der jährliche Zuschuss der Gemeinde für den Badesee belief sich in den ersten Jahren durchschnittlich auf 20.000 bis 25.000 Euro (Zahlen stammen von 2008), für 2020 wurde (vor Corona) ein Minus von 113.000 Euro einkalkuliert. Die Sanierung des 30 Jahre alten Heidelbades hätte 1,4 Millionen Euro gekostet, für den Bau des Badesees hat die Gemeinde 800.000 Euro gezahlt.

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