Herr Ruppaner, wie lange haben in Ihrem Lehrerzimmer die Sektkorken geknallt, nachdem die gute Nachricht aus Stuttgart eingetroffen ist?

Ich war gerade in der Kreistags-Sitzung in Waldshut, als ich die Nachricht auf Twitter bekam. Bald erhielt ich auch über What’s-App Glückwünsche und Partybilder aus dem Lehrerzimmer. Am Abend wurde dann eine Spontan-Party im Gastaus Adler in Schwerzen organisiert. Dort haben wir bis nach Mitternacht gefeiert.

Der Antrag zur Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der GMS Wutöschingen ist ja schon vor zwei Jahren gestellt worden. Warum hat es so lange bis zur – positiven – Entscheidung gedauert?

Es gab viele Einsprüche. Die Stadt Waldshut-Tiengen, die Landkreise Konstanz, Breisgau-Hochschwarzwald und Schwarzwald-Baar waren gegen die Einführung einer gymnasialen Oberstufe in Wutöschingen. Außerdem gab es neue Auflagen der Genehmigungsbehörde.

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Wie sieht nun der konkrete Fahrplan aus, bis der erste Abiturjahrgang die Alemannenschule verlässt? Braucht es einen neuen Schulbau?

Wir haben schon mit den Planungen für einen Neubau begonnen. Dabei entsteht ein komplett neuer naturwissenschaftlicher Bereich. Auch neue Lernateliers, kooperative Bereiche und Inputräume sind geplant. Im kommenden Schuljahr beginnt die erste elfte Klasse an der ASW. Die ersten Abiturienten gibt es in Wutöschingen im Jahr 2022.

Wie viele zusätzliche Lehrkräfte benötigt Ihre Schule mit der gymnasialen Oberstufe?

In den nächsten Jahren werden etwa 20 neue Gymnasiallehrer eingestellt.

Stühlingen hat eine Realschule; Klettgau hofft, zum Schuljahr 2019/20 ebenfalls mit einer solchen aufwarten zu können. Ist der Übergang von Realschülern an die gymnasiale Oberstufe der Alemannenschule ohne Probleme möglich? Schließlich wird dort ja ein ganz anderes Unterrichtsmodell praktiziert…

Die gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule ist perfekt an die Bedürfnisse der Realschüler angepasst. Wer noch keine zweite Fremdsprache belegt hat, kann an der GMS-Oberstufe Spanisch oder Französisch wählen. Alle Realschüler haben dann die Möglichkeit, ein allgemeinbildendes Abitur abzulegen.

 

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In den Nachbargemeinden, allen voran Waldshut-Tiengen mit seinen fünf Gymnasien, blicken die Verantwortlichen mit Argus-Augen auf Ihre Schule. Sehen Sie eher einen Konkurrenzkampf, bei dem irgendwann ein Gymnasium auf der Strecke bleibt, oder dürfen sich Eltern, Schüler und Lehrer künftig einfach nur über kleine Klassenverbände freuen?

Die Schülerzahlen im Kreis Waldshut werden in den kommenden Jahren ansteigen. Es wird voraussichtlich bei keiner gymnasialen Oberstufe zu Engpässen kommen. Ich sehe keine problematische Konkurrenzsituation. Grundsätzlich fördert Wettbewerb jedoch gute Bildung an Schulen.

Fragen: Rafael Herrmann